Queere Kieze

Beispielhaft für Weltoffenheit und Toleranz

In manchen europäischen, Nord- und Südamerikanischen und asiatischen Städten haben sich in den letzten Jahrzehnten Stadtteile entwickelt, in denen Schwule, Lesben, Bi- und Trans*-Menschen sich bevorzugt niederlassen, entweder hier wohnen oder Geschäfte eröffnen, z.B. Cafés, Bars, Clubs. Solche „Regenbogenkieze“ sind beispielsweise „Pink Schöneberg“ in Berlin, „Castro-Street“ in San Francisco, „West Village“ in News York, „Boys-Town“ in Chicago, „Santa Monica Blvd.“ in West Hollywood, „Gay Village“ (The Village) in Toronto, „Le Marais“ in Paris, Old Comton Street in Soho/London usw. Solche Regionen ziehen Gäste und Besucher aus Nah und Fern an. Diese Entwicklung hält an und setzt sich fort. Für die Politik gelten sie als Aushängeschild für gesellschaftliche Weltoffenheit und Toleranz.

Beispiel Berlin-Schöneberg

Ein geschichtsträchtiger Kiez mit Tradition und Strahlkraft

In manchen Städten hat sich eine Tradition einer solchen Szene etabliert, wie beispielsweise in Berlin-Schöneberg am Nollendorfplatz. Ein ausgeprägtes Szeneleben geht hier weit in die sogenannten „Goldenen 20er-Jahre“ des letzten Jahrhunderts zurück: Im „Eldorado“ an der Kalckreuthstraße Ecke Motzstraße (heute ein Bio-Supermarkt) verkehrten beispielsweise Marlene Dietrich und Klaus, im „Damenklub Pyramide“ im „Toppkeller“ in der Schwerinstrasse trafen sich Claire Waldoff mit ihren Freundinnen. In der Nollendorfstraße wohnte Christopher Isherwood, auf dessen Novelle „Leb wohl, Berlin“ das berühmte Musical „Cabaret“ basiert.

Unterbrochen durch den Naziterror und der Verfolgungsgeschichte schwuler Männer durch den Strafparagraphen 175 bis Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts hinein (der Strafparagraph wurde erst 1994 ersatzlos gestrichen), ist hier abermals eine vielfältige Szenelandschaft entstanden. Heute umfasst die bis in benachbarte Bezirke ausgedehnte „Kiezregion“ über 100 Szene-Adressen. Daran hat MANEO in den letzten 20 Jahren aktiv mitgewirkt. 1992 gründete MANEO das Lesbisch-Schwule Stadtfest, das mittlerweile als feste Größe im Berliner Veranstaltungskalender Jahr für Jahr am Wochenende vor dem traditionellen CSD Ende Juni rund 400.000 Berliner und Berlinbesucher aus aller Welt anlockt. Weitere attraktive Events finden in stetig steigender Anzahl in der Region statt, wie z.B. das „Folsom (Europe) Street Fair“, das Tausende Menschen Anfang September in den Straßen zusammenführt, oder die „Lichterwelt“, die zwischen Dezember und Januar die dunklen Straßen erhellt.

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