Benefiz-Party   Tolerantia-Preis   MANEO-Award


Die diesjährige Preisverleihung findet am 30.04. im Rahmen des MANEO Benefiz-Event @ Kantine am Berghain statt. Gegen 23 Uhr werden die Preisträger auf der Party geehrt.

MANEO-Award – der Deutschlandpreis
MANEO würdigt mit seinem Deutschland-Preis, der jährlich in Berlin vergeben wird, vorbildliches Engagement made in Germany.
Der Preis wird Personen oder Gruppen zugesprochen, die sich mit beispielhaftem Engagement gegen Homophobie und Hassgewalt in Deutschland verdient gemacht und damit Zeichen gesetzt haben. Den diesjährigen Preis teilen sich Türkiyemspor Berlin e.V. und Berlins Polizeipräsident Dieter Glietsch.

Dieter Glietsch, am 2. Mai 1949 in Willingen geboren, ist seit 2002 Polizeipräsident in Berlin. Am 25. Juni 2008 hisste er anlässlich der Berliner CSD-Woche erstmals die Regenbogenfahne vor dem Polizeipräsidium am Platz der Luftbrücke in Tempelhof.
„Mit dem Hissen der Regenbogenfahne zeigt die Berliner Polizei ihre Bereitschaft, unterschiedliche Lebensweisen der Menschen in der Hauptstadt zu akzeptieren, ihnen ohne Vorurteile und Vorbehalte zu begegnen und das ihr Mögliche zu tun, um sie vor vorurteilsmotivierter Kriminalität zu schützen“, so Glietsch.
Die Aktion blieb innerhalb der Polizeibehörde nicht ohne Kritik. Zahlreiche E-Mails, die zum Teil auch homophoben Inhalts waren, erreichten Dieter Glietsch auf dem Dienstweg. Er verzichtete auf die Androhung von Disziplinarmaßnahmen und bat alle Kritiker zu einem persönlichen Gespräch: „Wenn man überhaupt Einstellungen von Erwachsenen ändern kann, dann nur im Gespräch.“ Später erklärte er: „Einige dieser Gespräche haben bestätigt, was mich nicht überrascht hat: Dass die Polizei auch auf dem Gebiet der Vorurteile ein Spiegelbild unserer Gesellschaft ist. Für mich besteht aber kein Zweifel daran, dass Homophobie in der Polizei noch weniger akzeptabel ist als in anderen Bereichen der Gesellschaft.“
Unumwunden gibt der Polizeipräsident zu, dass homophobe Einstellungen unter Polizeibeamten vorhanden sind. Außerdem erklärte er das Problem zur Chefsache und geht dieses offensiv an. Sein Vorgehen hat Vorbildfunktion. Seine Haltung verdienen Anerkennung und Respekt.


Türkiyemspor Berlin e.V. ist ein Berliner Fußballverein, der sich 1987 gründet hat. Er spielt mittlerweile in der Regionalliga Nord und konnte sich neben Hertha BSC und Union Berlin als dritter großer Berliner Fußballverein etablieren. Längst sind nicht mehr nur türkischstämmige Spieler im Aufgebot; mittlerweile spielen im Verein Menschen aus 25 Nationen.
Türkiyemspor Berlin e.V. engagiert sich seit vielen Jahren regelmäßig über den Sport hinaus in sozialen und gewaltpräventiven Projekten, z.B. an den friedlichen Feiern zum 1. Mai in Kreuzberg, in dem Projekt „SOJA“, der Jugendlichen Zugang zu sportlicher Betätigung erleichtern soll, der Kampagne „Nein zu Gewalt an Frauen“ und ist beispielsweise Kooperationspartner der Respect Gaymes des Berliner LSVD.

„Wir sind sowohl ein Berliner Fußballverein als auch der größte türkischer Fußballverein Deutschlands. Wir besitzen den Ruf als ‚Lebende Legende’, da wir der erste Migranten-Fußballverein Europas sind. Unser Verein hat rund 1.300 feste Mitglieder und über 15.000 internationale Fans mit 21 Jugendmannschaften, darunter vier Mädchenteams.
Wir leben in Berlin, wir lieben unsere Stadt. Deshalb sind wir als Berliner auch stolz auf unsere Landesverfassung. Darin steht, dass niemand wegen seiner Herkunft oder auch wegen seiner sexuellen Identität diskriminiert werden darf.
Wir rufen zum gemeinsamen Handeln gegen Homophobie und jede Form von vorurteilsmotivierter Hassgewalt auf. Diese Gewalt ist schrecklich, weil sie Gruppen von Menschen ausgrenzt und damit die Grundfesten unseres demokratischen Zusammenlebens gefährdet. Mit unserem Verein setzen wir uns für eine Gesellschaft ein, die auf Toleranz, Respekt und auf gleichen Rechten aller Bürger und Bürgerinnen beruht.
In unserem Verein sind alle willkommen. Was zählt, sind Leistungen. Darauf kommt es an. Wir wissen, dass Bestleistungen dann erzielt werden, wenn unsere Spieler sich willkommen und respektiert fühlen, unsere volle Unterstützung erhalten. Dazu gehört es, sie als Menschen so anzunehmen wie sie sind. Deshalb sind in unserem Verein selbstverständlich auch schwule Fußballspieler willkommen.“

www.turkiyemspor.net