Gedenkfeier am Homomahnmal im Tiergarten

Gut ein Jahr nach dem Anschlag vom 1. August 2009 auf das schwullesbische Zentrum Aguda in Tel Aviv luden am 25. August 2010 die Organisatoren des Projektes Regenbogenbrücke André Lossin, Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Tom Schreiber, Mitglied der SPD Fraktion im Abgeordnetenhaus und Bastian Finke, Leiter des schwulen Anti-Gewalt-Projektes MANEO, zu einer Gedenkfeier am Homomahnmal im Berliner Tiergarten ein. Zu den Gästen zählte Lala Süsskind, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, die Ratsvorsitzende des Stadtrates von Tel Aviv, Frau Yael Dayan, dem Berliner Staatssekretär Rolf Schütte, und der Grup-pe israelischer Jugendlicher begleitet, die den Anschlag auf das Zentrum Aguda überlebt haben. Die Veranstaltung diente dazu, gemeinsam der Verfolgung und Ermordung homosexueller Männer im Dritten Reich, sowie der Ausgrenzung und Gewalt gegen LGBT-Menschen damals wie heute als Erinnerung und Mahnung zu gedenken.

„Allein, dass wir heute hier zusammen stehen, ist ein Zeichen des Sieges und setzt einen symbolischen mGe-genpunkt zu dem Anschlag vor einem Jahr“, sagte Ayala Katz, die bei dem Anschlag ihren Sohn verlor.

Yael Dayan, Ratsvorsitzende der Stadt Tel Aviv, begrüßte die Initiative der Regenbogenbrücke. Sie sei ein wich-tiges Signal der Solidarität im Kampf gegen Ausgrenzung und Diskriminierung als grundlegender Pfeiler einer demokratischen Gesellschaft. „Auch wenn eine Straße das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen und das Holocaustmahnmal trennt, stehen wir in unserem Gedenken an die Opfer auf beiden Seiten und setzen ein Zeichen gegen Gewalt und Verfolgung.“

In Berlin werden im Kampf gegen Diskriminierung und Ausgrenzung Anti-Rassismus Programme in Schulen durchgeführt, die Berliner Polizei verfügt seit 1992 über speziell geschulte Mitarbeiter, die für Konflikte bezüg-lich homophober Gewalt zuständig sind. Zudem ist die Berliner Polizei verpflichtet jeden Fall von homophober Gewalt zu melden und aktenkundig zu machen.

„Es macht mich stolz und glücklich in einer Stadt zu leben, in der eine Regenbogenfahne mit dem Symbol der israelischen Flagge in der Öffentlichkeit gezeigt werden kann und Akzeptanz findet“, so Lala Süsskind, Vorsit-zende der Jüdischen Gemeinde. Auch wenn Berlin generell als sehr offen und tolerant gelte, bedeute dies aber nicht, dass es keine Probleme mit Diskriminierung und homophober Gewalt gebe. Hier bestehe weiterhin großer Handlungsbedarf.

Bei dem Anschlag in Tel Aviv kamen zwei Menschen ums Leben, die 16jährige Liz Trobishi und der 26jährige Nir Katz. Ayalah Katz, die Mutter des Verstorbenen, dankte den Initiatoren im Namen aller Beteiligten und wies darauf hin, wie wichtig das Gefühl sei, diese Form von Unterstützung zu erfahren. „Einen Menschen zu verurtei-len weil er bestimmte Charakteristika aufweist ist schlichtweg, entschuldigen Sie den Ausdruck, idiotisch. Ich warte auf den Tag, an dem jeder einzelne versteht, dass wir alle menschliche Geschöpfe sind.“

Mit der Niederlegung von Blumen am Denkmal wurde die Gedenkfeier beendet.

Gedenkfeier im Tiergarten

Gut ein Jahr nach dem Anschlag vom 1. August 2009 auf das schwullesbische Zentrum Aguda in Tel Aviv luden die Organisatoren des Projektes Regenbogenbrücke zu einer Gedenkfeier am Homomahnmal im Berliner Tiergarten ein.

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Grußworte

Die Regenbogenbrücke wird von zahlreichen Partnern unterstützt. Hier findest du einige Statements.

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Weitere Informationen

Weitere Informationen zur Regenbogenbrücke findest Du unter www.regenbogenbruecke-berlin.de/blog

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News

Zwei Jahre nach dem Anschlag: "Regenbogenbrücke" auf Gegenbesuch in Tel Aviv

Am 6. Juni reiste unter Leitung von MANEO eine 18-köpfige Delegation aus Berlin und Köln nach Tel Aviv, unter ihnen eine parteiübergreifende Delegation des Berliner Abgeordnetenhauses. Der achttägige Aufenthalt findet im Rahmen der „Regenbogenbrücke“ und als Gegenbesuch der von MANEO im letzten Jahr organisierten Einladung von Jugendlichen aus Tel Aviv nach Berlin statt, die 2009 einen Anschlag auf einen Jugendtreff der LGBT-Organisation Agudah in Tel Aviv überlebt hatten. Bei dem Anschlag waren zwei junge Menschen erschossen und 13 weitere zum Teil schwer verletzt worden.

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