Preisträger 2009

Deutschland:

Hans-Wolfram Stein ist Lehrer für Wirtschaft und Politik am Schulzentrum Walliser Straße in Bremen, hat mit großem Engagement Homophobie und Hassgewalt an seiner Schule problematisiert. Sein beispielhafter Einsatz hat dazu beigetragen, die Haltung und Einstellung gegenüber Homosexuellen sowohl bei den Schülern als auch bei den Lehrern positiv zu verändern.

Das gemeinsam mit den Schülern der Klasse 2HH 07/5 initiierte Forschungsprojekt, das Hans-Wolfram Stein an seiner Schule über den Zeitraum von fast einem Jahr durchführte, ist ein herausragender Meilenstein in der schulischen Aufklärungs- und Präventionsarbeit in Deutschland.
Ergebnis seiner vorbildlichen Projektarbeit ist: „In vielen, wenn nicht in allen Bereichen konnten homophobe Einstellungen abgebaut werden. Im Bereich der demokratischen Rechte stieg der Anteil, der für Gleichberechtigung eintritt, stark an. Vor allem aber tritt jetzt jeder Schüler und jede Schülerin in der Klasse für folgende Aussage ein: ‚Diskriminierung von Homosexuellen sollte von allen bekämpft werden.’“ Die Arbeitsergebnisse dienen jetzt als Vorlage auch für andere Schulen, die sich mit dem Thema Homophobie auseinandersetzen wollen.

Es ist vor allem dem Engagement und der Beharrlichkeit von Hans-Wolfram Stein zu verdanken, dass dieses Projekt realisiert werden konnte. Mit diesem Preis soll auch das Engagement der Schülerinnen und Schüler gewürdigt werden, die das Projekt gemeinsam mit Hans-Wolfram Stein realisiert haben.

Frankreich:

Paris Foot Gay wurde 2003 als erster französischer Fußballclub gegründet, der ausdrücklich für heterosexuelle und schwule Fußballspieler gleichermaßen offen ist und sich selbstbewusst gegen Diskriminierung und Homophobie stellt. Der Verein will diskriminierende Einstellungen ändern und deutlich machen, dass eben auch ein schwuler Mann das Recht hat, Fußball zu spielen ohne sich verstecken zu müssen. Damit soll das Recht zum Anderssein unterstrichen und Vorurteile bekämpft werden.

Paris Foot Gay will die Emanzipation von Schwulen stärken und damit das Coming-out von schwulen Sportlern befördern, sodass diese Gruppe in der Sportwelt ihren gleichberechtigten Platz findet – ein rundherum unterstützenswertes Ziel, ist doch Homophobie im Sport noch immer stark verbreitet.

Mit der Bekämpfung von Homophobie im Fußball sendet Paris Foot Gay außerdem ein starkes Signal an die gesamte Gesellschaft, hat doch Sport insgesamt eine breite Öffentlichkeit. Vor allem Jugendliche, die für Vorurteile besonders empfänglich sind, können so erreicht werden. Mit dem Tolerantia-Preis möchten wir dieser Nicht-Regierungsorganisation für ihren Mut danken, sich diesem so wichtigen Thema zu widmen.

Frankreich:

Vikash Dhorasoo, am 10. Oktober 1973 in Harfleur (Seine-Maritime) geboren, ist ein französischer Fußballspieler, der eine internationale Karriere zurückgelegt hat. In den Spielsaisons 1997 bis 1998 und 2003 bis 2004 war er der beste Spieler der französischen Nationalliga. Von 2002 bis 2003 spielte Dhorasoo in Lyon und sein Team führte in diesen zwei Saisons die französische Nationalliga an.

2006 gehörte er der französischen Nationalmannschaft an, die an der Fußball- WM in Deutschland teilnahm. Im letzten Jahr hat er seine Karriere beendet.

Dhorasoo, verheiratet und Vater zweier Töchter, ist Schirmherr des Paris Foot Gay, einem Fußballclub, der gegründet wurde, um Homophobie in den Stadien zu bekämpfen. Er ist der einzige französische Nationalspieler, der sich zu diesem Thema bisher öffentlich geäußert hat.

Die Tatsache, dass ein farbiger heterosexueller Mann Paris Foot Gay unterstützt, zeugt von einem großen Respekt für die Menschenrechte und insbesondere für die Gleichberechtigung der LGBT-Gemeinden.

Polen:

Prof. Zbigniew Hold ist Jurist, Strafrechtler, Experte für Menschenrechte, Professor an der Jagiellonen-Universität in Krakau und Vorstandsmitglied der Helsinki-Stiftung für Menschenrechte. Vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg repräsentierte er die Stiftung für Gleichberechtigung („Fundacja Rownosci”) sowie die Mitglieder der polnischen LGTB-Organisationen, die gegen das Verbot der Gleichberechtigungsparade („Parada Rownosci”) in Warschau 2005 klagten. Der Rechtsstreit endete mit einem Präzedenzurteil, welches Gesetze, mit denen friedliche Demonstrationen unmöglich gemacht werden sollten, für illegal erklärte.

2006 vertrat er vor dem Amtsgericht in Posen vier lesbische Frauen , die sich entschlossen hatten, gegen Stadtratsmitglieder der polnischer Rechtspartei PiS (Recht und Gerechtigkeit) vor Gericht zu gehen. 2005 hatten die PiS-Mitglieder Homosexualität mit Zoophilie, Nekrophilie und Pädophilie verglichen. Die Präzedenzsache endete mit einem Vergleich. Die Funktionäre der PiSPartei mussten sich bei den Betroffenen entschuldigen und offiziell erklären, dass sie keine Absicht hatten, irgendjemanden zu beleidigen.
Professor Zbigniew Holda setzte sich kontinuierlich für Menschenrechte – auch für sexuelle Minderheiten – ein. Der Tolerantia-Preis ist Ausdruck der Anerkennung für sein gesamtes Wirkens und seines Lebenswerkes.

Spanien:

Juan Fernando López Aguilar, am 10. Juni 1961 in Las Palmas (Gran Canaria) geboren, studierte Jura an der Universität Granada sowie Politische Wissenschaft und Soziologie an der Universität Complutense von Madrid. 1988 erwarb er den Master of Arts in Law & Diplomacy an der Fletcher School of Law & Diplomacy in Massachussetts. Der Professor für Verfassungsrecht an der Universität von Las Palmas de Gran Canaria wurde bereits mit dem Jean Monnet Preis über Recht und Europäische Integration ausgezeichnet.

1983 trat López Aguilar der sozialistischen Arbeiterpartei Spaniens, PSOE, bei. Zwischen 1990 und 1993 war er parlamentarischer Berater der Justizminister. Von 1993 bis 1996 war Aguilar Leiter des Ministerbüros bei Minister Jerónimo Saavedra in den Ministerien für Öffentliche Verwaltung und Bildung. Seit 1996 ist López Aguilar Abgeordneter im spanischen Parlament. Schon 1999 war er Spitzenkandidat der PSOE zur Präsidentschaft der Regierung der Kanarischen Inseln. Seit Juli 2000 war er Sekretär für Öffentliche Freiheiten und die Entwicklung der Autonomen Regionen im Vorstand der PSOE.

Während dieser Zeit und dank seiner aktiven Federführung legte die Spanische Regierung dem Parlament einen Gesetzesvorschlag zur Regelung der standesamtlichen Trauung von gleichgeschlechtlichen Paaren vor, welches am 28. Juli 2005 verabschiedet wurde. Seinen aktiven Einsatz für die Gleichberechtigung würdigt die spanische LGBT-Bewegung mit großer Anerkennung.

Tolerantia-Preis 2013

Die Preisträger 2013 sind: Maria Sabine Augstein (Deuschland), Ewa Siedlecka  (Polen),  Le Petit Journal (Frankreich)

mehr »

Tolerantia-Preis 2012

Die Preisträger 2012 sind: Elfi Scho-Antwerpes (Deuschland),
Dr. Katarzyna Bojarska und die Beratungsstelle für psychosexuelle Gesundheit „BezTabu“ Ohne Tabu (Polen), Véronique Eledut (Frankreich)

mehr »

Tolerantia-Preis 2011

Zum sechsten Mal werden die europäischen Tolerantia-Preise vergeben. Aus diesem Anlass versammeln sich die Preisträger und die Stifter aus Deutschland, Frankreich und Polen am 10. Dezember in Paris.

mehr »

Preisträger 2010

Die Preisträger 2010 sind die TEDDY-Promotoren Wieland Speck und Mabel Aschenneller (Deutschland), Rechtsanwältin Caroline Mécary (Frankreich), die ehemalige stellvertretende Premierministerin Polens Izabela Jaruga-Nowacka (Polen) und der Schauspieler Imanol Arias (Spanien).

mehr »

Preisträger 2009

Die Preisträger des Jahres 2009 sind Hans-Wolfram Stein (Deutschland), Paris Foot Gay und Vikash Dhorasoo (Frankreich), Prof. Zbigniew Holda(Polen), Juan Fernando López Aguilar (Spanien).

mehr »

Preisträger 2008

Die Preisträger des Jahres 2008 sind:
Tanja Walther (Deutschland),
Philipp Lahm (Deutschland),
Bruno Solo (Frankreich),
Marzanna Pogorzelska (Polen)

mehr »

Award winners 2007-2006

Die Preisträger des Europäischen Tolerantia-Preises der Jahre 2006 und 2007.

mehr »

Galerie

Alle Fotos von den Preisverleihungen des Tolerantia-Preises findest du in folgender Galerie.

mehr »

Online-Spende

PRINT PAGEPDF VERSION