MANEO

MANEO, früher „Schwules Überfalltelefon Berlin“, ist ein eigenständiges Projekt von Mann-O-Meter e.V und besteht seit 18 Jahren. Es ist das älteste, erfahrendste und profilierteste schwule Anti-Gewalt-Projekt in Deutschland. MANEO kooperiert mit erfahrenen Opferhilfe-einrichtungen in Deutschland und Europa (www.euvictimservices.org , www.opferhilfen.de ). MANEO ist in Fachkreisen geschätzt.

MANEO hat seit seiner Gründung zahlreiche bundesweit einzigartige Initiativen und Projekte ins Leben gerufen, u.a. das Lesbisch-Schwule Stadtfest Berlin (1993), das jährlich von 350.000 Menschen besucht wird. Für seine Arbeit wurde MANEO bereits mehrfach ausgezeichnet.

MANEO wird finanziell von der Berliner Senatsverwaltung suboptimal gefördert und umfasst vier Kernbereiche:

Opferhilfeberatung (jährlich 300 schwule und bisexuelle Jugendliche und erwachsene Männer)
Erfassung von Gewalttaten (schwulenfeindliche Gewalttaten in Berlin)
Gewaltprävention (durch Öffentlichkeitsarbeit wird auf Bedrohungen hingewiesen und Aufklärungsarbeit unterstützt)
Mitarbeit und Engagement (bürgerschaftliches Engagement wird mobilisiert, ehrenamtliche Mitarbeiter geworben).

Zur Aufrechterhaltung seiner Arbeitsbereiche musste MANEO 2007 Eigenmittel in Höhe von über € 10.000 aufbringen.

Seit 2006 wird die gewaltpräventive Öffentlichkeitsarbeit von MANEO zusätzlich für drei Jahre aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin unterstützt (www.maneo-toleranzkampagne.de). Die Informationskampagne besteht aus verschiedenen Bausteinen, u.a.:

MANEO-WERKSTAT. 2006-2008 veranstaltet MANEO drei europäische Fachkonferenzen zum Thema „Homophobie und schwulenfeindliche Gewalt im öffentlichen Raum“. 150-200 Fachpersonen, Vertreter von Polizeien, Anti-Gewalt-Projekten und Politik und Wissenschaftler aus Deutschland und Europa diskutierten Erfahrungen und setzten neue Ziele.

MANEO-Umfrage. Im Abstand von einem Jahr führte MANEO 2006/07 und 2007/08 Umfragen zu Gewalterfahrungen unter Schwulen und Bisexuellen in Deutschland durch. An der ersten, bislang beispiellosen Studien in Deutschland nahmen 24.000 Personen teil, an der zweiten Umfrage 17.000 Personen. Im Ergebnis berichteten 35% (2007: 40%) der Befragten von Gewalterfahrungen in den letzten 12 Monaten; 90% der Taten waren nicht angezeigt worden → MANEO Umfrage .

Fußball-Plakat. Anlässlich der Fußball-WM 2006 entwickelte MANEO ein Plakat mit zwei küssenden Fußballern → MANEO Fussball-Kampagne und setzte damit ein deutliches Zeichen gegen Homophobie und Hassgewalt im Fußball und Sport. Das Plakat wurde gemeinsam vom Regierenden Bürgermeister von Berlin, dem Berliner Polizeipräsidenten, Sportlern und Künstlern kurz vor der WM der Öffentlichkeit präsentiert.

MANEO-Kinospots. In Zusammenarbeit mit der „Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin“ (dffb) und unterstützt von bekannten Filmemachern und Produzenten entwickelte MANEO 2006 zwei Social-Spots, die im Rahmen der Internationalen Berliner Filmfestspiele 2007 der Öffentlichkeit vorgestellt wurden → MANEO Social-Spots anschauen. Die Spots wurden von der internationalen TEDDY-Jury als herausragend gewürdigt.

Internationaler Tag gegen Homophobie.siehe Beschluß des Europäischen Parlaments MANEO mobilisiert rund um den 17 Mai mit zahlreiche Aktion, mit öffentlichen Kiss-Ins „Protect every Kiss“, der Wanderausstellung „Zeugnisse schwulenfeindlicher Gewalt“, dem Jugend-Kreativpreis „Hands of Courage“, einem Charity-Dinner und dem Tolerantia-Preis, den MANEO jährlich mit seinen Partnerorganisationen aus Frankreich und Polen an herausragende Personen und Organisationen vergibt, die sich in den jeweiligen Ländern im Kampf gegen Homophobie und Hassgewalt verdient gemacht haben.

Persönlichkeiten äußern sich zu MANEO: → MANEO Würdigung PDF

Auszeichnungen
MANEO erhielt 1999 den Mete-Eksi-Preis und 2001 den CSD-Preis für Zivilcourage und im Jahr 2003 würdigte die Landeskommission Berlin gegen Gewalt die besondere Bedeutung MANEO für die Gewaltpräventionsarbeit in Berlin.

Partnerschaften
mit der „KPH– Kampania Przeciw Homofobii“ (Kampagne gegen Homophobie) und der „Stiftung für Gleichberechtigung“ (Fundacja Rownosci) in Polen 2004 und mit „SOS-Homophobie“ in Frankreich 2005

Weitere bedeutende MANEO-Projekt
• 2005 - Gründung des Projekt „Schwules Weimarer Dreieck“

• 2003 - Mitarbeit in einer Arbeitsgruppe der Berliner Justizsenatsverwaltung zur Einrichtung des Zeugenzimmers am Landgericht Berlin

• 2002 - Gründung des „Arbeitskreis der Schwulen Überfalltelefone und schwulen Antigewaltprojekte in Deutschland“

• 2000 - Organisation des bundesweiten Fachtages „Männer als Opfer von Gewalt“

• 2000 - Entwicklung des „Präventions- und Ausgleichsfonds Tempelhof-Schöneberg“

• 1993-1998 - Entwicklung und Organisation des „Lesbisch-Schwulen Stadtfest Berlin“

• 1992 - Gründung des bundesweiten Dachverbands „Arbeitskreis der Opferhilfen in der Bundesrepublik Deutschland e.V.”

• 1992 - erstes Bundestreffen mit Vertretern schwuler Organisationen und der Polizei