Preisträger 2013

Deutschland: Maria Sabine Augstein

"Maria Sabine Augstein, geb. 1949, ist seit 1979 als Rechtsanwältin tätig. Sie hat bislang acht Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht gewonnen. Fünfmal erklärte das Bundesverfassungsgericht einzelne Vorschriften aus dem 1980 verabschiedeten Transsexuellengesetz (TSG) für verfassungswidrig; vier dieser Entscheidungen hatte sie erstritten. Auf ihre Verfassungsbeschwerde hin erklärte das Bundesverfassungsgericht im Juni 2012 die Benachteiligung eingetragener Lebenspartnerschaften gegenüber der Ehe beim beamtenrechtlichen Familienzuschlag für verfassungswidrig. Am 06.06.2013 hatte das Bundesverfassungsgericht über ihre 2006 eingereichte Verfassungsbeschwerde zur Gleichstellung im Einkommensteuerrecht zu entscheiden. Danach verstößt die Ungleichbehandlung wegen der sexuellen Orientierung gegen den Gleichheitssatz des Grundgesetzes. Mit dieser Entscheidung sind homo- und heterosexuelle Ehepaare im Steuerrecht gleichgestellt. Die bestehenden Regelungen zum Ehegattensplitting für Eheleute müssen bis zu einer neuen Regelung übergangsweise auf eingetragene Lebenspartnerschaften angewandt werden.

Maria Sabine Augstein wird von uns für ihr jahrelanges und herausragendes Engagement zur Gleichstellung und Gleichberechtigung von LSBT* in unserer Gesellschaft sowie für gesellschaftliche Akzeptanz und Vielfalt geehrt." - MANEO.

Gemeinsam mit ihrer Frau, der Malerin und Fotografin Inea Gukema-Augstein, lebt Maria Sabine Augstein in Tutzing. Sie ist das älteste Kind des deutschen Verlegers Rudolf Augstein und seiner 2 ersten Ehefrau Lore Ostermann. Maria Sabine Augstein, die an der feierlichen Preisverleihung in Warschau nicht teilnehmen konnte, wird der Tolerantia-Award am 28. Oktober im Rahmen eines von MANEO organisierten Charity-Event in Berlin überreicht.

Polen: Ewa Siedlecka

"Ewa Siedlecka arbeitet seit vielen Jahren als Journalistin für Polens größte Tageszeitung " Gazeta Wyborcza ". Sie ist Absolventin der Helsinki Foundation of Human Rights' School of Human Rights und Trägerin des Journalistenpreises " Dariusz Fikus Award ".

In ihren von großer Sachlichkeit gekennzeichneten Artikeln und Kommentaren setzt sich Ewa Siedlecka mit einem breiten Spektrum von Menschen- und Tierrechtsthemen auseinander. Sie hat maßgeblich dazu beigetragen, LSBT*-Themen auf die wichtigsten Seiten der Print- sowie Onlineausgaben von Gazeta Wyborcza zu bringen. Mit ihren Veröffentlichungen stößt sie regelmäßig breite Diskussionen an. Im Rahmen ihrer Recherchen hat sie vielfach den Kontakt zu LSBT-Aktivist/innen gesucht, deren Meinungen sie stets ernst nimmt und Raum gibt.

Wir würdigen mit dem Tolerantia Preis 2013 Ewa Siedlecka's mutige, ausgewogene, einfühlsame und sachliche Berichterstattung über den Alltag von LSBT*-Personen in Polen; ihr engagiertes Eintreten für LSBT*-Rechte in den polnischen Medien; und ihre Unterstützung für die Initiativen der LSBT*-Communities, die sich für gesellschaftliche Toleranz und Akzeptanz einsetzen." - Lambda Warszawa und Kampania Przeciw Homofobii.

Frankreich: Le Petit Journal

"In den Jahren 2012 und 2013 haben viele Fernsehsendungen den Gegnern der Gleichberechtigung von LSBT*-Personen die Gelegenheit gegeben, ihre Haltungen vor großem Publikum zu erläutern. Das muss eine demokratische Debatte auch aushalten. Leider haben Journalisten dabei zu selten darauf hingewiesen, dass die Gegner der "Mariage pur tous" auch wissentlich Fehlinformationen in Umlauf gebracht und Vorurteile gegen LSBT*- Personen geschürt haben.

Die von Yann Barthès moderierte täglich aus- gestrahlte Fernsehsendung "Le Petit Journal" war da anders: in ihrer Berichterstattung hat die Sendung immer genau und sachlich nach den Inhalten und Konsequenzen des neuen Gesetzes zur gleichgeschlechtlichen Ehe gefragt. Dadurch konnte an vielen Stellen aufgezeigt werden, wie doppelzüngig die Rede vieler der (bekannten wie anonymen) Gegner war: einerseits forderten sie Toleranz ein, andererseits aber redeten sie Vorurteilen und Hass das Wort. Sie schufen damit eine feindselige Atmosphäre, in der es auch zu Hassgewalttaten gegen LSBT*-Personen gekommen ist.

Le Petit Journal hat mit seiner sachlichen Berichterstattung in diesem so bewegten vergangenen Jahr einen wichtigen Beitrag dazu geleistet, die Aufmerksamkeit auf die Themen Gleichberechtigung und Homophobie in Frankreich zu lenken und die französische Öffentlichkeit zu sensibilisieren." - SOS Homophobie.

Pressemittteilungen:

 

Tolerantia Awards in Warschau verliehen - Maria Sabine Augstein erhält den Tolerantia Award 2013

Detail

Tolerantia-Preis 2013

Die Preisträger 2013 sind: Maria Sabine Augstein (Deuschland), Ewa Siedlecka  (Polen),  Le Petit Journal (Frankreich)

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Tolerantia-Preis 2012

Die Preisträger 2012 sind: Elfi Scho-Antwerpes (Deuschland),
Dr. Katarzyna Bojarska und die Beratungsstelle für psychosexuelle Gesundheit „BezTabu“ Ohne Tabu (Polen), Véronique Eledut (Frankreich)

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Tolerantia-Preis 2011

Zum sechsten Mal werden die europäischen Tolerantia-Preise vergeben. Aus diesem Anlass versammeln sich die Preisträger und die Stifter aus Deutschland, Frankreich und Polen am 10. Dezember in Paris.

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Preisträger 2010

Die Preisträger 2010 sind die TEDDY-Promotoren Wieland Speck und Mabel Aschenneller (Deutschland), Rechtsanwältin Caroline Mécary (Frankreich), die ehemalige stellvertretende Premierministerin Polens Izabela Jaruga-Nowacka (Polen) und der Schauspieler Imanol Arias (Spanien).

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Preisträger 2009

Die Preisträger des Jahres 2009 sind Hans-Wolfram Stein (Deutschland), Paris Foot Gay und Vikash Dhorasoo (Frankreich), Prof. Zbigniew Holda(Polen), Juan Fernando López Aguilar (Spanien).

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Preisträger 2008

Die Preisträger des Jahres 2008 sind:
Tanja Walther (Deutschland),
Philipp Lahm (Deutschland),
Bruno Solo (Frankreich),
Marzanna Pogorzelska (Polen)

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Award winners 2007-2006

Die Preisträger des Europäischen Tolerantia-Preises der Jahre 2006 und 2007.

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Galerie

Alle Fotos von den Preisverleihungen des Tolerantia-Preises findest du in folgender Galerie.

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