Preisträger 2008

Deutschland:

Tanja Walther, 38 Jahre alt, Lehrerin und Sportwissenschaftlerin. Sie war aktive Fußballerin bei Tennis Borussia Berlin (1992-1994) und im Bundesligaverein Turbine Potsdam (1995-1999). Sie ist heute noch immer eine leidenschaftliche Fußballerin in der Berliner Landesliga.
Gewürdigt wird ihr langjähriges, vorbildliches Engagement gegen Homophobie im Sport und im Fußball. Sie ist Initiatorin der Aktionsabende gegen Homophobie im Fußball. Seit fast 10 Jahren ist sie Beiratsmitglied im Berliner Sportverein „Seitenwechsel“, seit 2006 ist sie Delegierte im European Gay and Lesbian Sport Federati-on (EGLSF) beim europäischen Netzwerk „Football Against Racism in Europe (FARE)“, die europaweit durchgeführt werden.

Deutschland:

Phillip Lahm, 24 Jahre alt, Fußballspieler bei Bayern München und im Deutschen Nationalteam. Im Dezember 2007 äußerte sich Philipp Lahm öffentlich zum Thema Homosexualität und Fußball. Er erklärte: „Ich lebe gerne in einer liberalen, offenen Gesellschaft“ und "wenn ein Spieler schwul ist, ist er trotzdem mein Mannschaftskollege, und für mich würde sich im Umgang mit ihm nichts ändern".
Philipp Lahm ist der erste Nationalspieler, der sich öffentlich und unmissverständlich für Toleranz gegenüber homosexuellen Fußballspielern äußert. Er zeigt sich angesichts homophober Strukturen im Fußball standhaft und zeigt Solidarität mit homosexuellen Fußballern. Er übernimmt damit eine Vorbildfunktion im Fußball.

Deutschland:

Dr. Theo Zwanziger, 63 Jahre alt, deutscher Sportfunktionär, Jurist und Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB). Er erklärte öffentlich, dass der DFB alle Spielerinnen und Spieler bei einem Outing unterstützen würde. Er bezeichnete es als Aufgabe des DFB, "auf breiter Basis Rahmenbedingungen zu schaffen, damit homosexuellen Menschen der Zugang zum und die Bewegung im Sport ohne das Gefühl der Diskriminierung möglich ist".
Theo Zwanziger setzt sich dafür ein, die Aufklärung über Lesben und Schwule bei Trainern, Schiedsrichtern und in den Vereinen tatkräftig zu unterstützen. Er sprach sich wiederholt und deutlich gegen Diskriminierung von Homosexuellen im Sport und Fußball aus und dass ein solches Verhalten geahndet werden sollte, auch beim Fußball mit Punktabzug.

Frankreich:

Bruno Solo, 44 Jahre alt, hat seine Karriere als Journalist und Moderator beim Fernsehpro-gramm Canal+ in Frankreich gestartet. Später arbeitete er beim Sender TF1 bevor er anfing, ab 1993 als Schauspieler zu arbeiten. Er produziert mittlerweile erfolgreiche Fernsehserien wie „Caméra café“ und „Kaamelott“.
Ohne selbst betroffen gewesen bzw. angesprochen worden zu sein hat er mehrmals Partei für die Verteidigung der Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender ergriffen und sich regelmäßig gegen Homophobie ausgesprochen.

Polen:

Marzanna Pogorzelska, 44 Jahre alt, ist seit 15 Jahren Englisch-Lehrerin sowie Betreuerin einer Amnesty International Gruppe am Gymnasium 1 in Kedzierzyn-Kozle (Opel-Region). Im Mai 2007 richtete sie einen offenen Brief an Roman Giertych – dem Bildungsmi-nister der damaligen polnischen Rechtsaußenregierung – in dem sie öffentlich die intolerante Politik der Regierung gegenüber Homosexuellen kritisierte. Sie erklärte öffentlich, dass sie ihre Schüler weiterhin über die Existenz von sexuellen Minderheiten aufklären, sich für die Gleichberechtigung von Homosexuellen in der Gesell-schaft einsetzen, sich der Regierungspolitik widersetzen und sich auch von der Regierung davon nicht abbringen lassen wird. Bildungsminister Giertych bezeichnete dies später als „Homosexuellen-Propaganda“.

Marzanna Pogorzelska beteiligte sich aktiv an der vom Europäischen Rat initiierten Kampagne “All Different – All Equal”. Sie organisierte verschiedene Veranstaltungen und Aktionen zu diesem Thema.

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