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29.12.2009

Homophober Übergriff auf Gäste des „Leander“ in Potsdam

Zwei junge Männer wurden durch mutiges Eingreifen von Gästen wegen Beleidigung, Körperverletzung und Sachbeschädigung der Polizei übergeben. Gemeinsame Zivilcourage und Bürgersinn zeigen Erfolg.

Am Sonntag, 28.12.08, kurz nach 23 Uhr, wurden zwei stark alkoholisierte junge Männer, die sich in dem schwullesbischen Lokal „Leander“ in der Potsdamer Innenstadt aufhielten, von Mitarbeitern des Lokals des Hauses verwiesen, nach dem dieses Gäste und Personal beleidigt hatten. Auf dem Weg nach draußen beleidigte einer von ihnen erneut einen an der Tür stehenden schwulen Mann mit den Worten „scheiß Schwuler“.

Leander in Potsdam Gäste drängten daraufhin in gemeinschaftlicher Solidarität die beide Männer aus dem Lokal. Vor der Tür griff dann einer der Täter einen anderen Gast des Lokals an und schlug auf diesen wiederholt ein. Gäste griffen sofort ein und halfen dem Betroffenen. Wie sich später herausstellte war dieser dann so stark verletzt, dass er sich zur ärztlichen Behandlung ins Krankenhaus begeben musste.

Während die Polizei benachrichtigt wurde, schlug dann einer der Täter von draußen mehrere Scheiben des Lokals ein. Als die Täter den Ort verließen, folgten ihnen mutige Gäste, um die Täter der sehr schnell eintreffenden Polizei gegenüber zu identifizieren, die mit 6-7 Streifenwagen vor Ort war.

Photo: Angebrachte Zettel an den Scheiben des Lokals „Leander“
weisen auf den Grundder zerschlagenen Scheiben hin:
„Dies war ein homophober Überfall“.

„Das hier so gut und vorbildhaft von allen Seiten reagiert wurde ist gerade auch den jahrelangen Bemühungen Vorort tätiger schwuler Aktivisten zu verdanken. Die Beamten haben sich sehr umsichtig verhalten. Alle Betroffenen haben Anzeige erstattet. Gäste folgten den Anweisungen des Personals, zeigten Bürgersinn und Zivilcourage. Das sollte man sich zum Beispiel nehmen und auch andernorts umsetzen“, so Ralph Zachrau, Mitglied des Brandenburger Vereins Katte e.V. „Mitarbeiter des Schwulen Überfalltelefons Brandenburg ‚Agnes’ kümmern sich derzeit um den Verletzten sowie um weitere Gäste, die vom dem Angriff betroffen waren. Gerade viele der jungen Schwulen und Lesben, die Gäste des Lokals waren, haben einen solchen Überfall noch nie zuvor erlebt. Die demonstrierte Zivilcourage ist für sie eine besonders wichtig Erfahrung gewesen“, so Bastian Finke, MANEO-Projekleiter.

Weitere Informationen: www.gaybrandenburg.de , www.tunsi.eu , www.andersartig.info







Berlin, den 07.12.2008

MANEO-WERKSTATT 3

Homophobie und schwulenfeindliche Gewalt im öffentlichen Raum:
Wie kommt Licht ins Dunkelfeld – Können Schwule vor Übergriffen besser geschützt werden?

MANEO logo der toleranzkampagne

kompletter BERICHT MANEO-WERKSTATT 3
werkstatt3report-de.pdf


Report on the MANEO-Werkstatt 3
werkstatt3report-en.pdf



Auszug aus dem Bericht:
MANEO Werkstatt 2008 Fachtagung
Am 16. und 17. Mai 2008 begrüßte das Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO erneut über einhundertfünfzig Tagungs- gäste zu seiner dritten europäischen Konferenz. Offiziell entsandte Vertreter von Polizeien, Regierungsbehörden und Organisationen aus Frankreich, Polen, Spanien, den Niederlanden, Belgien, Irland und Israel sowie zahlreichen deutschen Bundesländern nutzten die MANEO-Werktstatt 3 abermals als konstruktive Forum zum Erfahrungsaustausch und zur Stärkung des Netzwerkes.

© Foto MANEO: Podiumsdiskussion (v.l.n.r.):
Vincent Creelan, Adir Steiner, Martin Reichert, Bart Palik,
Bastian Finke, Manuel Rodenas, Luc Ferrand.


MANEO Werkstatt 2008

Bastian Finke, Soziologe, MANEO-Projektleiter und Leiter der MANEO-Werkstatt 3 skizzierte in seinem Einleitungsreferat noch einmal die Ziele und Anliegen der Konferenz. Er bedankte sich bei den vielen Helfern und politischen Unterstützern, auch Vertreter der Botschaften der Republik Irland und der Königlich Niederländischen Botschaft, die den interdisziplinären Dialog ausdrücklich begrüßten.

Dank der großzügigen Unterstützung durch die niederländische Botschaft war es Vertretern aus den Niederlanden möglich, an der Konferenz teilzunehmen. Vertreter aus vielen weiteren europäischen Ländern bedauerten aufgrund terminlicher, vor allem aber aus finanziellen Gründen, nicht an der Konferenz teilnehmen zu können. Um so dringlicher das Ziel, diese Konferenzen finanziell abzusichern.

© Foto MANEO:
Berlins Innensenator Dr. Ehrhart Körting
auf der MANEO-Werkstatt 3.

„Die Globalisierung und der europäische Einigungsprozess zwingen uns, die Herausforderungen grenzüberschreitend anzugehen“, erklärte MANEO-Projektleiter Bastian Finke.

Anschließend referierten Dr. Bodo Lippl, Soziologe, Lehrbeauftragter am Institut für Sozialwissenschafter der Humboldt-Universität zu Berlin, und Lola Martín Romero, Soziologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei COGAM, Madrid, Ergebnisse jüngster Untersuchungen zu homophober Gewalt in Deutschland und Spanien.


Workshops
Anschließend zogen sich die Teilnehmer in insgesamt sieben Workshops zurück und diskutierten inhaltliche Fragen zur Themensetzung der Konferenz:

1. Welche Aufgaben stellen sich einem Ansprechpartner der Polizei für gleichgeschlechtliche Lebensweisen? Ein internationaler Vergleich.
Impulse:
POM Maik Exner-Lamnek (Polizei Schwerin, VelsPol),
Steve Bouali (Polizei Paris, FLAG),
Vincent Creelan (Polizist Belfast a.D., Vorstand im Rainbow-Project Belfast).


2. Welche Aufgaben und Anforderungen stellen sich der Polizeiaus- und Fortbildung im Zusammenhang mit vorurteilsmotivierter homophober Gewalt?
Impuls:
KHK Tom Ulmer (Polizei Stuttgart, VelsPol),
Victor Argelaguet (Polizei Sitges/ Barcelona),
Alina Stepinska (Polizei Warschau, Abt. Ausbildung).


3. Soll die Polizei homophobe, schwulenfeindliche Gewalt erfassen? Kriterien für die Erfassung schwulenfeindlicher Gewalt. Probleme bei der Datenspeicherung von Kommunikationsdaten?
Impuls:
Thomas Bernhard Petri (Mitarbeiter beim Berliner Beauftragten für Datenschutz),
KHK Uwe Löher (Polizei Berlin, Ansprechpartner für Lesben und Schwule),
PHK Horst Reulecke (Polizei Köln, Abt. Fortbildung),
Luc Ferrand (HALDE, Frankreich).


4. Wer sorgt sich um die Opfer schwulenfeindlicher Gewalt – auch in ländlichen Regionen verfahren? Brauchen wir mehr Polizeischutz?
Impuls:
Carsten Bock (Katte e.V., Brandenburg),
KHK Horst Heinemann (Polizei Frankfurt a.M., Ansprechparter für Lesben und Schwule),
Raúl Garcia (COGAM, Madrid).


5. Ziele und Perspektiven für gemeinsame europaweite Umfragen zu schwulen-feindlicher Gewalt. Wie können diese aussehen?
Impuls:
Dr. Bodo Lippl (HU-Berlin),
Lola Martin Romero (Soziologin, Madrid).


6. Gewalt in der Familie: Schüler und Jugendliche als Opfer homophober Gewalt. Wie intervenieren?
Impuls:
Adir Steiner (Stadtverwaltung Tel Aviv),
Beate Köhler (Polizei Berlin, Opferschutz),
Manuel Rodenas (COGAM, Madrid).


7. Zweierlei Maß? Findet in Gerichtsurteilen die Verwerflichkeit homophober Gewalt als vorurteilsmotivierte Gewalt angemessene Berücksichtigung?
Impuls:
Thilo Seelbach (Rechtsanwalt, Berlin),
Dirk Siegfried (Rechtsanwalt, Berlin).


Ergebnis der mehrstündigen Intensiv-Workshops ist ein umfangreicher Impulskatalog . (siehe Bericht)






berlin, den 1.12.2008

MANEO-Soirée – die Talkrunde

„Homophobie in der Familie – Wie intervenieren?“

Wenn Vorurteile, Abwertungen und Hass gegenüber Homosexuellen zum familiären Alltag gehören, kann dies das Kind nicht nur nachhaltig prägen, sondern vielmehr schädigen.

MANEO soiree
Betroffen sind nicht nur schwule oder lesbische Jugendliche, denen bei ihrem Coming-out der Rückhalt der Eltern verwehrt bleibt, sondern auch Jugendliche, die die erlernten Einstellungen mit auf die Straße tragen und dann als Täter vorurteilsmotivierter Gewalt auffallen – in der Schule, bei der Polizei.


Muss nicht das Kindeswohl im Vordergrund stehen bzw. die Frage nach Interventionen auch in die Familie hinein, um zu verhindern, dass Kinder und Jugendliche mit Hassgewalt gegen Homosexuelle auffallen? Welche Interventionen, welche Beratungen stehen zur Verfügung, um die Familie zu erreichen? Diskutiert werden soll, in wie weit eine Kooperation der Ämter untereinander nötig ist.

Es diskutieren:
Dr. Sibyll Klotz, Bezirksstadträtin für Gesundheit und Soziales des Bezirksamtes Tempelhof-Schöneberg,
Angelika Schöttler, Bezirksstadträtin für Familie, Jugend, Sport und Quartiersmanagement,
Kazim Erdogan , Psychologe, u.a.

Moderation:
Jan Feddersen, Journalist und Redakteur taz - die tageszeitung.

DATUM: Montag, den 8. Dezember 2008
BEGINN: um 20:00 Uhr
VERANSTALTUNGSORT: Mann-O-Meter, Bülowstr. 106
ANFAHRT: U-Bhf. Nollendorfplatz, Bus M19, 106, 187






Berlin, 23.11.2008

Anti-Homophobie-Kongress der Grünen-Bundestagsfraktion:

MANEO lieferte Expertise zu Strategien gegen homophobe Hassgewalt

Vom 21. bis 22.11.2008 lud die Bundestagsfraktion von Bündnis90/Die Grünen unter dem Titel „Dem Hass keine Chance – Homophobie entschieden entgegentreten“ rund 200 Fachteilnehmer aus ganz Deutschland zum Anti-Homophobie- Kongress in den Deutschen Bundestag ein.

Flagge für Reinickendorf
Zu den zur Anhörung und Diskussion geladenen namhaften Experten gehörte auch MANEO-Projekleiter Bastian Finke, der neben Wolfgang Wieland MdB (Sprecher für innere Sicherheit der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen) und Alke Glet (Max-Planck-Institut Freiburg) im Workshop „Strategien gegen Hassgewalt“ zum Thema referierte.



PHOTO: Referenten Wolfgang Wieland MdB (r.), Sprecher für innere Sicherheit der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen und Bastian Finke (M.), Projektleiter MANEO, sowie Volker Beck MdB (l.), Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen beim Workshop „Strategien gegen Hassgewalt“ im Paul-Löbe-Haus.

Gestützt auf das Erfahrungswissen aus 18 Jahren Opferhilfe- und Anti-Gewalt-Arbeit plädierte MANEO für eine Steigerung des Stellenwertes notwendiger, vor allem auch spezieller Opferhilfearbeit mit Betroffenen vorurteilsmotivierter Hassgewalt gegen die sexuelle Orientierung und verlieh seiner Forderung nach deutlich verbesserten finanziellen Rahmenbedingungen Nachdruck: „Wir fordern, endlich angemessen zu fördern!“

Der Hinweis auf die bisherige Senatsförderung von MANEO durch die Berliner Verwaltung in Höhe von jährlich 60.000 Euro rief bei den Kongressteilnehmern nur Kopfschütteln hervor, ist der genannte Betrag doch kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein angesichts der tatsächlich Herausforderungen.

Die gerade in den letzten drei Jahren von MANEO umgesetzten zusätzlichen Maßnahmen sind vielmehr ein Erfolg der Anfang nächsten Jahres auslaufenden MANEO-ToleranzKampagne, die durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin ermöglicht wurde, und nicht auf die Förderpolitik der Berliner Senatsverwaltung zurückzuführen.

Dabei wäre es „höchste Zeit“, so Finke, den vor uns liegenden Herausforderungen ins Auge zu sehen, sorgten doch in den vergangenen Monaten schwere homophobe Übergriffe vermehrt für Schlagzeilen. Effiziente Strategien gegen homophobe Hassgewalt bedürften nicht nur der Anstrengung einzelner weniger Akteure, sondern der breiten Zusammenarbeit aller Verantwortungsträger.

Diskutiert wurde im Workshop auch die jüngst von Brandenburg und Sachsen-Anhalt angeregte Reform des § 46 StGB, wonach Hassgewalt künftig härter bestraft werden solle. Strafverschärfung jedoch, so Finke, sei nicht der Königsweg; Ziel hingegen müsse sein, Hassgewalt auch gegen die sexuelle Orientierung nicht länger als Antragsdelikt zu behandeln, sondern vielmehr als Offizialdelikt, d.h. die Polizei müsse die Strafverfolgung auch ohne vorangehende Strafantragstellung des Opfers übernehmen.

In diesem Zusammenhang forderte Finke, hinsichtlich Definition von und Umgang mit Hassgewalt sich nicht erneut in der Debatte um einen deutschen Sonderweg zu erschöpfen, sondern die Umsetzung des vorbildlichen Hate-Crime-Konzeptes in den USA und Großbritannien zu betrachten und um von den dort bereits bestehenden Hate-Crime-Laws zu lernen.

Flagge für Reinickendorf Zu diesem Thema – wie auch zu anderen, die im Rahmen des Anti- Homophobie-Kongresses behandelt wurden – hatte MANEO bereits im Frühjahr 2008 eine wegweisende Publikation erarbeitet, um den begonnenen Diskurs zu Homophobie und Hate-Crimes weiter zu befördern. In Kürze wird die zweite Ausgabe der MANEO-Fachzeitschrift impuls vorliegen, die sich u.a. erneut dem Konzept der Hate-Crimes unter akzentuierter Fragestellung (Stellenwert der Tätermotivation im Strafverfahren; Kriterien zur Erfassung homophober Hassgewalt) widmet.

Exemplare der ersten wie auch Vorbestellungen der zweiten Ausgabe können per E-Mail angefragt werden: redaktion[at]maneo[Punkt]de







Berlin, 05.11.2008

Mahnwache nach schwerem antischwulen Übergriff am U-Bhf. Hallesches Tor

500 solidarisierten sich mit Opfern homophober Gewalt

Über 500 Teilnehmer, so die Schätzung der Polizei, folgten dem Aufruf von MANEO und protestierten vor dem U-Bahnhof Hallesches Tor in Berlin-Kreuzberg gegen vorurteilsmotivierte Hassgewalt gegen Schwule und Lesben.
Zahlreiche Projekte und Politiker, unter ihnen Björn Böhning (SPD), Mitglied des SPD-Vorstandes, und Dr. Franz Schulz (Grüne), Bezirksbürgermeister von Friedrichshain-Kreuzberg, unterstützten den Aufruf. Auch das Onlineportal Gayromeo mobilisierte für die Mahnwache.

Mahnwache, Hallesches Tor
Hintergrund waren die jüngsten Übergriffe auf Schwule und Lesben in Berlin, darunter der schwere schwulenfeindliche Übergriff auf einen 33-Jährigen, der in einem Zug der U-Bahnlinie 6 am Bahnhof Hallesches Tor von zwei jungen Männern in aller Öffentlichkeit attackiert worden war und einen doppelten Kieferbruch erlitt (MANEO berichtete).

„Dieser Vorfall ist nur die Spitze einer Vielzahl von Übergriffen, die jedes Jahr in Berlin stattfinden“, so MANEO- Projektleiter Bastian Finke in seiner Ansprache.


(v.l.n.r.) Björn Böhning, Mitglied des SPD-Vorstandes, Bastian Finke, MANEO-Projektleiter.
Foto: © B. Mannhöfer.

„Ein junger Mann wird während des CSD auf dem U-Bahnhof Nollendorfplatz angespuckt und als ‚schwule Sau’ beleidigt; Drag-Kings werden in Kreuzberg angegriffen; das Homo-Mahnmal wird geschändet; ein schwuler Mann wird im Tiergarten halbtot geschlagen; ein heterosexueller Familienvater wird im Friedrichshain für schwul gehalten und deshalb krankenhausreif geprügelt; zwei Lesben werden in Hellersdorf attackiert – und jetzt erneut ein schwuler Mann, der Zielscheibe von homophober Hassgewalt wurde, weil er einen Freund mit einem Kuss verabschiedete, weil er seine Homosexualität in der Öffentlichkeit nicht verstecken zu müssen glaubte.“

Unter dem Motto „Berlin gehört allen – aber nicht den Gewalttätern!
Protect Every Kiss – denn Toleranz ist Zukunft für Berlin!“
gemahnte MANEO auch an die Adresse der Berliner Senatsverwaltung, endlich Weichen zu stellen, damit mehr Opfern geholfen werden kann – und dass Vorurteilskriminalität gegen die sexuelle Orientierung nachhaltig bekämpft wird.

Finke: „Es kann nicht sein, dass uns ständig von der Verwaltung erklärt wird, es sei dafür kein Geld da! Den Preis für die Versäumnisse der Politik bezahlen die Betroffenen. Homosexuelle Opfer vorurteilsmotivierter Gewalt dürfen nicht länger als ‚Fortschrittsopfer’ einer falschen Politik in Kauf genommen werden.“

Gewalttaten dieser Art erschüttern und verunsichern die schwulen Szenen in Berlin – das ist auch das Ziel der Täter, wenn sie willkürlich ein Opfer stellvertretend für alle Homosexuellen angreifen. Angriffe auf Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung sind auch Angriffe auf die Menschenwürde als Gemeinschaftswert. „Gerade vorurteilsmotivierte Gewalt, d.h. die Bedrohung ganzer Teile unserer Gesellschaft, verlangt, dass wir das Problem unmissverständlich beim Namen nennen.

Mahnwache, Hallesches Tor
Gerade staatliche Institutionen stehen hierbei in der Pflicht, diese Gewalt mit Nachdruck zu verurteilen und nicht – etwa aus falscher Rücksichtnahme gegenüber Lobbygruppen, die Hassgewalt gegen die sexuelle Orientierung nur unter Bedingungen verhandeln wollen, oder Interessengruppen, bspw. Religionsgemeinschaften, die Homosexualität weiterhin als ‚Sünde’ erklären – die Augen zu verschließen,“ so Finke.

Gemäß der Berliner Landesverfassung ist eine Schlechterbehandlung von Menschen u.a. wegen ihrer sexuellen Identität verboten; Unversehrtheit von Leib und Leben werden von der Verfassung garantiert. Aufgabe des Senats sei es, die Landesverfassung durchzusetzen, so Finke.

Am U-Bahnhof Hallesches Tor in Berlin Kreuzberg sammelten sich über 500 Demonstranten zu einer Mahnwache.
Foto © B. Mannhöfer



„Der Dreiklang darf keinesfalls lauten: sei schwul, sei opfer, sei berlin.“

Nicht weniger als das friedliche Zusammenleben sei bedroht, so Finke.
Deshalb sendete die Mahnwache ein Signal:
„Wir mischen uns ein.
Wir schauen nicht weg.
Wir stehen ein für ein tolerantes Miteinander in dieser Stadt.
Jeder, der diese Regeln akzeptiert, ist willkommen.“
„Ein gemeinsames Engagement gegen homophobe Hassgewalt ist dringend erforderlich.
Berlin soll Schaustelle der Toleranz und nicht Schaustelle der Gewalt sein."



Es muss klar sein, dass keine Religion oder Weltanschauung ein Deckmantel für Diskriminierung wegen sexueller Orientierung sein darf,“ so Björn Böhning (SPD), Mitglied des SPD-Vorstandes, der die MANEO-Mahnwache unterstütze.

Bezirksbürgermeister Dr. Franz Schulz (Grüne) kündigte an, dass sich der Bezirk stärker gegen vorurteilsmotivierte homophobe Hassgewalt im Friedrichshain-Kreuzberg engagieren wolle. „Jede Form von vorurteilsmotivierter Hassgewalt, eben auch homophobe Hassgewalt, ist zu verurteilen. Auch der Bezirk Friedrichshain- Kreuzber wird dazu beitragen, klare Zeichen zu setzen und sich auf diesem Gebiet stärker engagieren.“

Ebenso der SPD-Kreisverband Friedrichshain-Kreuzberg hatte in einer Pressemitteilung gefordert: „Kreuzberg und Friedrichshain sind leider nicht die Insel der Seeligen, für die manche unseren Bezirk in Sachen Toleranz halten. Wir müssen Solidarität mit den Gewaltopfern zeigen, aber auch ein klares Zeichen an die Täter senden, dass Gewalt in unserer Mitte keinen Platz hat,“ so der SPD-Kreisvorsitzende Dr. Jan Stöß.

Berlins Innensenator Dr. Ehrhart Körting (SPD) hatte gegenüber MANEO bereits seine Empörung über diese Taten zum Ausdruck gebracht: „Taten wie diese empören mich zutiefst. In unserer Gesellschaft sollte Toleranz und Akzeptanz gegenüber allen Mitmenschen eine Selbstverständlichkeit sein. Die Polizei wird gegen solche Taten auch weiterhin konsequent vorgehen und alles in ihrer Macht stehende zur Prävention beitragen.“

Dass über 500 Menschen, viele davon spontan, dem Aufruf gefolgt sind und sich mit den Opfern homophober Hassgewalt solidarisierten, zeugte auch von einer wachsenden Unzufriedenheit der schwullesbischen Szenen mit den Berliner Verhältnissen.






03.11.2008

Mahnwache nach homophobem Übergriff am U-Bhf. Hallesches Tor

„Berlin gehört allen – aber nicht den Gewalttätern“

Für den morgigen Dienstag, den 04.11.2008, 18 Uhr, ruft das Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO zu einer Mahnwache und Protestaktion am U-Bahnhof Hallesches Tor auf. Dort wurde in der Nacht zu Samstag, den 18. Oktober, ein 33-Jähriger in einem Zug der U-Bahnlinie 6 Opfer eines schweren schwulenfeindlichen Übergriffs. Zwei junge Männer attackierten ihn aufgrund seiner Homosexualität. Das Opfer erlitt einen doppelten Kieferbruch und konnte erst nach fünf Tagen aus der stationären Behandlung im Krankenhaus entlassen werden.

MANEO-Projektleiter Bastian Finke: „Wir sind zutiefst empört und erschüttert, dass erneut ein schwuler Mann in Berlin krankenhausreif geschlagen wurde, nur weil den Tätern seine sexuelle Orientierung nicht passte. Eine Stadt wie Berlin, die sich Weltoffenheit und Toleranz auf die Fahne schreibt, darf bei solch vorurteilsmotivierter Hassgewalt nicht länger die Augen verschließen!
Der Dreiklang darf keinesfalls lauten: sei schwul, sei opfer, sei berlin.“


Letzte Woche wurde ein lesbisches Paar in Hellersdorf mit Farbbeuteln attackiert. MANEO unterstützte die Protestaktion am vergangenen Wochenende am U-Bahnhof Kaulsdorf.

>> Unser Aufruf:
Berlin gehört allen – aber nicht den Gewalttätern.

Keine Gruppe darf den öffentlichen Raum alleine für sich beanspruchen: Gewalttäter jeder Couleur, Hautfarbe, Nationalität, Herkunft und Geschlecht haben keinen Platz in unserer Mitte.
Wir zeigen Solidarität mit Gewaltopfern.
Wir mischen uns ein.
Wir schauen nicht weg.
Wir stehen für ein tolerantes Miteinander.
Gesicht Zeigen!
Nein zu Hassgewalt gegen Homosexuelle in Berlin!
Protect every Kiss – denn Toleranz ist Zukunft für Berlin!


Wann und Wo: Dienstag, 04.11.2008, 18 Uhr, am U-Bahnhof Hallesches Tor.

Für Rückfragen: Tel. 216 33 36

MANEO - Schwules Überfalltelefon und Opferhilfe
c/o Mann-O-Meter e.V.
Bülowstraße 106
10783 Berlin
(Beratung:) 030-2163336 - täglich 17-19 Uhr
home: www.maneo.de | www.maneo-toleranzkampagne.de | www.tag-gegen-homophobie.de

Bankverbindung:
Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00
Kto-Nr. 312 60 00 - Stichwort "nicht-senatsgeförderte Opferhilfe"
Wird eine Spendenbescheinigung gewünscht, so bitten wir um Benachrichtigung.

- Mitglied im Arbeitskreis der Opferhilfen in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (ado)
- Gefördert durch die Berliner Senatsverwaltung für Integration Arbeit und Soziales
- Anerkannt durch die Landeskommission Berlin gegen Gewalt






Berlin, den 01.11.2008

ABDRUCK einer Pressemeldung der SPD Friedrichshain-Kreuzberg

ZITAT Anfang: "

Berlin, den 01.11.2008
P r e s s emi t t e i l u n g

SPD fordert schnelles Handeln gegen Hassgewalt

Ein erneuter Fall von schwulenfeindlicher Gewalt mitten in Kreuzberg veranlasst die SPD Friedrichshain-Kreuzberg, ihre Forderung an das Bezirksamt und alle zuständigen Stellen zu bekräftigen, endlich gezielte Maßnahmen gegen Homophobie und Gewalt einzuleiten und die Projekte in diesem Bereich nach Kräften zu unterstützen.

Am 18. Oktober 2008 wurde ein 33-jähriger Mann in einem Zug der U-Bahnlinie 6 nach dem Einsteigen am U-Bahnhof Mehringdamm Opfer eines schweren schwulenfeindlichen Übergriffs. Zwei junge Männer mit Migrationshintergrund attackierten ihn aufgrund seiner Homosexualität, schlugen und traten in aller Öffentlichkeit auf ihn ein. Das Opfer erlitt einen doppelten Kieferbruch und konnte erst nach fünf Tagen aus der stationären Behandlung im Krankenhaus entlassen werden.

Bereits Anfang Juni war es nach dem „Dragfestival“ im SO36 zu gewalttätigen Übergriffen gegen drei lesbische Frauen gekommen (siehe Pressemitteilung vom 11.06.08).

„Kreuzberg und Friedrichshain sind leider nicht die Insel der Seeligen, für die manche unseren Bezirk in Sachen Toleranz halten. Wir müssen Solidarität mit den Gewaltopfern zeigen, aber auch ein klares Zeichen an die Täter senden, dass Gewalt in unserer Mitte keinen Platz hat,“ sagte der Kreisvorsitzende Dr. Jan Stöß.

Deshalb unterstützt die SPD Friedrichshain-Kreuzberg den Aufruf der Initiative Maneo zu einer Protestaktion und Mahnwache am kommenden Dienstag, 04.11.08, 18 Uhr am U-Bahnhof Hallesches Tor und fordert ihre Mitglieder und alle Bürgerinnen und Bürger zur Teilnahme auf.

Auch die wachsende Zahl brutaler Übergriffe gegen Busfahrer der BVG in den letzten Monaten mache deutlich, dass Gewalt und Verrohung in den öffentlichen Verkehrsmitteln und dem öffentlichen Raum insgesamt immer weiter um sich griffen, so Stöß.

Die SPD Friedrichshain-Kreuzberg begrüßt deshalb ausdrücklich das Projekt „Stark ohne Gewalt on tour“, das der SPD-Kreisvorsitzende von Spandau, Raed Saleh, gemeinsam mit der BVG initiiert hat. Dabei soll eine Streife mit einem Polizisten und drei jungen Erwachsenen, die als Kiezstreife Erfahrungen mit Deeskalation haben, regelmäßig in Bussen mitfahren. „Dieses Projekt, das gerade in Spandau anläuft, sollten wir zügig auf ganz Berlin übertragen,“ unterstrich Stöß.

Rückfragen an Jan Stöß über 030/291 25 78.

SPD Friedrichshain-Kreuzberg- Großbeerenstraße 83 – 10963 Berlin

" ZITAT Ende

Download Presemeldung als PDF: SPD fordert schnelles Handeln gegen Hassgewalt






Berlin, den 31.10.08

Erneut schwerer schwulenfeindlicher Übergriff in aller Öffentlichkeit

„Sei schwul, sei opfer, sei berlin? Die Stadt ist gefordert!“

In der Nacht zu Samstag, den 18. Oktober, wurde ein 33-Jähriger in einem Zug der U-Bahnlinie 6 Opfer eines schweren schwulenfeindlichen Übergriffs. Zwei junge Männer mit Migrationshintergrund attackierten ihn aufgrund seiner Homosexualität, schlugen und traten in aller Öffentlichkeit auf ihn ein. Das Opfer, dem Zeugen sofort zu Hilfe eilten, erlitt einen doppelten Kieferbruch und konnte erst nach fünf Tagen aus der stationären Behandlung im Krankenhaus entlassen werden.

MANEO-Projektleiter Bastian Finke erklärt: „Wir sind zutiefst empört und erschüttert, dass erneut ein schwuler Mann in Berlin krankenhausreif geschlagen wurde, nur weil den Tätern seine sexuelle Orientierung nicht passte. Eine Stadt wie Berlin, die sich Weltoffenheit und Toleranz auf die Fahne schreibt, darf bei solch vorurteilsmotivierter Hassgewalt nicht länger die Augen verschließen! Der Dreiklang darf keinesfalls lauten: sei schwul, sei opfer, sei berlin.“

Bereits im Sommer sorgten mehrere schwere Übergriffe auf schwule Männer für Schlagzeilen. In Friedrichshain musste ein Familienvater, der für schwul gehalten und deshalb krankenhausreif geschlagen worden war, ebenfalls mit gebrochenem Kiefer ins Krankenhaus eingeliefert werden; der heterosexuelle Mann leidet seither an den Folgen des Übergriffs.

Im Tiergarten waren am 11. August mehrere schwule Männer überfallen worden. Dabei wurde ein schwuler Mann halbtotgeschlagen, lag mehrere Wochen im Koma und befindet sich noch immer in stationärer Behandlung. Er wird aufgrund seiner schweren Verletzungen voraussichtlich auch in der nächsten Zeit auf Pflege angewiesen sein.


Der 33-jährige schwule Mann befand sich in der Nacht zu Samstag, den 18. Oktober, gegen 00:30 Uhr, mit zwei Freunden auf dem Heimweg. Mit der U-Bahnlinie 7 fuhren sie vom Bahnhof Südstern in Richtung Mehringdamm. An der Station Gneisenaustraße verabschiedete der 33-Jährige den ersten seiner beiden Begleiter mit einem Kuss an der U-Bahntür; am Bahnhof Mehringdamm verabschiedete er den zweiten Freund auf dem Bahnsteig, wo er anschließend in die U-Bahnlinie 6 umsteigen und zum Halleschen Tor weiterfahren wollte. Auf dem Bahnsteig wurde er von zwei jungen Männern geschubst, die zuvor in der U7 gesessen und den Kuss beobachtet hatten. Weil auch diese in die U6 einstiegen, wählte der Betroffene einen anderen Waggon.

Kurz darauf kamen die beiden jungen Männer, die er auf Anfang 20 und mit einem Migrationshintergrund einschätzte, in sein Abteil, da sie dort eine dritte Person wiedererkannten. Dort begann einer der Täter den Betroffenen zu provozieren. Er fragte: „Bist du schwul?“, was der 33-Jährige selbstbewusst mit „Ja“ beantwortete. Daraufhin provozierte der Täter weiter: „Hast du gerade meinen Freund angemacht?“ und „Hast Du ein Problem?“, was sich mehrfach wiederholte. Als der Zug an der Station Hallesches Tor zum Stehen kam, begann der Kleinere der Täter wie wild auf den 33-Jährigen einzuschlagen; die Schläge trafen diesen ungezielt gegen Kopf und Körper.

Die Täter stiegen dann aus. Der Betroffene ging an die Tür und rief laut nach der Polizei. Daraufhin kam der größere der beiden zurück und schlug dem 33-Jährigen drei Mal mit der Faust gezielt ins Gesicht. Die Schläge waren so präzise ausgeführt, dass davon auszugehen ist, dass der Täter trainiert war. Fahrgäste kamen dem Geschädigten, der heftig aus dem Mund blutete, sofort zu Hilfe und verständigten Polizei und Rettungswagen; mehrere Fahrgäste stellten sich als Zeugen zur Verfügung.

Im Krankenhaus diagnostizierten die Ärzte einen doppelten und gesplitterten Kieferbruch; der Geschädigte musste operiert werden. Mehrere Metallplättchen wurden in den Kiefer geschraubt, um diesen zu stabilisieren; das Gebiss ist verdrahtet, so dass der 33-Jährige derzeit nur flüssige Nahrung zu sich nehmen kann.




Bastian Finke: „Ob verbale Belästigungen oder körperliche Angriffe – immer wieder erreichen uns am Überfalltelefon Meldungen vorurteilsmotivierter Gewalt gegen Schwule; betroffene schwule Männer berichten von Erschreckendem. Und: Die Taten ereignen sich, so unglaublich es klingt, mehrheitlich in aller Öffentlichkeit: in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf offener Straße. Homophobe Hassgewalt ist beleibe kein Dunkle-Seitenstraßen-Phänomen!

Seit letztem Jahr haben wir uns wiederholt an die Politik in Berlin gewandt und mit Nachdruck darauf gedrungen, dass mehr gegen Hassgewalt gegen die sexuelle Orientierung, vor allem mehr zum Schutz von Homosexuellen in der Stadt getan werden muss. Unsere seit zweieinhalb Jahren organisierte MANEO-Toleranzkampagne hat zumindest zu mehr Wahrnehmung von homophober Gewalt in unserer Gesellschaft beigetragen. Doch seither hören wir leider immer nur, dass die Verwaltung nichts tun könne, weil sie gerade andere Schwerpunkte verfolgen würde.

Doch Gewalttaten dieser Art erschüttern und verunsichern die schwulen Szenen in Berlin – das ist auch das Ziel dieser Täter, wenn sie ziellos ein Opfer herausgreifen und dieses stellvertretend für alle Homosexuellen angreifen. Solche Angriffe gegen das friedliche Zusammenleben in unserer Gesellschaft müssen bekämpft werden. Angriffe auf Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung sind auch Angriffe auf die Menschenwürde als Gemeinschaftswert.

Wir fordern die Politik auf, endlich Weichen zu stellen, damit auch Vorurteilskriminalität gegen die sexuelle Orientierung nachhaltig bekämpft wird. Es kann nicht sein, dass uns ständig von der Verwaltung erklärt wird, es sei dafür leider kein Geld da! Wie viele Opfer muss es noch geben?!? Den Preis für die Versäumnisse der Politik bezahlen die Betroffenen. Homosexuelle Opfer vorurteilsmotivierter Gewalt dürfen nicht länger als ‚Fortschrittsopfer’ einer falschen Politik in Kauf genommen werden.

Ergebnislose Gesprächsrunden beim Berliner Integrationsbeauftragten wie am letzten Dienstag sind der falsche Weg: Alle Gruppen, auch Migrantenverbände, müssen sich darüber klar sein, dass jegliche gebilligte Schlechterbehandlung von Homosexuellen der Nährboden und die Rechtfertigung für weitere Gewalt ist.

In der Berliner Landesverfassung ist eine Schlechterbehandlung von Homosexuellen verboten, Unversehrtheit von Leib und Leben werden von der Verfassung garantiert. Aufgabe des Senats ist es, die Landesverfassung durchzusetzen. Der Senat darf sich nicht dem Zweifel aussetzen, Religionsfreiheit höher zu bewerten, als das Recht der Homosexuellen auf Unversehrtheit.

Dazu gehört es, das Problem beim Namen zu nennen und nicht aus falsch verstandener Rücksicht auf scheinbar folkloristische Religionselemente die ganz klare Diskriminierung und Gewalt aufgrund sexueller Orientierung unter den Tisch fallen zu lassen – wie z.B. geschehen bei der Berliner Erklärung am letzten Dienstag.

>> Unser Aufruf:
Berlin gehört allen – aber nicht den Gewalttätern.

Keine Gruppe darf den öffentlichen Raum alleine für sich beanspruchen: Gewalttäter jeder Couleur, Hautfarbe, Nationalität, Herkunft und Geschlecht haben keinen Platz in unserer Mitte.
Berlin geht weiter.
Wir zeigen Solidarität mit Gewaltopfern.
Wir mischen uns ein.
Wir schauen nicht weg.
Wir stehen für ein tolerantes Miteinander.“


MANEO ruft zu einer Protestaktion und Mahnwache gegen homophobe Hassgewalt in Berlin auf:
„Gesicht Zeigen! Nein zu Hassgewalt gegen Homosexuelle in Berlin! Protect every Kiss – denn Liebe ist Zukunft für Berlin!“

Wann und Wo: Dienstag, 04.11.08, 18 Uhr, am U-Bahnhof Hallesches Tor.

Für Rückfragen: Tel. 216 33 36






Berlin, den 09.10.2008

MANEO-Wanderausstellung „Zeugnisse schwulenfeindlicher Gewalt“ Vernissage im Berliner Polizeipräsidium

Heute Vormittag eröffnete der Berliner Polizeipräsident Dieter Glietsch die MANEO Wanderausstellung „Zeugnisse schwulenfeindlicher Gewalt“ im Foyer des Polizeipräsidiums.

Mit der bundesweit einzigartigen Ausstellung zeigt das schwule Anti-Gewalt-Projekt MANEO eine nüchterne Dokumentation realer Auswirkungen schwulenfeindlicher Gewalt, ohne dabei die geschädigten Personen vorzuführen. Die Bilder von teils schwerwiegenden Körperverletzungen dokumentieren – begleitet von den jeweiligen Sachverhalt erklärenden Texten –, dass antischwule Gewalt, die von der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird, keine Bagatelle ist.

Polizei Präsident von Berlin bei der Ausstellungseröffnung MANEO stellt die derzeit zwölf Motive umfassende Ausstellung seit 2007 Projekten und Einrichtungen zur Verfügung, um Diskussionen über Homophobie und Hassgewalt anzuregen.


Eine solche Diskussion begrüßte Glietsch in seiner Eröffnungsrede nachdrücklich; nicht zuletzt, weil jüngste Ereignisse Homophobie auch innerhalb der Berliner Polizei offen legten – der „Flaggenstreit“ nach der Hissung der Regenbogenflagge vor dem Polizeipräsidium anlässlich des Berliner CSD im Sommer dieses Jahres ist noch immer in Erinnerung. Wie die Regenbogenflagge als Symbol soll nun auch die Ausstellung verstanden werden als Mahnung für mehr Toleranz, sowohl nach innen wie nach außen.


PHOTO: Der Polizeipräsident von Berlin, Dieter Glietsch, eröffnet die MANEO-Wanderausstellung im Foyer seines Amtssitzes.

Vor den rund 100 Anwesenden betonte MANEO-Projektleiter Bastian Finke, dass homosexuellenfeindliche Gewalt Hassgewalt sei: “Hassgewalt ist eine Form von Gewalt, die nicht nur das einzelne Individuum, sondern diesen Menschen stellvertretend für eine ganze Gruppe treffen soll.” Stellvertretend stehen daher auch die gezeigten Motive für die zahllosen Schicksale derer, die Opfer von homophober Hassgewalt geworden sind.

Bastian Finke: „Im Laufe der letzten Jahre haben uns immer wieder Betroffene darin bestärkt, über ihre Schicksale zu berichten – nicht sensationsheischend und reißerisch, sondern vor dem Hintergrund, dass eben diese verwerfliche Gewalt sichtbar gemacht wird und dadurch weitere Betroffene den Mut finden, über ihr Erlebtes zu sprechen.“

Weiter erinnerte Bastian Finke an die hohe Dunkelziffer nicht-angezeigter Straftaten gegen Homosexuelle, da aus Angst vor Ausgrenzung und Diskriminierung viele Betroffene ihre Homosexualität oder erlittene Gewalterfahrungen verschweigen. Umso wichtiger sei es, deutlich zu machen, dass von homophober Hassgewalt Betroffene in ihren Anliegen ernst genommen werden.

„Menschen, denen erklärt wird, dass es eine solche Gewalt nicht gibt, dass ihre realen Erfahrungen nicht existieren sollen, verlieren das Vertrauen“, so Bastian Finke.

Bastian Finke und Polizei Präsident von Berlin bei der Ausstellungseröffnung Um Vertrauen wirbt auch der Ansprechpartner der Berliner Polizei für gleichgeschlechtliche Lebensweisen, KHK Uwe Löher, der die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Projekten wie MANEO unterstrich.

MANEO-Projektleiter Bastian Finke bedankte sich für die Unterstützung des Polizeipräsidenten und seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, „die wissen, dass es um die Selbstverständlichkeit von Lesben und Schwulen in unserer Gesellschaft leider noch immer nicht so bestellt ist, wie es sein sollte. Wir haben noch einen langen Weg vor uns. Lassen Sie uns weiter daran arbeiten.“


PHOTO: Dieter Glietsch (r.) und MANEO-Projektleiter Bastian Finke vor den Bildtafeln der Wanderausstellung.






Berlin, den 08.10.2008

Tolerantia-Preis 2008

Preisübergabe in Düsseldorfer LTU-Arena vor 20.000 Zuschauern

Die Übergabe des diesjährigen Tolerantia- Preises an DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, DFB-Nationalspieler Philipp Lahm und EGLSF-Repräsentantin Tanja Walter fand gestern zu Beginn des öffentlichen Trainings der Nationalmannschaft in der Düsseldorfer LTU-Arena statt.

Über 20.000 Zuschauer im Stadion wohnten der vom DFB kurzfristig ermöglichten Zeremonie bei, in der MANEO-Projektleiter Bastian Finke die drei Preisträger für ihr beispielhaftes Engagement gegen Homophobie im Fußballsport ehrte.

maneo-preisverleihung.LTU-Aren Übergabe des Tolerantia-Preises 2008 am 7. September in der Düsseldorfer LTU-Arena; (v.l.n.r.) Dr. Theo Zwanziger, Tanja Walther, Philipp Lahm, MANEO-Projektleiter Bastian Finke.


Der deutsch-französisch-polnische Preis wird seit 2006 jährlich von der Initiativgruppe Schwules Weimarer Dreieck an herausragende Persönlichkeiten aus Deutschland, Frankreich und Polen vergeben, die sich gegen Homophobie und für Toleranz eingesetzt haben.

MANEO-Projektleiter Bastian Finke freute sich, dass den zur offiziellen Preisgala in Warschau am 20. September aus terminlichen Gründen verhinderten Preisträgern nun der Preis persönlich und in einem angemessenen Rahmen nachträglich übergeben werden konnte: „Wir brauchen Menschen, die mutig Wege bereiten und damit zu Vorbildern werden. Sie alle hier leisten Großartiges. Dafür möchte ich Ihnen im Namen aller unserer Partnerorganisationen, insbesondere auch meiner Organisation MANEO, danken. Ich freue mich, dass ich hierzu auch die herzlichsten Grüße unseres Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, überbringen kann.

Homophobie und Intoleranz fänden sich in allen Bereichen der Gesellschaft, so auch im Sport. Das Engagement der Preisträger für Toleranz und Akzeptanz im Fußball sei daher ein wichtiges Signal – in den Sport, aber auch in die gesamte Gesellschaft hinein.

Preisträger Philipp Lahm erklärte in seinem Grußwort für die Warschauer Gala: „In der Begründung für den Preis heißt es: Ich wurde ausgezeichnet ‚aufgrund des besonderen und herausragenden Einsatzes gegen Intoleranz und Homophobie im Breitensport und insbesondere im Fußball.’ Eigentlich habe ich nur das gemacht, was ich sonst auch versuche zu tun. Ich habe in Interviews meinen Standpunkt vertreten und als ich zum Thema Homophobie im Fußball befragt wurde, habe ich auch hier meine Meinung geäußert. Für mich geht es in erste Linie um den Menschen und seine Rechte. Schon in unserem Grundgesetz stehen die Rechte des Menschen und seine Würde an erster Stelle. Dies ist für mich eine Selbstverständlichkeit, denn Würde ist unabhängig von Rasse, Religion, Geschlecht oder auch sexueller Orientierung. Ich lebe gerne in einer liberalen offenen Gesellschaft, in der ein tolerantes Miteinander ohne diskriminierende Vorurteile möglich ist. Denn mein Verständnis vom Zusammenleben ist, dass wir so mit anderen umgehen, wie man möchte, dass mit einem Selbst umgegangen wird.“

Bereits im Vorfeld der Fußball-WM 2006 hatte MANEO mit einer viel beachteten Plakataktion für mehr Toleranz im Fußballsport geworben; auch die aktuelle Ausgabe der MANEO-Fachzeitschrift impuls widmet dem Thema einen Schwerpunkt. Die „Aktionsabende gegen Homophobie im Fußballsport“, u.a. initiiert von EGLSF-Repräsentantin Tanja Walther und unterstützt von Dr. Theo Zwanziger, begrüßte MANEO ebenfalls ausdrücklich als „richtiges und wichtiges Signal“.

Vor diesem Hintergrund zeigte sich Finke erfreut, dass die kurzfristig anberaumte Tolerantia-Preisübergabe auch von Vertretern schwullesbischer Fußballfanclubs aus Stuttgart, Köln und Berlin begleitet wurde, u.a. von Andreas Stiene von „Andersrum Rut-Wiess“, den Berliner Hertha-Junxx, sowie Christian Deker, Vorstandsmitglied der Stuttgart-Junxx, die eigens zur Preisvergabe angereist waren. „An dem ins Rollen gebrachten Ball bleiben wir dran“, so Finke.

Newsmeldung zum Interview von Philipp Lahm FRONT-Interview

Siehe auch die offizielle Seite des DFB: www.dfb.de

European Gay & Lesbian Sport Federation (EGLSF)- Homepage: www.eglsf.info

Zur MANEO Plakat-Aktion www.maneo-toleranzkampagne.de




Berlin, den 07.10.2008

Tolerantia-Preis 2008

Nachträgliche Preisübergabe an Dr. Theo Zwanziger und Philipp Lahm

Am heutigen Dienstag, den 7. Oktober 2008, übergibt das schwule Anti-Gewalt-Projekt MANEO in der Düsseldorfer LTU-Arena nachträglich den diesjährigen Tolerantia-Preis an DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und DFB-Nationalspieler Philipp Lahm.

Logo Initiativgruppe Schwules Weimarer Dreieck Die Auszeichnung teilen sie sich mit Tanja Walther, Sportwissenschaftlerin und Organisatorin der „Aktionsabende gegen Homophobie im Fußball“, die ihren Preis bereits im Rahmen der Preisgala am 20. September in Warschau entgegengenommen hatte. Der Preis wird seit 2006 von der Initiativgruppe Schwules Weimarer Dreieck an herausragende Persönlichkeiten und Projekte aus Deutschland, Frankreich und Polen vergeben, die sich um Toleranz verdient gemacht haben. Neben MANEO (Deutschland) zeichnen die Anti-Gewalt-Projekte SOS-Homophobie (Frankreich) sowie Lambda und KPH (Polen) verantwortlich. Die jährliche Preisverleihung findet abwechselnd in einer der drei Hauptstädte statt.

In der Begründung der Jury zu den Preisträgern Dr. Theo Zwanziger und Philipp Lahm hieß es: „Philipp Lahm ist der erste Nationalspieler, der sich öffentlich und unmissverständlich für Toleranz gegenüber homosexuellen Fußballspielern äußerte. Er zeigte sich angesichts homophober Strukturen im Fußball standhaft und zeigte Solidarität mit homosexuellen Fußballern. Er übernimmt damit eine Vorbildfunktion im Fußball.

Dr. Theo Zwanziger erklärte öffentlich, dass der DFB alle Spielerinnen und Spieler bei einem Outing unterstützen würde. Er bezeichnete es als Aufgabe des DFB, ‚auf breiter Basis Rahmenbedingungen zu schaffen, damit homosexuellen Menschen der Zugang zum und die Bewegung im Sport ohne das Gefühl der Diskriminierung möglich ist’. Er setzt sich dafür ein, die Aufklärung über Lesben und Schwule bei Trainern, Schiedsrichtern und in den Vereinen tatkräftig zu unterstützen. Er sprach sich wiederholt und deutlich gegen Diskriminierung von Homosexuellen im Sport und Fußball aus und dass ein solches Verhalten geahndet werden sollte, auch beim Fußball mit Punktabzug.“

Neben den deutschen Preisträgern wurden mit dem Tolerantia-Preis 2008 ausgezeichnet: Bruno Solo, Journalist und Moderator (Frankreich) und Marzanna Pogorzelska, Lehrerin (Polen).


Preisverleihung in Polen 2008

Im Beisein des bekannten polnischen TV-Moderator Toamaz Raczek wurde am 20. September der deutsch-französisch-ponische Tolerantia-Preis 2008 in Warschau übergeben.
V.l.n.r. Tomasz Raczek, Bastian Finke, Krzysiek Kliszczynski (Lambda-Warschau), Marzanna Pogorrzelska, Tanja Walther, Rober Biedron (KPH, Polen)

Stimmen
Tanja Walther:„Ich fühle mich geehrt und freue mich sehr über den Tolerantia-Preis 2008. Es ist schön, dass meine Arbeit für weniger Diskriminierung von Lesben und Schwulen im Sport, vor allem im Fußball, mit diesem Preis eine Würdigung erfährt. Wie so oft, steht dieser Preis jedoch nicht nur mir zu, da ich alleine diese Arbeit nicht hätte leisten können. Ohne die Hilfe von z.B. den Frauen bei Seitenwechsel, den Queer Fußball Fanclubs und vielen Einzelnen wäre es nicht möglich, immer wieder darauf hinzuweisen, wie viel mehr Farbe und Vielfalt Lesben und Schwule in den Fußball bringen.“

Marzanna Pogorzelska: „Ich möchte an dieser Stelle all den Menschen Danke, die mich mit dem so bedeutungsvollen „Toleratia Preis 2008“ ausgezeichnet haben. Ich möchte aufrichtig meinen Schülern danken – ohne die ich heute mit dem Preis hier nicht stehen würde. Denn es lag nicht zu letzt an ihnen, mit ihre Einzigartigkeit und wunderbare Verschiedenheit zu verdeutlichen. Dank ihnen verstand ich wie deutlich sie auch ihr Andersein oft auch schmerzhaft fühlen müssen. Und das alles passiert bereits in der Schule – an einem Ort, der gewöhnlich damit verbunden wir, Unterschiede abzulehnen und alle nach einer Norm formen zu wollen. Ich bin aufrichtig davon überzeugt, dass Schule so nicht sein darf – es sollte der Ort von Gesprächen, Begegnungen und der Achtung von Unterschieden. Ich glaube nicht daran, dass die Schule ein Ort von Intoleranz sein darf wie ‘another brick in the wall’ – ein solchen Model verdient es, eingerissen zu werden, um zu sehen, was tatsächlich dahinter lieg: ein wunderbarer Regenbogen."

Die Preisträger 2006 - 2008
2006 (Berlin)
Volker Beck, grüner Bundestagsabgeordneter (Deutschland) und
Günter Dworek, schwulen- und lesbenpolitischer Bürgerrechtler (Deutschland);
Dr. Louis-Georges Tin, Begründer des Internationalen Tag gegen Homophobie (Frankreich);
Kazimierz Kutz, Senator im polnischen Senat (Polen).

2007 (Paris)
„Place de Mythos / Delusion Square“, Pariser Theater-Gruppe (Frankreich);
Die Gruppe „Menschenrechte und sexuelle Identität (MERSI)“ bei amnesty international (Deutschland);
Piotr Pacewicz, Journalist und Bürgerrechtler (Polen).

2008 (Warschau)
Tanja Walther, Sportwissenschaftlerin (Deutschland) und
Philipp Lahm, Fußballnationalspieler (Deutschland) und
Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußballbundes (Deutschland);
Bruno Solo, Journalist und Moderator (Frankreich);
Marzanna Pogorzelska, Lehrerin (Polen).






Berlin, den 25.09.2008

MANEO-Vernissage
Zeugnisse schwulenfeindlicher Gewalt’ in Reinickendorf


„Kein Protest, sondern ein Dialogangebot!“
MANEO sucht weiterhin das Gespräch mit allen Beteiligten

Heute Mittag präsentierte MANEO seine Wanderausstellung „Zeugnisse schwulenfeindlicher Ge-alt“ auf dem Rathausvorplatz der Reinickendorfer Öffentlichkeit, nachdem das Bezirksamt einer öffentlichen Präsentation im Foyer des Rathauses eine Absage erteilt hatte. Die Reinickendorferinnen und Reinickendorfer waren deshalb eingeladen worden, sich selbst ein Bild zu machen und nahmen das Informations- und Gesprächsangebot interessiert an.

Die zur Begründung der Ablehnung vonseiten des Bezirks vorgebrachte Argumentation, die in der Ausstellung gezeigten Bilder von realen Auswirkungen schwulenfeindlicher Gewalt seien unter Jugendschutzgesichtspunkten nicht zu vertreten, ist nicht haltbar: Die Bildmotive sind in den erkennbaren Kontext einer Ausstellung eingebunden, außerdem betitelt und beschriftet sowie von Texten begleitet, die den Betrachter über den Hintergrund informieren. Die Ausstellung richtet deshalb den Fokus auf die Tat als solche, die brutal und verwerflich war, sowie auf die damit einhergegangenen Folgen für die Opfer. Vernissage der MANEO-Wanderaussstellung in Reinickendorf

Die Ausstellung regt zum Nachdenken und zu Gesprächen über vorurteilsmotivierte Hassgewalt gegen Homosexuelle an. Es ist wichtig, dass dieses Thema in der Öffentlichkeit wahrgenommen und auch thematisiert wird, weswegen MANEO sein Bemühen um ein Forum mit der heutigen Aktion unterstrich: Homophobie und Hassgewalt darf nicht als Verschlusssache behandelt werden.


MANEO möchte den Bezirk – das heißt: alle in der BVV vertretenen Parteien – dazu einladen, mit einer gemeinsamen Initiative „Tolerantes Reinickendorf“ ein Signal über den Bezirk hinaus zu senden und dem gemeinsamen Willen Ausdruck zu verleihen: wir brauchen auch klare Zeichen gegen Diskriminierung und Gewalt gegen Homosexuelle.

Die im Vorfeld der Aktion vonseiten des Berliner Arbeitskreises Lesben und Schwule in der Union (LSU) verbreitete Position, MANEO hätte zum Protest gegen das CDU-geführte Rathaus aufgerufen, sind indes fehlerhaft. Anders als von der LSU dargestellt, handelte es sich bei der Aktion keineswegs um ein „parteipolitisch geprägtes“ Manöver; MANEO verweist in diesem Zusammenhang auf den genauen Wortlaut seiner Pressemeldung vom 23.09.2008.






Berlin, den 23.09.2008

„Verschlusssache Homophobie“ in Reinickendorf:

Zeugnisse schwulenfeindlicher Gewalt lassen sich nicht leugnen
Trotz Widerständen findet eine Vernissage am Donnerstag im Rathaus Reinickendorf statt.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich selbst ein Bild zu machen.

Nachdem das Bezirksamt Reinickendorf der MANEO-Wanderausstellung „Zeugnisse schwulenfeindlicher Gewalt“ immer wieder Steine in den Weg gelegt hatte, will MANEO den Reinickendorferinnen und Reinickendorfern am kommenden Donnerstag, den 25.09.2008, ab 11:30 Uhr die Möglichkeit bieten, sich selbst ein Bild zu machen.

Die MANEO-Wanderausstellung zeigt auf zwölf Schautafeln reale Auswirkungen schwulenfeindlicher Gewalt. Die Bilder von z.B. verletzten Personen laden, ohne die Opfer vorzuführen, zu Gespräch und Diskussionen ein, sich mit dem Problem homophober Hassgewalt in unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen.

MANEO-Projektleiter Bastian Finke erklärt: >> „Wir erleben, dass oftmals Menschen ungläubig vor den Bilder stehen. Für viele ist es unfassbar, dass es Gewalt gegen Homosexuelle heute noch immer gibt – zumal sie darüber so gut wie nie etwas in den Medien erfahren. Aus diesem Grund zeigen wir die Bilder. Wir wollen eine Gewalt sichtbar machen, die nur allzu oft verschwiegen wird; nach wie vor wollen sich viele Menschen mit dem Thema Homosexualität erst gar nicht auseinander setzen, geschweige denn mit den Folgen dieser Ignoranz und Intoleranz.

Selbstverständlich gibt es auch in Reinickendorf homosexuelle Menschen. Und auch hier leben Menschen mit Vorurteilen – warum soll es hier anders aussehen als in der übrigen Stadt! Deshalb ist es erforderlich, dass sich auch hier der Bezirk und die Menschen, die hier leben, mit Ausgrenzung, Diskriminierung und Gewalt gegenüber Homosexuellen auseinandersetzen.

Es war ein langer Weg, bis erstmals in diesem Jahr auch vor dem Reinickendorfer Rathaus die Regenbogenfahne, die MANEO gestiftet hatte, anlässlich des Berliner CSD gehisst werden konnte – trotz erheblichen politischen Widerstandes hat sich die Mehrheit der Abgeordneten in der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf schließlich durchgesetzt.

Wir sind daher zuversichtlich, dass auch die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger des Bezirks unsere Bemühungen im Kampf gegen Homophobie und Hassgewalt für unterstützenswert erachten. Daher wollen wir ihnen die Gelegenheit bieten, sich unsere Ausstellung anzusehen und sie einladen, mit uns ins Gespräch zu kommen.

Für einen konstruktiven Dialog, wie wir ihn für notwendig und zielführend halten, war die vom Bezirk angebotene Räumlichkeit schlicht nicht geeignet, im Gegenteil: statt des angefragten Rathaus- Foyers wurden wir schließlich in einen nicht-öffentlichen Raum am Ende eines Flurlabyrinths im Fontanehaus verbannt.

Die vorgetragenen sogenannten Bedenken, die Ausstellung sei wegen der gezeigten teils schweren Körperverletzungen für Jugendliche nicht geeignet und daher nur in abschließbaren Räumen vertretbar, erscheinen uns vorgeschoben und haltlos.
Homophobie und Hassgewalt dürfen nicht länger Verschlusssache sein.“
>>






Berlin, 15.09.08

MANEO-SOIRÉE – die Talkrunde

„Goldfarbene Tangas und rosa Zipfelmütze“

Müssen Polizeibeamte tatsächlich mehr Unterrichtung über die Lebensumstände von Homosexuellen über sich ergehen lassen, als die Polizei erlaubt? Oder hat nicht gerade der jüngste „Flaggenstreit“ gezeigt, dass sie eher nachsitzen müssten?

Mit
Bodo Pfalzgraf, Berliner Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG),
Thomas Stichhan, Berliner Landesvorsitzender des Verbandes lesbischer und schwuler Polizeibediensteter (VelsPol),
Uwe Löher, Ansprechpartner für Schwule bei der Berliner Polizei
und ein betroffener Bürger.

Moderation: Martin Reichert, Journalist und Redakteur taz - die tageszeitung

Wann uns Wo: Montag, 06.10.08
BEGINN: um 20:00 Uhr
VERANSTALTUNGSORT: Mann-O-Meter, Bülowstr. 106
ANFAHRT: U-Bhf. Nollendorfplatz, Bus M19, 106, 187


Kurz vor der Eröffnung der MANEO-Wanderausstellung „Zeugnisse schwulenfeindlicher Gewalt“ im Berliner Polizeipräsidium am Donnerstag, 09.10.08, werden Vertreter der Berliner Polizei am Montag, 06.10.08, um 20 Uhr, im Rahmen einer MANEO-Soirèe im Mann-O-Meter die Frage diskutieren, wie viel Aufklärungsarbeit die Polizei über sich ergehen lassen muss, damit Vorurteile gegenüber Homosexuellen bei der Polizei abnehmen. Die jüngsten Geschehnisse im Berliner Polizeipräsidium lassen jedenfalls vermuten, dass Nachsitzen durchaus angebracht wäre.

Nachdem der Polizeipräsident von Berlin, Dieter Glietsch, im Juni 2008 erstmals zu einem öffentlichen Aufziehen der Regenbogenflaggen vor dem Berliner Polizeipräsidium eingeladen hatte, erhielt er unerwartet viel Post, u.a.: „Ich bitte alle Kollegen, die im Besitz eines goldfarbenen Tangas und einer rosa Zipfelmütze sind, sich in der ersten Reihe zu postieren. Die Dienstwaffe muss zu diesem Anlass nicht getragen werden, würde aber die Bedeutung dieses Aktes unterstreichen. Wer die CD von Roy Black hat ,Schön, ist es auf der Welt zu sein‘, sollte diese mitbringen.“ In einem anderen Kommentar hieß es zu der Aktion nur: „Pfui“. Ein anderer Beamter schrieb: „Wann wird denn die Flagge für die Randgruppe der Heteros gehisst? Mit warmen Grüßen …“

Die Presse griff das Thema auf und sprach von einem „Flaggenstreit“. Zutage kam, was immer schon bekannt war, jedoch von Polizeivertretern (bislang) gerne kleingeredet wurde: Vorurteile gegenüber Schwulen und Lesben gibt es sehr wohl bei Polizeibeamten, und das reichlich. Die Auffassung, dass es der Bürger sei, der im Umgang mit Polizeibeamten geschult werden müsse, erfreut sich bei Teilen der Beamtenschaft verständlicherweise einer großen Beliebtheit.

MANEO interessiert sich jedoch an diesem Abend für folgende Fragestellung: Was wurde seitens der Berliner Polizei bisher unternommen, um Beamte zu schulen und aufzuklären? Und inwiefern waren diese Schulungen ausreichend?

Die MANEO-Soireé ist eine Veranstaltungsreihe von MANEO, das schwule Anti-Gewalt-Projekt in Berlin, ein Projekt von Mann-O-Meter e.V. Sie wird präsentiert von der taz, die tageszeitung, und gefördert von der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (DKLB).






Berlin, den 08.09.2008

Hochzeitspaar Hermanns-Macht bat um Spende für schwules Anti-Gewalt-Projekt MANEO

MANEO sagt Danke!

Thomas Hermanns und Wolfgang Macht, die sich am vergangenen Samstag in Berlin das Ja- Wort gaben, hatten ihre Gäste gebeten, von Hochzeitsgeschenken abzusehen und stattdessen MANEO zu spenden.

Bastian Finke, MANEO-Projektleiter: „Wir gratulieren dem Hochzeitspaar und bedanken uns bei allen Spendern aufs Herzlichste! Mit ihrem Spendenaufruf haben Thomas Hermanns und Wolfgang Macht ein wichtiges Zeichen gesetzt.“

MANEO ist jedes Jahr auf Spenden angewiesen, da die Finanzierung des Projekts durch die Berliner Senatsverwaltung nur unzureichend ist. Bastian Finke: „Jedes Jahr müssen wir mittlerweile 10.000 Euro an Spendengeldern einwerben. Mit diesem Eigenmittelanteil stellen wir die Arbeit in unseren Kernbereichen Opferhilfe, Gewalterfassung, Gewaltschutz- und -prävention und Arbeit mit ehrenamtlichen Mitarbeitern sicher.“

Umso wichtiger ist es, dass jedes Jahr aufs Neue Menschen mit Spenden das Berliner Anti- Gewalt-Projekt unterstützen. Prominente Persönlichkeiten setzen damit ein wichtiges Zeichen.






Berlin, den 15.08.2008

Tiergarten-Überfälle: „Homophober Hintergrund – Täter drangen gezielt ins Cruising-Gebiet ein.“

Eines der Opfer noch immer im künstlichen Koma –
MANEO verstärkt Zeugensuche durch das Verteilen von Flugblättern.

In der Nacht von Sonntag, 10.08.08, auf Montag, 11.08.08 wurden im Tiergarten unweit der Holzbrücke am Bremer Weg mehrere Personen von unbekannten Tätern unabhängig voneinander angegriffen (MANEO berichtete). Aufgrund der Tatzeit (zwischen 23:00 und 01:00 Uhr) sowie des einschlägig als Cruising-Gebiet bekannten Tatortes, geht MANEO davon aus, dass es sich bei den Raubüberfällen um Taten mit homophobem Hintergrund handelt.

MANEO-Projektleiter Bastian Finke erklärt: „Das Muster ist unzweideutig: Den Opfern wurde nachts gezielt aufgelauert an einem Ort, der zu der Zeit bekannt dafür ist, von Schwulen als Cruising-Gebiet genutzt zu werden. Die Annahme, die Täter seien rein zufällig in dieses abgelegene Areal des Parks gekommen, ist höchst unwahrscheinlich. Die Täter drangen gezielt ins Cruising-Gebiet ein, um Schwule anzugreifen. Solch einen Angriff bezeichnen wir als homophob.“

Eines der Opfer, ein 48-jähriger Mann, der mit schwersten Kopf- und Gesichtsverletzungen intensivmedizinisch behandelt wird, liegt derzeit noch immer im künstlichen Koma und ist noch nicht ansprechbar.

Die Polizei fahndet nun nach drei Tätern; zwei von ihnen beschreibt die Polizei wie folgt:
„18 - 20 Jahre alt, 165 - 170 cm groß, schmächtige Figur, südosteuropäischer Akzent, helle Oberbekleidung“ bzw.
„20 - 25 Jahre alt, ca. 170 cm groß, kurze schwarze Haare, südländischer Typ, helle Bekleidung (vermutlich ein Jogginganzug)“;
für den dritten Täter liegt derzeit noch keine Personenbeschreibung vor.

MANEO sucht Zeugen, die zwischen 23:00 und 01:00 Uhr Beobachtungen im Cruising-Gebiet zwischen Löwenbrücke und Holzbrücke, ggf. auch in den umliegenden Parkbereichen und Straßen gemacht haben.

Personen, die anonym bleiben wollen, können sich auch vertraulich an das Schwule Überfalltelefon von MANEO wenden:
Tel. (030) 216 33 36. MANEO wird an diesem Wochenende im Cruising-Gebiet Aufrufe verteilen, um die Zeugensuche zu verstärken.






11.08.2008

Raubüberfälle im Tiergarten - Polizei sucht Zeugen

Schwere Überfälle im Tiergarten in der vergangenen Nacht

In der Nacht zwischen Sonntag, 10.08.08, auf Montag, 11.08.08 wurden im Cruising-Gebiet im Tiergarten unweit der Holzbrücke mehrere Personen von unbekannten Tätern angegriffen. Die Taten, die sich offensichtlich gezielt gegen schwule Cruisier richteten, ereigneten sich in der Zeit zwischen 23:00 und 01:00 Uhr.

Zeugen hatten die Polizei informiert, nach dem diese einem verletzten Cruisier zu Hilfe gekommen waren. Polizeibeamte, die kurz darauf den Tatort absuchten, fanden anschließend einen schwerverletzten Mann im Gebüsch. Dieser wurde zur stationären Behandlung in ein Krankenhaus gebracht und liege dort auf der Intensivstation. Aufgrund der Schwere seiner Verletzungen konnte der Mann bislang zur Tat noch nicht vernommen werden. Offensichtlich ging auch ein Angriff auf einen schlafenden Obdachlosen auf das Konto der Angreifer, den diese möglicherweise ebenfalls für einen schwulen Cruisier gehalten haben.

Die Polizei ruft Zeugen auf, die zwischen 23:00-01:00 Uhr Beobachtungen im Cruising-Gebiet zwischen Löwenbrücke und Holzbrücke, ggf. auch in den umliegenden Bereichen und Straßen, sich zu melden: Tel. 4664-373114.

Personen, die anonym bleiben wollen, können sich auch vertraulich ans Schwule Überfalltelefon von MANEO wenden: Tel 2163336.






Berlin, den 24.07.2008

Polizeipräsident Glietsch sucht das Gespräch mit Mitarbeitern wegen homophober Äußerungen

MANEO: „Initiative des Berliner Polizeipräsidenten lobenswert“

Zu den Anwürfen des Landeschefs der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Bodo Pfalzgraf, wonach Polizeipräsident Glietsch das Thema Homophobie überbewerten würde, erklärt MANEO-Projektlieter Bastian Finke:
>> Wir begrüßen die Gesprächsoffensive des Berliner Polizeipräsidenten ausdrücklich; seine Initiative, mit den Verfassern der homophoben E-Mails das persönliche Gespräch zu suchen, ist vorbildlich und lobenswert – nicht zuletzt, weil damit auch ein positives Signal gesendet wird, nämlich:

Die Polizei kümmert sich und kehrt nicht unter den Teppich. Dies ist umso wichtiger, als dass das große Dunkelfeld nicht-angezeigter Straftaten mit homophobem Hintergrund auch auf das mangelnde Vertrauen vieler Betroffener in die Polizei zurückzuführen ist. Ein solches Verhalten, wie es der Berliner Polizeipräsident nun im Umgang mit möglicherweise homophoben Mitarbeitern an den Tag gelegt hat, kann nur dazu beitragen, das Vertrauen in die Behörde zu stärken. Gut so!

Umso ungeheuerlicher sind daher die Anwürfe des DPolG-Landeschefs Pfalzgraf, Glietsch solle „die Kirche im Dorf lassen“ und das Thema „nicht überbewerten“ – würden die Beamten doch angesichts derzeitiger Arbeitsbelastung angeblich nicht verstehen, warum „Gespräche über den Regenbogen geführt“ würden.

Dass dies jedoch offenbar bitter nötig ist, sieht auch die Vereinigung lesbischer und schwuler Polizisten (VelsPol), die in ihrem offenen Brief an Pfalzgraf feststellt, dass Handlungsbedarf innerhalb der Behörde bestünde. Vielmehr zeigt das Verhalten dieser Mitarbeiter, „dass die Kirche mal geläutet werden muss und innerhalb der Polizei noch Aufklärungs- und Informationsbedarf besteht“, so Marcus Hentschel für den Bundesvorstand VelsPol Deutschland.

Herr Pfalzgraf hat offenbar nicht verstanden, dass in einer Polizeibehörde dieselben Regeln der Toleranz zu gelten haben wie überall. Wer damit seine Probleme hat, muss eben nachsitzen. Wir wünschen so auch Herrn Pfalzgraf viel Erfolg. >>






Berlin, den 17.07.2008

Heterosexueller Mann wird Opfer schwulenfeindlicher Gewalt

Heimfahrenden Familienvater für schwul gehalten und krankenhausreif geschlagen

Eine Gang legt sich im Friedrichshain auf die Lauer, um cruisende Schwule zu überfallen. Sie stoppen einen Fahrradfahrer und schlagen brutal auf ihn ein. Die Folge: doppelter Kieferbruch und schwere Prellungen.

Nichtsahnend radelte am 12. Juli, gegen 03:30 Uhr, ein 41 Jahre alter Mann, Vater von zwei Kindern, mit zwei Begleitern durch den Volkspark Friedrichshain. Nach dem sie gemeinsam das alternative Lokal „Köpi“ besucht hatte, befanden sie sich mit ihren Fahrrädern auf dem Heimweg.

Weil der 41-Jährige sich mit seinem Fahrrad zu weit von den anderen beiden entfernt hatte, sei er stehen geblieben, um auf sie zu warten. Im nächsten Moment sei er von einer Gruppe von sechs bis acht Jugendlichen umringt worden, die ihn vom Fahrrad zerrten und brutal auf ihn einschlugen.

Kurz vorher, so berichtete später ein Zeuge dem Überfalltelefon, habe dieser mehrere Jugendliche unweit des Spanienkämpferdenkmals beobachtet, die auf einer Bank gesessen haben. Sie seien dann „mit lautem Kriegsgeheul „– „schwule Säue“ u.a.m. – in die Büsche gezogen. In diesem Moment habe er geahnt, dass etwas Schlimmes passieren könnte und habe sich mit einem anderen Bekannten vom Ort entfernt. Als er dann kurze Zeit später einen weiteren Bekannten auf dessen Fahrrad trifft, erfährt er, dass dieser gerade Kontakt mit offensichtlich dieser Jugendgruppe hatte, die sich ihm plötzlich in den Weg gestellt und offensichtlich Ärger sucht habe.

Durch energisches Auftreten habe er schließlich an ihnen vorbei fahren können. Sie haben dann beschlossen, nun doch besser die Polizei zu benachrichtigen. Die Polizei habe dann zugesagt vorbeizukommen. Schließlich habe den Zeugen die Unruhe ergriffen und er habe sich mit seinen beiden Begleitern auf den Weg gemacht, um nach zu sehen, was die Gruppe so treibe.

Nicht weit entfernt habe er dann die Jugendlichen gesehen und durch ein Gebüsch immerzu dumpfe Schläge gehört. Er habe sofort begriffen, dass hier ein Mensch zusammen geschlagen werde. Er habe durch die Büsche gebrüllt: „Ihr feigen Wichser!“ und „Die Polizei ist verständigt!“

Die Jugendlichen haben dann die Flucht ergriffen und noch „Schwule Säue“ zurück gebrüllt. Der Zeuge habe dann mit seinen Bekannten erst einmal die Verfolgung der Täter aufgenommen, die in alle Richtungen wegliefen. Während einer von ihnen den Tätern nachstellte, haben die anderen kehrtgemacht, um nach dem Opfer zu suchen.

Sie fanden schließlich auch den Geschädigten und kümmerten sich um ihn. Dieser habe sich kaum noch auf den Beinen halten können. Kurz darauf trafen die beiden Freunde des Geschädigten mit ihren Fahrrädern ein, die sich weiter um ihren Freund kümmerten. Unter Schock stehend habe der Geschädigte erst einmal nur vom Tatort wegkommen wollen.

Seine Freunde begleiteten ihn nach Hause, zumal er nur eine Straße entfernt vom Park wohnt. Aufgrund der schweren Gesichtsverletzungen habe er dann aber umgehend das Krankenhaus aufsuchen müssen. Dort habe man diverse Prellungen festgestellt, u.a. am Kopf, an der Lunge, Niere und am übrigen Körper. Trotz erster notärztlicher Versorgung im Krankenhaus Friedrichshain habe dann erst am Montagmorgen ein Kieferchirurg einen doppelten Kiefernbruch festgestellt.

Nach weiterer Behandlung wurden jetzt Ober- und Unterkiefer verdrahtet und für vier Wochen still gelegt. Der Geschädigte muss sich behelfsmäßig ernähren. Weitere ärztliche Behandlungen sind notwendig. Der Geschädigte erklärte gegenüber MANEO: „Die Täter hätten mich totgeschlagen, wenn die Zeugen nicht eingegriffen hätten.“

Ein Zeuge erklärte sich frustriert darüber, dass er zwar die Polizei verständigt habe, diese jedoch viel zu lange auf sich warten ließ. Als dann die Polizei ihn auf seinem Handy zurückrief, weil diese den Weg nicht finden konnte, haben er und die anderen „aufgegeben“. Er berichtete außerdem, dass die Jugendlichen in einer nahegelegenen Siedlung verschwanden.

Der 41jährige Geschädigte berichtete am 18. Juli MANEO, dass sich nach seiner ersten kurzen Anzeigenaufnahme die Polizei für diesen Fall noch nicht weiter interessiert habe. „Wir unterstützen den Geschädigten und wollen auch dabei helfen, die Kommunikation mit der Polizei zu verbessern“, so Bastian Finke, MANEO-Projektleiter.

Es sei davon auszugehen, dass die Jugendlichen auch schon zuvor im Friedrichshain gegen schwule Cruiser vorgegangen sind.
MANEO bittet deshalb Zeugen, die weitere Angaben über Beobachtungen in der Tatnacht oder auch über die Tätergruppe machen können, sich beim Überfalltelefon zu melden: 030 - 216 33 36.






Berlin, den 26.06.2008

MANEO-Jahresbericht 2007:

„Gewalt gegen Schwule – die Unzufriedenheit wächst“ Hohe Anzahl nicht angezeigter Straftaten / viele Betroffene mit Polizei unzufrieden / steigende Nachfragen nach Selbstverteidigung / MANEO fordert mehr polizeiliche Intervention gegenüber Tätern

Das schwule Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO hat am vergangenen Dienstag seinen Jahresbericht 2007 vorgestellt.

MANEO-Projektleiter Bastian Finke erklärt: „Dass die uns gemeldeten Fälle schwulenfeindlicher Gewalt nur die Spitze des Eisberges darstellen, war uns immer klar. Wie klein diese jedoch tatsächlich ist, haben wir erst erfahren, nachdem wir erstmalig in Deutschland ein Stück Grundlagenforschung betrieben haben.

Die Zahlen der zum Jahreswechsel 2007/2008 durchgeführten MANEO-Wiederholungsstudie bestätigten die Ergebnisse der Vorjahresumfrage; bereits die neuerlich hohe Teilnehmerzahl von 17.500 Umfrage- teilnehmern (gegenüber 24.000 bei der ersten MANEO-Online-Umfrage) kann als Beleg genommen werden, dass schwulenfeindliche Gewalt ein ernstzunehmendes Problem darstellt.

So berichteten denn auch 40,6 Prozent der Befragten von einem Vorfall innerhalb der zurückliegenden zwölf Monate – ein Jahr zuvor waren es noch 35,5 Prozent. Vorurteils- motivierte Gewalt gegenüber Schwulen ist demnach erschreckend weit verbreitet.

Regenbogenflagge vor Polizeipräsidum gehisst
Seit dem 25.06. hängt die von MANEO gestiftete Regenbogenflagge vor dem Berliner Polizeipräsidium. Foto: Burghard Mannhöfer
Damit nicht genug: Das Vertrauen in die Polizei ist mehr als dürftig; 60,8 Prozent aller Befragten gaben an, sie hätten kein Vertrauen in die Polizei, dass diese die Sicherheitsbelange von Schwulen berücksichtigt. Immerhin 37,5 Prozent derer, die einen konkreten Vorfall zu berichten hatten, fühlten sich denn auch nicht ernst genommen in ihrem Anliegen.

In Berlin haben wir auf Initiative von MANEO seit 16 Jahren einen Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen bei der Polizei, womit wir positive Erfahrungen gemacht haben. Es muss jedoch sichergestellt werden dass jeder Polizeibeamte in seiner Ausbildung, aber auch in der Fortbildung mit den Besonderheiten homophober Hassgewalt vertraut gemacht wird. Schließlich sind die Beamten auf den Abschnitten und Wachen diejenigen, an die Betroffene sich wenden.

Aufgrund der zunehmenden Unzufriedenheit gegenüber anhaltenden Erfahrungen mit Beleidigungen, Pöbeleien und Bedrohungen tendieren viele dazu, Selbstbewaffnung in Betracht zu ziehen; wir haben in der letzten Zeit eine steigende Zahl von Anfragen in dieser Richtung erhalten. Diese Entwicklung betrachten wir mit Sorge.

Ein Großteil der vermeldeten Fälle mit Bezug zu antischwuler Gewalt trug sich auf öffentlichem Straßenland zu; die meisten davon im Bezirk Schöneberg. Was läge näher, als die Präsenz der Polizei mit Streifengängen in Problemkiezen zu stärken? Gewaltschutz durch Gewaltprävention ist der Schlüssel – langfristige Investitionen in Bildung ist wichtig, ebenso deutlich müssen aber auch kurzfristige Signale gesetzt werden. Sowohl die Polizei, aber auch beispielsweise Schulen, müssen mehr intervenieren und deutlich machen, dass Hassgewalt gegen homosexuelle Menschen fundamentale Menschenrechtsverletzungen darstellt. Und vor allem muss die Unterstützung für und die Solidarität mit Betroffenen deutlicher ausfallen. Gerade dieses starke Signal fehlt in unserer Gesellschaft.

Eine vermehrte Intervention der Polizei gegenüber den Täter ist also wünschenswert; hierzu bedarf es auch klarer Richtlinien zur Feststellung des vorurteilsmotivierten Hintergrundes der Tat. MANEO verwendet bereits seit 1992 einen Kriterienkatalog zur Identifizierung antischwuler Gewalt an, der sich auf Grundlagen eines FBI-Kriterienkatalogs stützt. Ein solcher Kriterienkatalog würde dazu beitragen, dass die Polizei einen besseren Überblick über diese Form von vorurteilsmotivierter Gewalt erhält.

Als Schwuler auf der Straße beleidigt, angespuckt oder getreten zu werden, ist keine Folklore. Es widerspricht den Gesetzen dieses Landes. Der Berliner CSD hat in diesem Jahr das Motto ‚Hass du was dagegen’ gewählt und damit die anhaltende vorurteilsmotivierte Gewalt gegen Homosexuelle in unserer Gesellschaft in den Fokus gerückt. Dies ist unseres Erachtens ein guter und wichtiger Schritt, weil damit die Diskrepanz zwischen politischen Bekundungen und Wünschen einerseits und die Realität auf der Straße andererseits an Deutlichkeit gewinnt.

MANEO hat in den vergangenen Monaten und Jahren, nicht zuletzt durch die durch Lottomittel zusätzlich finanzierte MANEO-ToleranzKampagne, erhebliche Erfolge zeitigen können – hinsichtlich der Steigerung der Bekanntheit des Projekts mit seinen vier Kernbereichen Opferhilfe, Meldestelle, Prävention und Engagement innerhalb der schwulen Szenen wie auch der Steigerung der öffentlichen und politischen Aufmerksamkeit gegenüber dem Thema ‚Gewalt gegen Schwule’.

Mit den uns von der Berliner Senatverwaltung zugebilligten Ressourcen sind die Herausforderungen nicht mehr zu bewältigen. Ich fordere den Senat und die Parteien auf, nicht länger die Augen vor den Problemen zu verschließen. Es liegen Vorschläge auf dem Tisch, die endlich umgesetzt werden müssen.“


Regenbogenflagge vor dem Polizeipräsidium ein wichtiges Signal
MANEO: „Nachsitzen für Protestler!“

Zu den Protesten gegen die Hissung der Regenbogenflagge vor dem Berliner Polizeipräsidium anlässlich des Berliner CSD erklärt MANEO-Projektleiter Bastian Finke:
>> „MANEO begrüßt die symbolische Aktion des Berliner Polizeipräsidenten; die haltlosen Proteste zeigen nur, wie richtig unsere Forderung nach Sensibilisierung für die Belange von Homosexuellen ist.

Die in der Presse zitierte Aussage von DPolG-Landeschef Bodo Pfalzgraf, (Deutsche Polizeigewerkschaft Landesverband Berlin) wonach die Hissung bei ‚neutralen Beobachtern’ zu ‚Irritationen’ führen könnte, erstaunt: Was bedeutet es, einem Symbol für Toleranz ‚neutral’ zu begegnen?

Auch die zitierte Bemerkung von GdP-Chef Eberhard Schönberg, (Gewerkschaft der Polizei) es gäbe ‚keine Konflikte unter den Kollegen ’und daher sei die Flagge ‚innerbetrieblich überflüssig’, ist nichts anderes als Vogelstrauß-Taktik, mit der vorhandene Defizite schlicht ignoriert werden.

Bedauerlich ist es, wenn CDU-Generalsekretär Frank Henkel die untersagte Beflaggung der Dienstwagen mit Deutschland-Wimpeln anlässlich der Fußball-EM ins Feld führt und ‚Neutralität mit zweierlei Maß gemessen’ sieht – als wäre der Kampf für Toleranz und Gleichberechtigung ein Wettkampf, mit Ausgang ungewiss!

Der Polizeipräsident von Berlin, Dieter Glietsch, hat mit seiner heutigen Aktion, die Regenbogen Fahnen vor dem Polizeipräsidium zu hissen, klar gestellt, dass sich die Polizei für mehr Toleranz in dieser Stadt ausspricht und sowohl gegenüber ihrer eigenen Behörde wie auch gegenüber dem Bürger dieser Stadt unterstrichen, dass ihr dies eine wichtige Aufgabe ist.

Die Anwesenheit von nahezu 100 Mitarbeitern der Polizeibehörde hat diese symbolträchtige Aktion eindrucksvoll unterstrichen.“ >>






Berlin, den 21.06.2008

>> Pressegespräch am 24.06., 12 Uhr, im Mann-O-Meter

Gewalt gegen Schwule – die Unzufriedenheit wächst
MANEO stellt seinen Jahresberichts vor

Das schwule Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO wird am Dienstag, den 24. Juni 2008, um 12 Uhr, im Rahmen eines Pressegesprächs seinen Jahresbericht vorstellen. Neben MANEO-Projektleiter Bastian Finke wird Uwe Löher, Ansprechpartner der Berliner Polizei für gleichgeschlechtliche Lebensweisen, Stellung nehmen und für Rückfragen zur Verfügung stehen.

MANEO-Projektleiter Bastian Finke erklärt: „Der Berliner CSD hat in diesem Jahr das Motto ‚Hass du was dagegen’ gewählt und damit die anhaltende vorurteilsmotivierte Gewalt gegen Homosexuelle in unserer Gesellschaft in den Fokus gerückt. Dies ist unseres Erachtens ein guter und wichtiger Schritt, weil damit die Diskrepanz zwischen politischen Bekundungen und Wünschen einerseits und die Realität auf der Straße andererseits an Deutlichkeit gewinnt.

Schwule Männer, die sich mit ihrem Partner in der Öffentlichkeit zeigen – Hand in Hand auf der Straße gehend oder einander einen Kuss gebend – schauen sich genau um und überlegen genau, ob sie hier Gefahr laufen würden, angemacht oder angegriffen zu werden. Denn: Die Realität sieht eben so aus, dass es auch heute noch keine Selbstverständlichkeit ist, sich als Schwuler in unserer Gesellschaft an jedem Ort zu jeder Zeit zu zeigen.

Es besteht nicht nur Bedarf nach Aufklärung und Aufklärungskonzepten – auf diese lange Bank werden wir nun schon seit Jahren verwiesen –, sondern es besteht die Notwendigkeit, schneller zu handeln und vor allem Betroffene vor Gewalt und Übergriffen zu schützen, sowie Opfern angemessen zu helfen und sie zu versorgen. Doch auch hier herrscht seit Jahren Stillstand. Die Unzufriedenheit unter Betroffenen wächst.“


Anlässlich des Berliner CSD wird am kommenden Mittwoch, den 25.06.2008, vor dem Berliner Polizeipräsidium die Regenbogenflagge gehisst. Bastian Finke erklärt: „Wir werten dies als Signal, dass mittlerweile die Notwendigkeit – und vor allem die Verantwortung – erkannt wurde, in die Polizeibehörde hinein zu sensibilisieren.“

MANEO wird im Rahmen des Pressegesprächs aktuelleZahlen zu seiner Arbeit vorstellen. Des Weiteren werden die Auswirkungen der seit Anfang 2006 erfolgreich laufenden MANEO-Toleranzkampagne erläutert und hinsichtlich ihrer Konsequenzen bewertet. Ausgehend von seiner 18-jährigen Erfahrung wird MANEO zudem Versäumnisse bei der Unterstützung von Opferhilfearbeit sowie auf Basis der Schlüsselfunktion von Gewaltprävention für effektiven Gewaltschutz mögliche zukünftige Maßnahmen aufzeigen und die dafür notwendigen Ressourcen und Kompetenzen erläutern und einfordern.

Im Gespräch mit dem Ansprechpartner der Berliner Polizei für gleichgeschlechtliche Lebensweisen sollen auch die Zahlen der Berliner Polizei für das Jahr 2007 aus dem Bereich Politisch Motivierte Kriminalität (PMK), die als „Hassgewalt gegen die sexuelle Orientierung“ identifiziert wurden, erläutert werden.

Pressegespräch
Dienstag, den 24.06.2008, um 12 Uhr,
im Mann-O-Meter (Bülowstraße 106, am Nollendorfplatz)
mit:
Bastian Finke, Dipl. Soziologe, MANEO-Projektleiter
KHK Uwe Löher , Ansprechpartner der Berliner Polizei für gleichgeschlechtliche Lebensweisen






Berlin, den 20.06.2008

MANEO wirbt um Unterstützung

Gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen aus Frankreich, Polen und Spanien zeigt MANEO auf dem Stadtfest Flagge.

Vertreter der Partnerorganisationen von MANEO aus Frankreich (SOS-Homophobie), Polen (Lambda-Warschau und KPH) und Spanien (COGAM und TRIANGULO) werden am Sonntag in der Zeit von 15 bis 18 Uhr MANEO am Stand unterstützen und gleichzeitig für Gespräche zur Verfügung stehen.

1993 von MANEO ins Leben gerufen, ist das Schwullesbische Stadtfest mittlerweile eines der größten Open-Air-Events im Veranstaltungskalender der Hauptstadt. Rund 300.000 Besucher jährlich feiern den Auftakt zur Berliner Pride Week, deren Höhepunkt die CSD-Parade am darauffolgenden Wochenende ist, mit einer bunten Mischung aus Entertainment und Information über die Gay Community. MANEO-STand auf dem Stadtfest 2008
Informationsstand auf dem Lesbisch-Schwulen Stadtfest Berlin. Das Stadtfest war 1993 als gewaltpräventive Aktion von MANEOProjektleiter Bastian Finke begründet worden.

MANEO-Projektleiter Bastian Finke hatte das Fest seinerzeit als Antwort auf wiederholte homophobe Vorfälle rund um den Kiez am Nollendorfplatz initiiert. Die offensive Demonstration schwuler und lesbischer Selbstverständlichkeit zeigt bis heute Wirkung.

MANEO wird Samstag, 21. Juni und Sonntag, 22. Juni ganztägig vertreten sein und über seine Arbeit informieren sowie für aktuelle Projekte und um ehrenamtliche Unterstützung werben.

MANEO-Projektleiter Bastian Finke erklärt: „Wir freuen uns besonders, in diesem Jahr Vertreter unserer Partnerorganisationen aus Frankreich, Polen und Spanien auf dem Stadtfest begrüßen zu können, ist es doch unser Bestreben, den Kampf gegen Homophobie und Hassgewalt auf die europäische Agenda zu setzen. Die Globalisierung und der europäische Einigungsprozess zwingen uns, die Herausforderungen grenzüberschreitend anzugehen.“

MANEO wird gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen am Sonntag in der Zeit zwischen 15-18 Uhr für sein Partnerprojekt Lambda-Warschau Geld sammeln, um deren bevorstehenden Umzug in neue Räume zu unterstützen.






Berlin, den 20.06.2008

Reinickendorf hisst Regenbogenflagge

Nachdem MANEO im Vorjahr den Oppositionsparteien eine Regenbogenflagge stiftete, wird diese nun morgen vor dem Amtssitz der CDU-Bürgermeisterin Marlies Wanjura gehisst.

Nachdem 2007 die amtierende Bezirksbürgermeisterin Marlies Wanjura (CDU) durch homophobe Äußerungen auffiel und das Hissen der Regenbogenflagge im Bezirk anlässlich des alljährlichen Berliner CSDs wiederholt unterband, mobilisierte MANEO zum Protest vor dem Rathaus Reinickendorf.

Am 10. August 2007 überreichte MANEO im Rahmen einer spontanen Pro-Toleranz-Aktion den anwesenden Fraktionsvorsitzenden von SPD, Grünen, FDP und Grauen auf dem Rathausvorplatz symbolisch eine 3,50 Meter lange Regenbogenflagge.
Damit verlieh MANEO seiner Unterstützung für das Anliegen der Bezirks- verordnetenversammlung Ausdruck, das Hissen der Regenbogenflagge als Zeichen der Solidarität gegenüber Homosexuellen und der Gleichberechtigung homosexueller Lebensweisen baldmöglichst auch im Bezirk Reinickendorf zur Tradition werden zu lassen und somit ein positives Signal auch über die Grenzen des Bezirks hinaus zu senden. Dem verweigerten sich die Bezirksbürgermeisterin und ihre Fraktion bis dahin beharrlich. Flagge für Reinickendorf Vertreter der Oppositionsparteien vor dem Reinickendorfer Rathaus mit der Regenbogen-Flagge

MANEO-Proektleiter Bastian Finke erklärt: „Wir freuen uns, dass nun mit Reinickendorf sämtliche Berliner Bezirke anlässlich des CSD Flagge zeigen und damit ein begrüßenswertes Pro-Toleranz- Signal an die gesamte Stadt und ihre Besucher senden!“






Berlin, 19.06.2008

Engagement um Toleranz in Europa gewürdigt:
Bekanntgabe der TOLERANTIA-Preisträger 2008

Im Rahmen einer Feierstunde in Würdigung des ehrenamtlichen Engagements seiner Helfer und Unterstützer wird das Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO heute Abend um 19:30 Uhr im Rathaus Schöneberg offiziell die Preisträger des TOLERANTIA-PREISES 2008 bekannt geben.

Logo Initiative Weimeare Dreieck Der Preis wird seit 2006 von der Initiativgruppe Schwules Weimarer Dreieck an herausragende Persönlichkeiten aus Deutschland, Frankreich und Polen verliehen, die sich um Toleranz verdient gemacht haben. Neben MANEO (Deutschland) zeichnen die Anti-Gewalt-Projekte „SOS-Homophobie“ (Frankreich), „Lambda“ und „KPH“ (Polen) verantwortlich.

Die Preisverleihung findet jährlich und abwechselnd in einer der drei Hauptstädte statt. Nach Berlin 2006 und Paris 2007, wird nun Warschau seine Türen für die Gala am 20.09.2008 öffnen.

TOLERANTIA 2008 – die Preisträger:

Deutschland
Gemeinsam ausgezeichnet werden Tanja Walther, Philipp Lahm und Dr. Theo Zwanziger aufgrund ihres besonderen und herausragenden Einsatzes gegen Intoleranz und Homophobie im Breitensport, hier insbesondere im Fußball.

Tanja Walther, 38 Jahre alt, Lehrerin und Sportwissenschaftlerin.
Sie war aktive Fußballerin bei Tennis Borussia Berlin (1992-1994) und im Bundesligaverein Turbine Potsdam (1995-1999). Sie ist heute noch immer eine leidenschaftliche Fußballerin in der Berliner Landesliga. Gewürdigt wird ihr langjähriges, vorbildliches Engagement gegen Homophobie im Sport und im Fußball. Sie ist Initiatorin der Aktionsabende gegen Homophobie im Fußball.
Seit fast 10 Jahren ist sie Beiratsmitglied im Berliner Sportverein „Seitenwechsel“, seit 2006 ist sie Delegierte im European Gay and Lesbian Sport Federation (EGLSF) beim europäischen Netzwerk „Football Against Racism in Europe (FARE)“, die europaweit durchgeführt werden.

Philipp Lahm, 24 Jahre alt, Fußballspieler bei Bayern München und im Deutschen Nationalteam.
Im Dezember 2007 äußerte sich Philipp Lahm öffentlich zum Thema Homosexualität und Fußball. Er erklärte: „Ich lebe gerne in einer liberalen, offenen Gesellschaft“ und "wenn ein Spieler schwul ist, ist er trotzdem mein Mannschaftskollege, und für mich würde sich im Umgang mit ihm nichts ändern". Philipp Lahm ist der erste Nationalspieler, der sich öffentlich und unmissverständlich für Toleranz gegenüber homosexuellen Fußballspielern äußert. Er zeigt sich angesichts homophober Strukturen im Fußball standhaft und zeigt Solidarität mit homosexuellen Fußballern. Er übernimmt damit eine Vorbildfunktion im Fußball.

Dr. Theo Zwanziger, 63 Jahre alt, deutscher Sportfunktionär, Jurist und Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB).
Er erklärte öffentlich, dass der DFB alle Spielerinnen und Spieler bei einem Outing unterstützen würde. Er bezeichnete es als Aufgabe des DFB, "auf breiter Basis Rahmenbedingungen zu schaffen, damit homosexuellen Menschen der Zugang zum und die Bewegung im Sport ohne das Gefühl der Diskriminierung möglich ist". Theo Zwanziger setzt sich dafür ein, die Aufklärung über Lesben und Schwule bei Trainern, Schiedsrichtern und in den Vereinen tatkräftig zu unterstützen. Er sprach sich wiederholt und deutlich gegen Diskriminierung von Homosexuellen im Sport und Fußball aus und dass ein solches Verhalten geahndet werden sollte, auch beim Fußball mit Punktabzug.

Frankreich:
Bruno Solo, 44 Jahre alt, hat seine Karriere als Journalist und Moderator beim Fernsehprogramm Canal+ in Frankreich gestartet. Später arbeitete er beim Sender TF1 bevor er anfing, ab 1993 als Schauspieler zu arbeiten. Er produziert mittlerweile erfolgreiche Fernsehserien wie „Caméra café“ und „Kaamelott“. Ohne selbst betroffen gewesen bzw. angesprochen worden zu sein hat er mehrmals Partei für die Verteidigung der Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgender ergriffen und sich regelmäßig gegen Homophobie ausgesprochen.

Polen:
Marzanna Pogorzelska, 44 Jahre alt, ist seit 15 Jahren Englisch-Lehrerin sowie Betreuerin einer Amnesty International Gruppe am Gymnasium 1 in Kedzierzyn-Kozle (Opel-Region). Im Mai 2007 richtete sie einen offenen Brief an Roman Giertych – dem Bildungsminister der damaligen polnischen Rechtsaußenregierung – in dem sie öffentlich die intolerante Politik der Regierung gegenüber Homosexuellen kritisierte. Sie erklärte öffentlich, dass sie ihre Schüler weiterhin über die Existenz von sexuellen Minderheiten aufklären, sich für die Gleichberechtigung von Homosexuellen in der Gesellschaft einsetzen, sich der Regierungspolitik widersetzen und sich auch von der Regierung davon nicht abbringen lassen wird. Bildungsminister Giertych bezeichnete dies später als „Homosexuellen-Propaganda“. Marzanna Pogorzelska beteiligte sich aktiv an der vom Europäischen Rat initiierten Kampagne “All Different – All Equal”. Sie organisierte verschiedene Veranstaltungen und Aktionen zu diesem Thema.

Die bisherigen Preisträger:

2006 (Berlin)
Volker Beck, grüner Bundestagsabgeordneter (Deutschland) und
Günter Dworek, schwulen- und lesbenpolitischer Bürgerrechtler (Deutschland);
Dr. Louis-Georges Tin, Begründer des Internationalen Tag gegen Homophobie (Frankreich);
Kazimierz Kutz, Senator im polnischen Senat (Polen).

2007 (Paris)
„Place de Mythos / Delusion Square“, Pariser Theater-Gruppe (Frankreich);
Die Gruppe „Menschenrechte und sexuelle Identität (MERSI)“ bei amnesty international (Deutschland);
Piotr Pacewicz, Journalist und Bürgerrechtler (Polen).






Berlin, den 19.06.2008

MANEO würdigt Engagement:

Feierstunde für Helfer und Unterstützer im Rathaus Schöneberg

Mit einer Feierstunde am heutigen Abend hat sich das schwule Berliner Anti-Gewalt- Projekt MANEO bei seinen zahlreichen Helfern und Unterstützern bedankt. Während der Feierstunde zeichnete MANEO herausragendes Engagement mit Urkunden aus.

MANEO-Projektleiter Bastian Finke brachte vor den rund 100 geladenen Gästen seinen Dank gegenüber allen Helfern und Unterstützern zum Ausdruck, „deren Verdienste man gar nicht wert genug schätzen kann.“ Er erinnerte an die Vielzahl der Projekte, die MANEO seit 18 Jahren initiiert und in dieser kreativen Tradition auch die MANEO-ToleranzKampagne mit ihren zahlreichen Aktionen prägt: „Dank der tatkräftigen Unterstützung zahlreicher ehrenamtlicher Mitarbeiter und Helfer konnten wir unsere Projektarbeit kontinuierlich weiterentwickeln. Ohne sie wären die zahlreichen Aktionen der vergangenen zwölf Monate in dem erreichten Maß kaum möglich gewesen.“

MANEO Feierstunde Auf dem J.F.K.-Balkon des Rathauses Schöneberg: (v.l.n.r.) Nico Hartung (Tuned-Jugendprojekt), Hermann Waldner (Würfelfunk), Ricon (Tuned-Jugendprojekt), Uwe Steglin (Bezirksstadtrat), Gabriele Schöttler (Bezirksstadträtin), Cesar Leston (TRIANGULO, COGAM, Spanien), Sybill Klotz (Bezirkstadträtin), Bastian Finke (MANEO-Projektleiter), Tanja Walther (Sportwissenschaftlerin), Burghard Mannhöfer (Fotograf), Willi Lodde (Rechtsanwalt).



Um seine vielschichtige Arbeit aufrechterhalten zu können, muss MANEO zudem jedes Jahr einen fünfstelligen Betrag an Spendengeldern einwerben. „Auch den Spendern gilt unser ausdrücklicher Dank“, so Finke. Die Bezirksstadträtinnen Gabriele Schöttler und Sybill Klotz betonten in kurzen Ansprachen die Wichtigkeit bürgerschaftlichen Engagements, nicht zuletzt für die ein gutes Stadtklima: „Den Ehrenamtlichen gebührt unsere Wertschätzung – aber auch, soweit möglich, die Unterstützung des Bezirkes“, so Jugendstadträtin Schöttler.

Die MANEO-Feierstunde findet traditionell vor dem Lesbisch-Schwulen Stadtfest statt, das Bastian Finke vor nunmehr 15 Jahren als MANEO-Initiative gegründet und sechs Jahre lang geleitet hat. „MANEO hat dem Fest das Gesicht gegeben, das es noch immer hat.“ Auch diese Aktion wäre ohne die tatkräftige Unterstützung ehrenamtlicher Helfer seinerzeit kaum möglich gewesen. Bastian Finke: "Ehrenamtliche Mitarbeiter sind ein Schatz. MANEO kann auf diesen Reichtum stolz sein.“

Schwullesbisches Stadtfest 21.-22. Juni 2008 Am Sonntag des diesjährigen Schwullesbischen Stadtfestes werden in der Zeit von 15 bis 18 Uhr Vertreter der MANEO-Partnerorganisationen aus Frankreich (SOS-Homophobie), Polen (Lambda- Warschau) und Spanien (COGAM und TRIANGULO) am Stand von MANEO anwesend sein und für Gespräche zur Verfügung stehen.

Tolerantia-Preisträger 2008 Im Rahmen der heutigen Feierstunde im Rathaus Schöneberg gab MANEO die Preisträger des diesjährigen TOLERANTIA-PREISES bekannt. Der Preis wird seit 2006 von der Initiativgruppe Schwules Weimarer Dreieck an herausragende Persönlichkeiten aus Deutschland, Frankreich und Polen verliehen, die sich um Toleranz verdient gemacht haben.

Deutschland:
Tanja Walther (Sportwissenschaftlerin),
Philipp Lahm (Fußballnationalspieler),
Theo Zwanziger (DFB-Präsident)

Frankreich: Bruno Solo (Journalist, Moderator)

Polen: Marzanna Pogorzelska (Gymnasiallehrerin)






Berlin, den 16.06.2008

Cruising im Tiergarten

MANEO fordert zur Rücksichtnahme auf: „Einen großen Bogen um Kinderspielplätze machen!“

Anlässlich zweier Vor-Ort-Aktionen wird MANEO gemeinsamen mit der Polizei am 24. Juni und am 2. Juli ein nördlich der Straße des 17. Juni gelegenes Parkgebiet als „Problemzone“ markieren. Plakat: No Cruising In diesem Areal befindet sich ein großer Kinderspielplatz. Hinweisschilder werden Cruiser auffordern: „Hier bitte nicht!“. Das zuständige Bezirksamt kündigt den Abriss des Klappenhäuschens an.

Der Tiergarten, insbesondere der Teil westlich der Siegessäule, ist bei homo- und bisexuellen Männern bis weit über die Stadtgrenzen hinaus als Cruisinggebiet bekannt. Cruisen – das Flanieren, der Flirt, die Kontaktaufnahme – ist eine schöne Sache. Und das soll auch so bleiben.

Doch zertrampelte Grünanlagen und achtlos weggeworfene Hinterlassenschaften sind kein schöner Anblick – weder für Parkbesucher, Nutzer von Toiletten und Spielplätzen, noch für Cruiser selbst. Wiederholt hatte das zuständige Grünflächenamt die Verunreinigungen durch Papiertaschentücher und Kondome als nicht akzeptabel bezeichnet. Selbst unter Cruisern geben diese Zustände seit längerem Anlass zu Beschwerden.

Plakat: Schöner cruisen Bereits mehrfach hatte MANEO Cruiser insgesamt und allgemein zu mehr Rücksichtnahme gegenüber allen anderen Parkbesuchern gebeten. Zuletzt hatte MANEO auf die Problemsituation im Tiergarten mit der Aktion „Schöner Cruisen“, d.h. mit einem Großputz im Tiergarten zum Ausklang der Outdoorsaison im Oktober 2007 maneo news07 reagiert und insbesondere in den schwulen Szene Aufmerksamkeit gesucht.

„Rücksichtsvolles Cruisen ist ein Beitrag für ein gutes Stadtklima, denn auf die Bedürfnisse aller Parkbesucher wird Rücksicht genommen“, betont MANEO-Projektleiter Bastian Finke. Vertreter der Polizei und des Grünflächenamts des Bezirks hatte diese Aktion begrüßt und sich ob des Engagements beeindruckt gezeigt.


Die Problemzone:
Neben den einschlägigen Arealen rund um die Löwenbrücke wurde in den letzten zwei Jahren verstärkt auch ein Gebiet nördlich der Straße des 17. Juni zum Cruisen benutzt, wo sich ein großer Kinderspielplatz befindet. Der Kinderspielplatz liegt im Winkel zwischen Altonaer Straße und Straße des 17. Juni. Hier waren in der Vergangenheit wiederholt Konflikte vorprogrammiert gewesen, denn der Spielplatz wird regelmäßig von Kindergruppen einer nahegelegenen Kindertagesstätte und von vielen Anwohnern genutzt. In der Vergangenheit hatte es Beschwerden auch aufgrund von Verschmutzungen gegeben.

Appell
MANEO appelliert an Cruiser, zukünftig dieses Areal zu meiden und diese Botschaft weiter zu kommunizieren, zumal Polizei und Bezirksamt angekündigt haben, diese Problemzone verstärkt zu beobachten und in unregelmäßigen Abständen zu überprüfen. „Bitte gebt diese Information weiter und tragt dazu bei, dass in dem Gebiet rund um den Spielplatz nicht unnötige Konflikte entstehen“, erklärt Bastian Finke.

MANEO wird am 24. Juni und am 2. Juli gemeinsam mit der Polizei Kontakt und Gespräche mit Cruisern suchen. Außerdem wird das Areal mit Hinweisschildern „No Cruising - Hier bitte nicht!“ markiert.






Berlin, den 04.06.2008

MANEO-Wanderausstellung Zeugnisse schwulenfeindlicher Gewalt im Rathaus Wilmersdorf:„Einzigartige Dokumentation“

Nachdem die MANEO-Wanderausstellung im Mai für einige Wochen im Rathaus Wilmersdorf gastierte, ziehen Bezirksstadtrat Reinhard Naumann (SPD) und MANEO-Projektleiter Bastian Finke eine positive Bilanz.

MANEO-Kussmarathon 2008 Bereits zur Eröffnung hatte Naumann die Ausstellung als „einzigartige Dokumentation“ gewürdigt. Wie schon zuvor an anderen Orten regte die Ausstellung auch im Berliner Bezirk Wilmersdorf zum Nachdenken über die Ursachen und Folgen von vorurteilsmotivierter Gewalt an.

Mit der bundesweit einzigartigen Ausstellung zeigt MANEO eine nüchterne Dokumentation realer Auswirkungen schwulenfeindlicher Gewalt, ohne dabei die geschädigten Personen vorzuführen.

© Foto MANEO: Bezirksstadtrat Reinhard Naumann (r.) und MANEO-Projektleiter Bastian Finke (l.) eröffneten die MANEO-Wanderausstellung im Rathaus Wilmersdorf.

Die Bilder von teils schwerwiegenden Körperverletzungen dokumentieren auf drastische Weise, dass antischwule Gewalt, die von der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird, keine Bagatelle ist. Die hier gezeigten Opfer stehen stellvertretend für viele, die, teilweise am helllichten Tag, angegriffen worden sind: in der U-Bahn, im Bus, auf offener Straße, am Badestrand. Bilder können aber nur schwer verdeutlichen, was Menschen durch einen solchen Überfall erleiden.

Es sind nicht nur körperliche Verletzungen, die das Leben der Betroffenen über lange Zeit belasten, beeinträchtigen und auch verändern, sondern oft auch immer wiederkehrende oder andauernde Erfahrungen mit Beleidigung, Ausgrenzung, Abwertung und Erniedrigung.

MANEO stellt seine Wanderausstellung seit 2007 bundesweit Projekten und Einrichtungen zur Verfügung, um Diskussionen über Homophobie und Hassgewalt anzuregen. Die Ausstellung, die aktuell elf Tafeln umfasst, wird kontinuierlich ergänzt. Eine identische zweite Ausstellung ist parallel zur Wanderausstellung an wechselnden Orten in Berlin zu sehen.






Berlin, den 02.06.2008

Internationaler Tag gegen Homophobie 17. Mai – Bilanz

MANEO-AKTIONSTAGE 2008 so erfolgreich wie nie /
MANEO auf dem Schwullesbischen Stadtfest

Nach den diesjährigen MANEO-AKTIONSTAGEN anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie (17. Mai) zieht das schwule Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO eine durchweg positive Bilanz. MANEO-Projektleiter Bastian Finke erklärt: „Wir haben es geschafft, in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen Aufmerksamkeit und Engagement gegen Homophobie und Hassgewalt zu mobilisieren.“

Vom 10. bis 25. Mai 2008 hatte MANEO in Berlin mit insgesamt sechs Aktionen und Veranstaltungen das Thema Homophobie und vorurteilsmotivierte Hassgewalt erfolgreich auf die Agenda gesetzt sowie für nachhaltige Unterstützung seiner Arbeit geworben.

Den Auftakt bildete die MANEOSPENDENWOCHE, die am 18. Mai mit einem Benefiz- Event im Bangaluu endete. Parallel zur öffentlichen MANEO-BENEFIZ-PARTY im 17.05.2008. MANEO am S-Bahnhof-Frankfurter Souterrain des Berliner Nobelclubs, fand im Allee in Berlin. Foto © B. Mannhöfer.

Dinnerclub ein exklusives MANEO-CHARITY-DINNER statt. Die 80 geladenen Gäste aus Wirtschaft, Kultur, Sport und Politik, darunter Schirmherr Klaus Wowereit, Alfred Biolek, Peter Kurth, Gabi Decker und Robert Stadlober, begrüßten die Arbeit von MANEO und versicherten ihre Unterstützung. Mit dem Benefiz-Event warb MANEO um Spenden, da die Finanzierung des Projekts durch die Berliner Senatsverwaltung nicht ausreicht, um die vielschichtige Arbeit aufrechtzuerhalten.

MANEO WErktatt Berlins Innensenator Dr. Ehrhart
Körting
MANEO-Werkstatt 3: Berlins Innensenator Dr. Ehrhart Körting. Foto © B. Mannhöfer.

So ist auch der Fortbestand der MANEOWERKSTATT, die vom 16. bis 17. Mai zum dritten Mal im Rathaus Schöneberg stattfand, derzeit ungewiss, obschon sich die internationale Konferenz zum Thema „Homophobie und schwulenfeindliche Gewalt im öffentlichen Raum“ mittlerweile erfolgreich als Forum zur Stärkung des europäischen Netzwerks etablieren konnte. Berlins Regierender Bürgermeister, Klaus Wowereit, sowie Bundesjustizministerin Brigitte Zypries würdigten die Konferenz in ihren Grußworten als wegweisend.


Für Überraschung sorgte der spontane Besuch von Berlins Innensenator Dr. Ehrhart Körting am zweiten Tag der Konferenz. In einer kurzen Ansprache betonte er, es sei ihm ein „persönliches Anliegen“, dass der interdisziplinäre Dialog zu Homophobie und Hassgewalt weiter befördert würde. Im Publikum sitzend verfolgte er aufmerksam die Podiumsdiskussion zum Thema „Wie kommt Licht ins Dunkelfeld – können Schwule vor Übergriffen besser geschützt werden?“.

Tags zuvor hatten die rund 100 Tagungsteilnehmer, darunter offiziell entsandte Vertreter von Polizeien, Regierungsbehörden und Organisationen u.a. aus Frankreich, Polen, Spanien, den Niederlanden, Belgien, Irland und Israel sowie zahlreichen deutschen Bundesländern, einen viel beachteten Impulskatalog erarbeitet, der u.a. regelmäßige Erhebungen zu Gewaltvorfällen sowie die Schaffung eines Kriterienkatalogs für die Erfassung homophober Gewalt fordert (www.maneo-toleranzkampagne.de).

MANEO-Kussmarathon 2008
MANEO-Kussmarathon vor dem Rathaus Neukölln. Foto © B. Mannhöfer.

Für öffentliches und mediales Aufsehen sorgte auch der MANEO-KUSSMARATHON, mit dem wie bereits im Vorjahr Orten aufgesucht wurden, die als „kein leichtes Pflaster“ für offen Homosexuelle bekannt sind. Unter dem Motto protect every kiss setzten am Nachmittag des 17. Mai homo und heterosexuelle Paare gemeinsam ein Zeichen, um auf die anhaltende Diskriminierung und Intoleranz gegenüber Homosexuellen aufmerksam zu machen – zuerst am S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee in Berlin-Lichtenberg, danach vor dem Rathaus in Berlin-Neukölln. Mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren dem Aufruf gefolgt.

Den Abschluss der MANEO-Aktionstage 2008 bildete die Verleihung des MANEO-KREATIVPREISES „HANDS OF COURAGE“, der in diesem Jahr erstmalig vergeben wurde. Jugendliche waren aufgerufen, sich kreativ mit dem Thema „Homophobie, Männlichkeit und Gewalt“ auseinanderzusetzen und hierzu in einer der vier Kategorien eigene Beiträge zu entwickeln.

Der Wettbewerb verstand sich als Berlin open, so dass auch Beiträge aus ganz Deutschland bzw. Europa berücksichtigt werden konnten. Die Preisträger wurden im Rahmen einer Party im Haus der Jugend in Berlin-Charlottenburg gewürdigt und erhielten insgesamt 2.000,- Euro Preisgeld www.tag-gegen-homophobie.de.

Lesbisch-Schwules Stadtfest Berlin: 21.-22. Juni 2008 Auch in diesem Jahr wird MANEO wieder mit einem Stand auf dem Schwullesbischen Stadtfest rund um die Schöneberger Motzstraße vertreten sein und über seine Arbeit informieren und für aktuelle Projekte werben.

Das Fest, das mittlerweile eines der größten Open-Air-Events im Berliner Veranstaltungskalender ist, wurde seinerzeit von MANEO-Projektleiter Bastian Finke ins Leben gerufen: Finke hatte die offensive Demonstration schwuler – und lesbischer – Selbstverständlichkeit 1993 als Antwort auf wiederholte homophobe Vorfälle rund um den Nollendorfplatz initiiert.






Berlin, den 27.05.2008

MANEO-Kreativpreis ‚Hands of Courage’ 2008 verliehen

Jugendliche entwickelten zum Thema „Homophobie, Männlichkeit und Gewalt“ Beiträge in vier Kategorien / Preisträger freuten sich über insgesamt 2.000,- Euro Preisgeld

Im Rahmen der MANEOAktionstage 2008 anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie (17. Mai) verlieh das schwule Berliner Anti- Gewalt-Projekt MANEO erstmalig den MANEO-Kreativpreis „Hands of Courage“.

Jugendliche waren aufgerufen, sich kreativ mit dem Thema „Homophobie, Männlichkeit und Gewalt“ auseinanderzusetzen und hierzu eigene Beiträge zu entwickeln. Der Wettbewerb verstand sich als Berlin open, so dass auch Beiträge aus ganz Deutschland bzw. Europa berücksichtigt werden konnten. Preisträger Hands of Courage
Photo: MANEO-Kreativwettbewerb: Jugendstadtrat Reinhard Naumann (li.) und MANEO-Projektleiter Bastian Finke (re.) mit den Preisträgern Christoph Köhler (2.v.li.), Nico Hartung (3.v.li.), Mehmet Mehmeti (4.v.li.), Mahmoud Mohammed (4.v.re.)

Unterstützt wurde der MANEO-Kreativpreis von Organisationen wie „Gesicht Zeigen – Aktion weltoffenes Deutschland“, „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, Vaganten-Bühne, Chance-Unit, Hannchen- Mehrzweck-Stiftung.

Rund 70 Jugendliche nahmen an der Preisverleihung am Sonntag, 25.05.2008, im Haus der Jugend in Berlin-Charlottenburg teil. Musikalisch begleitet wurde die Party, die unter der Schirmherrschaft des Jugendstadtrates von Charlottenburg-Wilmersdorf, Reinhard Naumann, stand, von den Bands „ME Mixed Emotions“ und „Tuend – Jugendprojekt“.

Den Preisträgern, die insgesamt 2.000,- Euro Preisgeld erhielten, die über Spenden zusammen kamen, überreichte MANEO-Projektleiter Bastian Finke eine Urkunde und bedankte sich für das beispielhafte Engagement der Teilnehmer am ersten Kreativwettbewerb.

Alle eingereichten Beiträgen waren zuvor von der unabhängigen Jury begutachtet worden.
Die Jury – u.a.: Rainer Behrend, (Intendant Vagantenbühne),
Pieke Biermann (Journalistin, Buchautorin), Ross Antony Catterall (Sänger),
Sanem Kleff (Schule ohne Rassismus / Schule mit Courage),
Michael Kloss (Hannchen-Mehrzweck-Stiftung),
Mario Koss (Chance Unit e.V.),
Martin Reichert (Journalist),
Rebecca Weiss (Aktion Gesicht Zeigen),
Georg Uecker (Schauspieler) und
Bastian Finke (MANEO) –
schreibt zu den Gewinnern:

Kategorie „Kurzgeschichten“: Hinter mir im 33er, in meinem Block – von Christian Deker

>> Der 25-jährige Christian Deker schildert in seiner Kurzgeschichte ein persönliches Erlebnis als Fußballfan, als während eines Fußballspiels am 19. Mai 2007 sein eigener Stuttgarter Fanblock plötzlich den Bayern-Torwart Michael Rensing mit dem Gesang „Michael Rensing ist homosexuell...“ demütigen will. Er überwindet seine eigene Angst, tritt auf seine eigene Fangruppe mit der Aufforderung zu, dies zu unterlassen. Er outet sich vor seinen eigenen Fans als homosexuell und erklärt, dass ihn der Gesang verletze. In seiner Kurzgeschichte berichtet er, wie er mit zitternden Knien seine Angst überwindet – und dabei von einem Vater, der mit seinem Sohn im Fanblock sitzt, darin bestärkt wird, dass er mit seinem Protest im Recht sei. Christian Deker zeigt einen engagierten Weg auf, wie man sich in einer derartigen Situation verhalten kann, dass durch couragiertes Verhalten auch Veränderung möglich ist. <<

Kategorie „Fotos und Bilder“: Du kannst alles sein – von Christoph Köhler

>> In der Fotoserie „Du kannst alles sein“ werden junge Menschen auf Fotos dargestellt, so wie man junge Menschen im Beruf oder auf der Straße antreffen würde. Auf jedem Foto wird in einem Begleittext kurz abgefragt, was der Menschen sein könnte, z.B. „Leistungssportler? Politiker? Schwul?“ Dem Betrachter werden Menschen präsentiert, deren sexuelle Orientierung als ein Attribut unter vielen erscheint: „Beste Freunde? Punks? Verliebt?“ Christoph Köhler, der in Potsdam Grafikdesign studiert, fordert mit den Bildern den Betrachter heraus, in wie weit sich sein Blick auf die Personen durch den Hinweis „schwul“ oder „lesbisch“ verändert und die Person mit ihren vielen weiteren individuellen Eigenschaften aus dem Blickfeld gerät. Er verdeutlicht, dass die ausschließliche Einordnung eines Menschen über die sexuelle Orientierung mehr über die verengte Sichtweise des Betrachters verrät. <<

Kategorie „Film und Theater“: Das Interview – von Manfred Daniel Rad, Andreas Lundell und Frank Straubel (Lehrer)
>> Schüler der schwedischen Satellit-Schule in Malmö produzieren regelmäßig unter Anleitung ihres Lehrers Frank Straubel Beiträge für das Regionalprogramm TV-Malmö-Öppnakanalen.
In dem Beitrag „Das interview“, das vom 15-jährigen Manfred Daniel Rad und dem 14-jährigen Andreas Lundell selbst geschrieben und produziert wurde, wird ein 15-jähriger Jugendlicher interviewt, der sich als homosexuell outet. Er berichtet von Demütigungen, Beleidigungen und Angriffen. „Das Interview“ wird mit einer solchen Natürlichkeit und Glaubwürdigkeit vermittelt, dass es den Zuschauer emotional herausfordert. Die Spannung im Film wird gerade auch durch die Kameraführung gehalten. Die Situation ist glaubhaft inszeniert. <<

Kategorie „Musik und Tanz“: Mach die Augen auf – von Mahmoud Mohammed, Mehmet Mehmeti und Nico Hartung
>> Unter der Leitung von Nico Hartung, der als Diakon und Rapper im Kinder- und Jugendhaus Immenweg das Jugendprojekt „Tuned“ betreut, werden in einem aus Eigenmitteln finanzierten semiprofessionellen Studio mit Jugendlichen Songs produziert.

Dass Jugendliche hier kostenlos Songs aufnehmen können, hat sich in den Rap- und Hip-Hop-Szenen herumgesprochen. Bewusst werden Textideen und Textinhalte gemeinsam besprochen, weil das Projekt sich auch von gewaltverherrlichenden Songs, die in den Szenen kursieren, abgrenzen will.

Während Mädchen häufiger Popsongs singen, entwickeln Jungs eher Rapsongs. In dem Song „Mach die Augen auf, der von den 15-jährigen Mahmoud Mohammed und Mehmet Mehmeti geschrieben und gesungen wurde, wird die Situation von Jugendlichen beschrieben, die mit ihren Probleme alleine geblieben sind, keine Ansprechpartner gefunden haben, um ihre Probleme mitzuteilen, und aufgrund dessen in Konfliktsituationen geraten sind: ein Mädchen, das auf den Strich geht und schwanger wurde; ein Junge, der aufgrund seines Schwulseins Drogen konsumiert; ein Junge, der mit seinen Aggressionen nicht mehr zurecht kommt. In dem Song rufen sie dazu auf, Jugendlichen mehr zuzuhören und ihnen bei ihren Problemen beizustehen. <<

Die Beiträge werden in Kürze auch im Internet veröffentlicht unter www.tag-gegen-homophobie. de. Gleichzeitig ist der Startschuss für den „MANEO-Kreativpreis 2009“ gegeben, der unter der thematischen Überschrift „Homophobie – Familie – Liebe und Gewalt“ steht.






Berlin, 25.05.2008

Bushido-Transparent zerschnitten

18-jähriger Schüler muss Schaden von 14.000 Euro zahlen

Im August 2007 warb der Rap-Sänger Bushido im Vorfeld des BRAVO-Konzerts gegen Gewalt an Schulen mit einem riesigen, hauswandgroßen Poster für seine neue CD. Aufgrund des umstrittenen Auftritts von Bushido auf dem Konzert am Brandenburger Tor hatte es in der Öffentlichkeit heftige Kontroversen gegeben. Bushido war vorgeworfen worden, sexistische, frauen- und schwulenfeindliche sowie gewaltverherrlichende Texte zu singen.

In der Nacht von Freitag, 10. August 2007, auf Sonnabend, 11. August 2007, kam ein 17-jähriger Schüler nach einer Geburtstagsfeier auf dem Weg zur Burger-King-Filiale am Bahnhof Zoo an jenem haushohen Poster vorbei, das an einem Gerüst vor der Baustelle des Zoofensters hing. Er kletterte über den Zaun auf das Gerüst und schnitt ein etwa 10 Meter langes und 2 Meter hohes Dreieck heraus. Er wollte den auf Bushidos Arm befindlichen Schriftzug „Berlin“ unkenntlich machen, denn seine Stadt Berlin solle für eine weltoffene und tolerante Stadt stehen, und nicht in Verbindung mit Intoleranz gebracht werden.

Kurz darauf wurde der Schüler von der Polizei festgenommen. Am darauf folgenden Montag meldete sich der Jugendliche selbst bei der zuständigen Werbefirma, die das Transparent hergestellt und aufgehängt hatte. Während ein eingeleitetes Strafverfahren gegen ihn kurze Zeit später wieder eingestellt wurde, erhielt er von der Firma am 1. Oktober 2007 eine Schadensersatzforderung in Höhe von 14.247,00 Euro.

„Obwohl meine Handlung spontan und unüberlegt war, hatte ich doch Beweggründe, die mich dazu brachten, so zu Handeln. Bushido ist ein Rapper, der den ‚Gangsta-Rap’ betreibt. Leider geht es ihm nicht mehr nur darum, seinen ‚Gegner’ mit Wortspiel oder Wortwitz zu ‚besiegen’, sondern beschimpft ihn auf niveauloseste Art und Weise, erniedrigt Frauen und beleidigt Behinderte und homosexuelle Menschen.
Zitat Bushido, Songtext Berlin: ‚[…] lasst euch alle Titten wachsen […] doch ich rap nicht mit euch Spassten […] die Party ist vorbei, Deutschland hat wieder ne Grenze, es ist ganz normal, Männer lutschen keine Schwänze…’
Es macht mich traurig, dass solche Personen auf die Top-Hit-Listen der Deutschen Charts kommen. Musik-TV-Sender wie VIVA und MTV haben die Inhalte dieser menschenverachtenden Musik unterstützt. Auch ist es lächerlich, dass Bushido in einer Anti-Gewalt-Kampagne an Schulen von dem Jugendmagazin BRAVO unterstützt wir. Am besagten Tag machte es mich wütend, das Bushido sein riesiges Poster am Zoologischen Garten aufstellen darf, um sich in einer repräsentativen Rolle für Berlin und auch für Deutschen Rap selbst zu promoten“.

Die Schuldenlast der geforderten 14.247,00 Euro trifft den Schüler schwer; er und seine fünfköpfige Familie sind mit dieser riesigen Summe überfordert. Die Firma hat zwar eine Ratenzahlung vorgeschlagen, doch diese beinhaltet, dass der heute 18-Jährige die Schadensersatzforderung über einen Zeitraum von 15 Jahren tilgen wird – nebst Zinsen.

Trotzdem möchte der 18-jähgrige Schüler eine für ihn zu bewältigende Summe abzahlen, weil er seine Schuld in der unüberlegten Handlung einsieht. Es wäre jedoch für ihn eine große Entlastung, wenn Menschen ihm helfen würden, das Geld aufzubringen, oder sich Personen einschalten, um die Firma zu einem weiteren Entgegenkommen zu bewegen.






Berlin, den 22.05.2008

MANEO Charity-Dinner 2008:

Wowereit wirbt um Unterstützung für MANEO –
Prominente erklären ihre Verbundenheit

Auf dem MANEO Charity-Dinner 2008 warb Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, unter dessen Schirmherrschaft die diesjährigen MANEO-Aktionstage anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie 17. Mai stehen, um Unterstützung für das schwule Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO.

Timm-TV www.timm.de über das MANEO Charity- Dinner sevenload.com/videos logo MANEO aktionstage
MANEO Charity-Dinner 2008 (v.l.n.r.) Klaus Wowereit, Alfred Biolek, Dr. Bernd Schmidt (Intendant Friedrichstadtpalast).© MANEO/ Burghard Mannhöfer.

Vor den 80 geladenen Gästen aus Wirtschaft, Kultur, Sport und Politik, denen im exklusiven Dinnerclub des Bagaluu ein 6- Gänge-Menü mit Musik und Show geboten wurde, betonte Wowereit: „Ich wünsche MANEO große Unterstützung, viele ehrenamtliche Helfer, aber auch den institutionellen Rahmen, der diese Unterstützung möglich macht.“

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MANEO Charity-Dinner 2008 (v.l.n.r.) David Winter und Robert Stadlober („Sonnenallee“, „Sommersturm“). © MANEO/Burghard Mannhöfer

Mit dem Charity-Dinner, das den Abschluss der MANEO-Spendenwoche 2008 bildete, will MANEO um Spenden werben, da die Finanzierung des Projekts durch die Berliner Senatsverwaltung nur unzureichend ist. „Jedes Jahr müssen wir einen fünfstelligen Betrag an Spendengeldern einwerben, um unsere vielschichtige Arbeit überhaupt aufrechterhalten zu können“,erklärte MANEO-Projektleiter Bastian Finke: „Deswegen bedanken wir uns – nicht zuletzt im Namen unserer Klienten – bei allen Unterstützern, die uns mit helfender und gebender Hand zur Seite stehen.“

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MANEO Charity-Dinner 2008. Schwesternschaft der Perpetuellen Indulgenz mit Gabi Decker (Kabarettistin). Foto: © MANEO/Burghard Mannhöfer

Zu den Gästen zählten u.a. Klaus Wowereit, Alfred Biolek, Robert Stadlober („Sommersturm“), David Winter, Gabi Decker (Kabarettistin), Pierre Sanoussi-Bliss („Der Alte“), Kristin Meyer („GZSZ“), Patrick Winczewski („Der Landarzt“), Sabina Kaack („Die Dormbuschs“), Axel Herrig (Schauspieler),Peter Kurth (Vorstand der ALBA AG) und Dr. Bernd Schmidt (Intendant Friedrichstadtpalast).

>> Ich unterstütze MANEO, weil diese Organisation u.a. für Respekt im Miteinander wirbt. Ein ganz wichtiger Leitsatz ist dabei schon lange mein Lebensbegleiter: „Ohne Ehrfurcht vor dem Leben hat die Menschheit keine Chance!“ Mit diesem universalen Motto trifft Albert Schweitzer ein von mir tiefempfundenes Grundbedürfnis im Kern. MANEO kämpft genau dafür. Schon alleine deswegen lohnt es sich, diese Organisation zu unterstützen.
Kristin Meyer, GZSZ-Hauptdarstellerin

>> Wir diskutieren über Gewalt in der Familie, Gewalt gegen Frauen, Gewalt gegen Kinder, Gewalt von Völkern untereinander, Staatsgewalt usw. Das bringt Schlagzeilen in der Presse. Gewalt gegen Schwule und Lesben dagegen wird in den Medien kaum zur Kenntnis genommen – und wenn, dann nur auf reißerische Weise. Die Opfer bleiben meist allein mit ihrer Angst, wenn sie sich überhaupt trauen Anzeige zu erstatten. Dass sich das ändert, dafür unterstütze ich MANEO.
Pierre Sanoussi-Bliss, Schauspieler („Der Alte“) und Buchautor („Der Nix“)

>> Immer wird von Gewalt gegenüber Kindern und Frauen in der Presse gesprochen – keine Frage dass es wichtig ist, dies zu unterstützen. Aber aus meiner Sicht ist jegliche Form der Gewalt ein wichtiges Thema, gegen das man vorgehen muss. Ein Projekt wie MANEO muss unterstützt werden -, da die Gewalt gegenüber Homosexuellen in Bezug auf die Präventionsarbeit immer noch zu weit im Hintergrund steht und MANEO dabei einen wichtigen Schritt macht.
Nik Breidenbach, Schauspieler (GZSZ) und Musicalsänger („Das Apartment“)

>> Wir sind noch weit von einer vorurteilsfreien Welt entfernt. Die viel zitierte „Akzeptanz“ von Minderheiten in unserer Wohlstandsgesellschaft bekommt immer häufiger Brüche. Ausgrenzung und brutale Gewalt. MANEO ist eine äußerst professionell geführte Organisation die dumpfem hass“ starkes“ entgegensetzt. Darum unterstütze ich das bewundernswerte Team.
Harald Pignatelli, Moderator beim RBB

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MANEO Charity-Dinner 2008. Mit Patrick Winczewski, Sabine Kaack, Kristin Meyer, Nik Breidenbach, Axel Herrig, Pierre Sanoussi-Bliss und Bastian Finke. © Foto: MANEO/Burghard Mannhöfer

MEHR
Photo-Gallerie auf www.maneo-toleranzkampagne.de

Ein Video von Timm-TV www.timm.de über das MANEO Charity- Dinner kann man online ansehen unter: sevenload.com/videos






Berlin, den 17.05.2008

2. MANEO-Kussmarathon protect every kiss: Berlin küsste für mehr Toleranz

Homo- und heterosexuelle Paare setzten am Internationalen Tag gegen Homophobie – 17. Mai – mit demonstrativem Küssen ein Zeichen gegen Homophobie und Hassgewalt

Unter dem Motto protect every kiss hatte das Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO für den Nachmittag des 17. Mai im Rahmen seiner Aktionstage 2008 zum 2. MANEO-Kussmarathon aufgerufen. An Orten, die als „kein leichtes Pflaster“ für offen Homosexuelle bekannt sind, setzen homo- und heterosexuelle Paare gemeinsam ein Zeichen, um auf die anhaltende Diskriminierung und vorurteilsmotivierte Hassgewalt aufmerksam zu machen.

Unterstützt wurde die Aktion u.a. von der Schwesternschaft der Perpetuellen Indulgenz e.V., dem LSVD Berlin- Brandenburg, SchwuSos – Lesben und Schwule in der SPD, Queer Grün und den Lesben und Schwulen in der Union (LSU).

Rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer versammelten sich unter großem Medieninteresse um 15 Uhr am belebten S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee in Berlin-Lichtenberg vor einem Einkaufszentrum.

Die Kuss-Aktion stieß auf unterschiedlichste Reaktionen seitens der Passanten – neben zustimmenden und die Aktion begrüßenden Stimmen waren auch ablehnende, nicht zuletzt unverhohlen homophobe zu vernehmen. Dies jedoch bestärkte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nur in ihrem Anliegen.

„Wir akzeptieren keine No-Show-Areas. Jeder Kuss zählt, jeder Kuss ist schützenswert“, erklärte MANEO-Projektleiter Bastian Finke.

An der zweiten Station um 17 Uhr vor dem Rathaus Neukölln traf die Aktion erneut auf regen Zuspruch; rund 80 Küssende versammelten sich auf dem Rathausvorplatz an der Hauptgeschäftsstraße des Bezirks, der in der Vergangenheit wiederholt mit sogenannten „Problemkiezen“ für Schlagzeilen sorgte. Auch hier sorgte der Kussmarathon bei den Passanten für einige Irritation.

Finke: „Wir wollen, dass es als Selbstverständlichkeit angesehen wird – und zwar überall –, wenn schwule oder lesbische Paare auf offener Straße Hand in Hand gehen oder sich einen Kuss geben. Es gilt, vorurteilsmotivierter Gewalt das Wasser abzugraben.“

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17. Mai - MANEO-WERKSTATT 3 im Rathaus Schöneberg

17. Mai - 2.MANEO-KUSSMARATHON „PROTECT EVERY KISS“

10. - 18. Mai - MANEO-SPENDENWOCHE


18. Mai | 19.30 Uhr MANEO-BENEFIZ-EVENT im Bangaluu Club
ab 19.30 Uhr öffentliche BENEFIZ-PARTY im Bangaluu Club
ab 19.30 Uhr exklusives CHARITY-DINNER im Bangaluu-Dinnerclub.

Neben dem Regierenden Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit haben namhafte Persönlichkeiten ihr Kommen angekündigt u.a. Alfred Biolek, Robert Stadlober („Sommersturm“), Pierre Sanoussi- Bliss („Der Alte“), Kristin Meyer („GZSZ“), Patrick Winczewski („Der Landarzt“), Harald Pignatelli (RBB-Moderator), Omilade Navina (Deutsche Fußballnationalspielerin), Florian Keller (Deutscher Nationalspieler im Hockey), Peter Kurth (Vorstand der ALBA AG) und Dr. Bernd Schmidt (Intendant Friedrichstadtpalast).

25. Mai | 19.00 Uhr MANEO-KREATIVPREIS „HANDS OF COURAGE“ 2008
Die Preisverleihung findet im Rahmen einer Party im "Haus der Jugend" in Charlottenburg statt.






Berlin, den 16.05.2008

Spontaner Besuch von Berlins Innensenator

Ehrhart Körting auf der MANEO-Werkstatt 3 Interdisziplinärer Dialog zu Homophobie und Hassgewalt ein „persönliches Anliegen“

Am 17. Mai stattete Berlins Innensenator Dr. Ehrhart Körting der dritten internationalen Konferenz MANEO-Werkstatt einen spontanen Überraschungsbesuch ab. In einer kurzen Ansprache betonte er, es sei ihm ein „persönliches Anliegen“, dass der interdisziplinäre Dialog zu Homophobie und Hassgewalt weiter befördert würde. Im Publikum sitzend verfolgte er aufmerksam die Podiumsdiskussion zum Thema „Wie kommt Licht ins Dunkelfeld – können Schwule vor Übergriffen besser geschützt werden?“.

Nach der zweitägigen Konferenz, die am 16. Mai mit einem Fachtag begann, zieht MANEO eine positive Bilanz. Offiziell entsandte Vertreter von Polizeien, Regierungsbehörden und Organisationen u.a. aus Frankreich, Polen, Spanien, den Niederlanden, Belgien, Irland und Israel sowie zahlreichen deutschen Bundesländern nutzten die MANEO-Werktstatt 3 abermals als konstruktives Forum zum Erfahrungsaustausch und zur Stärkung des Netzwerkes.

Auch Vertreter der Botschaft der Republik Irland und die Königliche Niederländische Botschaft begrüßten den interdisziplinären Dialog ausdrücklich. Berlins Regierender Bürgermeister, Klaus Wowereit, sowie Bundesjustizministerin Brigitte Zypries würdigten die Konferenz in ihren Grußworten als wegweisend.

Mit der MANEO-Werkstatt hat sich ein weiteres Element der durch die Stiftung Deutsche Klassenlotterie ermöglichten MANEO-ToleranzKampagne erfolgreich etabliert.

MANEO-Projektleiter Bastian Finke erklärt: „Da die ToleranzKampagne Anfang nächsten Jahres ausläuft, ist eine Fortsetzung der MANEO-Werkstatt derzeit ungewiss. Aus den uns von der Berliner Senatsverwaltung zuerkannten Mitteln lassen sich die Herausforderungen nicht bewältigen. Unser Antrag auf Aufstockung der Zuwendungen wurde von der Berliner Senatsverwaltung abgelehnt; finanziell befinden wir uns also weiterhin etwa auf dem Stand von 1996. Die erreichten Erfolge stehen damit auf dem Spiel.“






Berlin, den 16.05.2008

MANEO-Werkstatt 3:
Kampf gegen Homophobie und Hassgewalt auf europäische Agenda setzen

Wegweisender Impulskatalog erarbeitet /
Pressegespräch und Podiumsdiskussion am Samstag, 17.05., ab 9 Uhr

Am 16. Mai 2008 begrüßte das Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO erneut über einhundert Tagungsgäste aus ganz Europa im Rathaus Schöneberg zu seiner dritten internationalen Konferenz, die in diesem Jahr unter der Überschrift „Wie kommt Licht ins Dunkelfeld – können Schwule vor Übergriffen besser geschützt werden?“ stand.

Offiziell entsandte Vertreter von Polizeien, Regierungsbehörden und Organisationen u.a. aus Frankreich, Polen, Spanien, den Niederlanden, Belgien, Irland und Israel sowie zahlreichen deutschen Bundesländern nutzten die MANEO-Werktstatt 3 abermals als konstruktives Forum zum Erfahrungsaustausch und zur Stärkung des Netzwerkes.

Auch Vertreter der Botschaft der Republik Irland und die Königliche Niederländische Botschaft begrüßten den interdisziplinären Dialog ausdrücklich. „Die Globalisierung und der europäische Einigungsprozess zwingen uns, die Herausforderungen grenzüberschreitend anzugehen“, erklärte MANEO-Projektleiter Bastian Finke.

Berlins Regierender Bürgermeister, Klaus Wowereit, unter dessen Schirmherrschaft die MANEO-Aktionstage anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie 17. Mai stehen, sowie Bundesjustizministerin Brigitte Zypries würdigten die Konferenz in ihren Grußworten als wegweisend.

Im Ergebnis resultierte aus den mehrstündigen Intensiv-Workshops, die unter jeweils akzentuierter Fragestallung am Thema arbeiteten, ein umfangreicher Impulskatalog, der u.a. mit einer Podiumsdiskussion am Publikumstag (Samstag, 17.05.2008, ab 9:00 Uhr) vertieft und weiter konkretisiert werden wird (nachfolgend einige Auszüge):

>> Studien zu homophober Gewalt sollen in regelmäßigen Abständen und auf internationaler Ebene durchgeführt werden. Die wissenschaftlich begleitete MANEO-Umfrage, die bereits von Spanien, Frankreich und Österreich übernommen wurde, gilt es weiter zu unterstützen.
Bezweifelten in der Vergangenheit Polizeien und Verwaltungen mit Verweis auf mangelnde verlässliche Statistiken noch die Notwendigkeit verstärkter Bemühungen bei der Prävention von antischwuler Gewalt, schufen die viel beachteten Ergebnisse der zum Jahreswechsel 2006/2007 bundesweit durchgeführten ersten MANEO-Umfrage Tatsachen.

Die zum Jahreswechsel 2007/2008 durchgeführte Wiederholungsstudie, deren Ergebnisse in Kürze vorgestellt werden, wird die Datenlage noch erhärten.

>> Bei der Erfassung von homophober Gewalt muss die Motivation des Täters und nicht die tatsächliche sexuelle Orientierung des Opfers im Vordergrund stehen. Die Kriterien für die Erfassung erfordern die Erarbeitung einer Checklist sowie die Klärung von Verfahrensabläufen der Erfassung und Auswertung.
Eine solche Checklist hat MANEO seit Anfang der 1990er-Jahre auf Grundlage eines FBI-Kriterienkatalogs zur Feststellung von vorurteilsmotivierten Gewalttaten kontinuierlich weiterentwickelt (einzusehen im MANEO-Jahresbericht 2001 unter www.maneo.de).

>> Im Gerichtsverfahren soll der Täter mit seiner homophoben Haltung konfrontiert werden. Es gilt, im Rahmen einer konsequenten Strafverfolgung, an der Homophobie des Täters anzusetzen. Eine Verschärfung des Strafrechts ist nicht erforderlich; bestehende Strafen sollen konsequent angewendet werden.

>> Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen bei den Polizeien sollen aufklärend und sensibilisierend nach innen in die Behörden wirken sowie eine kompetente Zusammenarbeit mit Fachstellen (wie z.B. MANEO) gewährleisten.

>> Die Schule soll ein Schutzraum sein, der nicht zuletzt gegenüber vorurteilsmotivierter Gewalt jeder Form eine „Null-Toleranz“-Politik durchsetzt.

PRESSE
Pressegespräch: Samstag, 17.05.2008, 9:30 Uhr
im Rathaus Schöneberg, 2.OG – John-F.-Kennedy-Platz


logo MANEO aktionstage

17. Mai | 9.00 bis 13.00 Uhr
MANEO-WERKSTATT 3 im Rathaus Schöneberg
„Wie kommt Licht ins Dunkelfeld - können Schwule vor Übergriffen besser geschützt werden?“ Publikumstag mit Referaten und Podiumsdiskussionen (Teilnahmeregistrierung vor Ort); Programm unter www.tag-gegen-homophobie.de. Pressegespräch um 9:30 Uhr

17. Mai | ab 15.00 Uhr
2. MANEO-KUSSMARATHON „PROTECT EVERY KISS“
Schwule, lesbische und auch heterosexuelle Paare, sowie deren Freunde und Bekannte sind eingeladen, an Orten, die als „kein leichtes Pflaster“ für offen Homosexuelle bekannt sind, mit einem Kuss ein Zeichen zu setzen.
1. Station: am S-Bahnhof Frankfurter Allee, ab 15.00 Uhr
2. Station: vor dem Rathaus Neukölln, ab 17.00 Uhr

10. - 18. Mai
MANEO-SPENDENWOCHE

18. Mai | 19.30 Uhr
MANEO-BENEFIZ-EVENT im Bangaluu Club
ab 19.30 Uhr exklusives Charity-Dinner im Bangaluu-Dinnerclub (geschlossene Gesellschaft) ab 19.30 Uhr öffentliche Benefiz-Party im Bangaluu Club

25. Mai | 19.00 Uhr
MANEO-KREATIVPREIS „HANDS OF COURAGE“ 2008
Die Preisverleihung findet im Rahmen einer Party im "Haus der Jugend" in Charlottenburg statt.






Berlin, den 11.05.2008

Internationaler Tag gegen Homophobie 17. Mai
MANEO: „Bundesweite Herausforderung!“

Aktionstage 2008 protect every kiss

plakat kussaktion Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie am 17. Mai fordert MANEO eine angemessene finanzielle Ausstattung von schwulen und lesbischen Anti-Gewalt-Projekten sowie die Einrichtung von Ansprechpartner/innen der Polizeien in jedem Bundesland.

MANEO mobilisiert im Rahmen seiner MANEO-Aktionstage 2008 mit zahlreichen Veranstaltungen gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt. Wenige Tage vor der Enthüllung des „Homo-Mahnmahls“ im Berliner Tiergarten steht Berlin im Zeichen des Internationalen Tages gegen Homophobie: Anlässlich des Datums, an dem 1990 die Generalversammlung der WHO beschloss, Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen, macht MANEO mit zahlreichen Aktionen auf die anhaltende Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt gegen Schwule aufmerksam.

Unter dem Motto "protect every kiss" wirbt MANEO für mehr Toleranz und setzt Zeichen, um nach wie vor bestehende Mauern der Homophobie zu überwinden.

Mit einem Forderungskatalog unterstreicht MANEO sein Anliegen, dem Kampf gegen Homophobie und Hassgewalt als gesamtgesellschaftliche Aufgabe mehr Bedeutung beizumessen. MANEO-Projektleiter Bastian Finke erklärt:

„Wir fordern die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft auf, in jedem Bundesland ein schwules sowie ein lesbisches Anti-Gewalt-Projekt einzurichten und für deren angemessene Finanzierung Sorge zu tragen. Die erforderliche Spezialisierung in den Szenen macht getrennte Projekte unabdingbar.

Des Weiteren muss in diesen Projekten eine professionelle Opferhilfearbeit sichergestellt sein. Dies ist bedauerlicherweise selbst in Berlin nicht der Fall.

Von den Behörden, insbesondere den Polizeien, fordern wir die Einrichtung jeweils einer festen Stelle für einen Ansprechpartner sowie für eine Ansprechpartnerin für gleichgeschlechtliche Lebensweisen; kompetente und geschulte Ansprechpartner sollen Schwulen und Lesben in allen Bundesländern zur Seite stehen können.

Wir fordern Politik und Schulbehörden auf, das auf deutschen Schulhöfen meistgebrauchte Schimpfwort, „schwule Sau“, in aller Deutlichkeit zu ächten und mit allen Mitteln auch der Bagatellisierung verbaler Gewalt entgegenzuwirken.

Die Bundespolitik fordern wir auf, die Bekämpfung vorurteilsmotivierter, homophober Hassgewalt als bundesweite Herausforderung anzunehmen und Worten endlich auch Taten folgen zu lassen."



MANEO ruft dazu auf, sich am 17. Mai an der Kussaktion protect every kiss zu beteiligen.
Ob homosexuell oder heterosexuell: „Der Kuss drückt Liebe und Zuneigung aus. Wir rufen dazu auf, den Kuss zu schützen, und ein deutliches Zeichen gegen Homophobie und Hassgewalt zu setzen“, so Projektleiter Bastian Finke. Schwule, lesbische und auch heterosexuelle Paare, sowie deren Freunde und Bekannte, sind eingeladen, mitzumachen. Jeder Kuss zählt, jeder Kuss ist schützenswert!

17. Mai | 9.00 bis 13.00 Uhr
MANEO-WERKSTATT 3 im Rathaus Schöneberg
Diesjähriges Thema der internationalen Konferenz: „Wie kommt Licht ins Dunkelfeld - können Schwule vor Übergriffen besser geschützt werden?“

17. Mai | ab 15.00 Uhr
2. MANEO-KUSSMARATHON „PROTECT EVERY KISS“
1. Station: am S-Bahnhof Frankfurter Allee, ab 15.00 Uhr
2. Station: vor dem Rathaus Neukölln, ab 17.00 Uhr

10. - 18. Mai
MANEO-SPENDENWOCHE
Da die finanziellen Zuwendungen der Berliner Senatsverwaltung nicht ausreichen, die Arbeit von MANEO in vollem Umfang zu sichern, ist MANEO zusätzlich auf Spenden angewiesen. Während der Spendenwoche stehen an zahlreichen Orten in Berlin MANEO-Sammelbüchsen bereit.

18. Mai | 19.00 Uhr
MANEO-BENEFIZ-EVENT im Bangaluu Club
Das Ende der MANEO-Spendenwoche begeht MANEO mit einer exklusiven Benefiz-Party, deren Erlöse unmittelbar der Gewaltpräventionsarbeit von MANEO zugute kommen. Mit den DJs Super Zandy, Bürger P., Funk@dalic, Melli Magic, Gloria Viagra, Christal Coke's, b_nito, Jan Fischer, Gentleman S., Mataina Ahwie- Süß, Giselle Lauren. Tickets sind an der Abendkasse erhältlich.

25. Mai | 20.00 Uhr
MANEO-KREATIVPREIS „HANDS OF COURAGE“ 2008
Toleranz ist nicht nur für Erwachsene!
Schüler und Jugendliche waren aufgerufen, sich kreativ mit Homophobie, Männlichkeit und Gewalt auseinanderzusetzen und hierzu eigene Beiträge, wie zum Beispiel Kurzfilme oder Kurzgeschichten, zu entwickeln.
Die Preisverleihung findet im Rahmen einer Party im "Haus der Jugend" in Charlottenburg statt.






Berlin, den 22.04.2008

Spanien übernimmt die MANEO-Umfrage.
Gespräche mit Tel Aviv zwecks Aufbau eines Anti-Gewalt-Projekts.
Nord-Holland will von MANEOs Erfahrungen profitieren.

MANEO-Umfrage jetzt auch in Spanien
s Nach dem großen Erfolg der MANEO-Studie 2006/2007 und 2007/2008 im deutschsprachigen Raum wird die Umfrage zu Gewalterfahrungen von schwulen und bisexuellen Jugendlichen und Männern nun erstmals in einem weiteren europäischen Land durchgeführt.

Unter der Leitung der Organisation COGAM und wissenschaftlich begleitet von Soziologen des Departamento de antropología. Facultad de Ciencias Políticas y Sociología. Universidad Complutense de Madrid, ist der von MANEO entwickelte Fragenkatalog seit dem 15. Mai 2008 in spanischer Fassung online ausfüllbar www.cogam.es.

Im Umfeld des Onlinefragebogens stellt sich MANEO erstmals auch Internetnutzern in Spanisch vor: www.maneo-toleranzkampagne.de/introduccion.

Im Netzwerk schwuler Anti-Gewalt-Projekte verspricht sich MANEO von einer zukünftigen Zusammenarbeit mit den spanischen Partnerorganisationen neue Impulse.

MANEO-Projektleiter Bastian Finke traf sich im vergangenen Jahr erstmals mit Vertretern der spanischen Organisation TRIANGULO und COGAM in Berlin, um mit ihnen eine engere Zusammenarbeit zu planen. Seit einer Woche ist diese Zusammenarbeit in eine konkrete Phase getreten.

Treffen mit Vertretern der spanischen Organisationen MANEO sieht sich aufgrund des Berliner Know-how-Transfer auf die Iberische Halbinsel in seiner Arbeit weiter bestätigt. Zukünftig erhofft sich MANEO von der Zusammenarbeit ebenso mehr Erfahrungs- und Know-how-Transfer von Spanien nach Berlin.

Foto © MANEO: (v.l.n.r.) Bastian Finke, MANEO-Projektleiter, mit Besuchern aus Spanien: Raúl Garcia (COGAM) und César Leston (TRIANGULO).

MANEO-Projektleiter Bastian Finke erklärt: „Die Bekämpfung von Homophobie und vorurteilsmotivierter Hassgewalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Zudem ist es unerlässlich, insbesondere in Zeiten einer zunehmend von Globalisierung geprägten Gesellschaft, auch über die eigenen Landesgrenzen hinaus tragfähige Netzwerke zu schaffen, um die eigene Stärke noch zu potenzieren.“

Gespräche mit Tel Aviv zwecks Aufbau eines Anti-Gewalt-Projekts
Vielversprechende Impulse lieferte auch ein Treffen zwischen Vertretern der Stadtverwaltung von Tel Aviv und MANEO in Berlin. In naher Zukunft soll in Tel Aviv mit Unterstützung der Stadtverwaltung ein schwullesbisches Beratungszentrum initiiert werden; die finanziellen Mittel dafür wurden bereits bewilligt.

Nord-Holland will von MANEOs Erfahrungen profitieren
Vergangene Woche konnte MANEO vor 20 Parlamentariern der Provinz Nord-Holland (hierzu gehört auch Amsterdam), die Berlin einen Besuch abstatteten, seine Projektarbeit vorstellen. Seitens der Vorsitzenden der Parlamentarier-Gruppe, Dr. Louise Smits (SP), wurde der Wunsch geäußert, den Erfahrungsaustausch mit holländischen Projekten zu verbessern, die an den Erfahrungen von MANEO großes Interesse zeigen.






Berlin, den 08.04.2008

Internationaler Tag gegen Homophobie 17. Mai 2008:
2. MANEO Kuss-Marathon protect every kiss

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie am 17. Mai 2008 veranstaltet MANEO den 2. MANEO Kuss-Marathon. Wie bereits in 2007, soll mit der quer durch das Berliner Stadtgebiet führenden Aktion ein Zeichen gegen Homophobie und Hassgewalt gesetzt werden.

Tag gegen Homophobie

Der 17. Mai wird als Internationaler Tag gegen Homophobie gefeiert wird, nachdem an diesem Tag im Jahre 1990 die Generalversammlung der WHO (World Health Organization) längst Überfälliges beschloss: Homosexualität von der Liste psychischer Krankheiten zu streichen.

MANEO-Projektleiter Bastian Finke erklärt: „Schwule und Lesben, die sich in der Öffentlichkeit küssen, sind immer wieder Zielscheibe von Beleidigung, Bedrohung und körperlichen Angriffen.
Dies wollen wir nicht akzeptieren. Der Kuss drückt Liebe und Zuneigung aus. Wir rufen dazu auf, den Kuss zu schützen, und ein deutliches Zeichen gegen Homophobie und Hassgewalt zu setzen.“
Um der Gewalt und Diskriminierung im Alltag homosexueller Menschen entgegenzutreten, mobilisiert MANEO rund um den 17. Mai mit zahlreichen Aktionen gegen Homophobie und Hassgewalt.

Mit dem 2. MANEO Kuss-Marathon sucht MANEO – wie bereits in 2007 – gezielt Orte auf, die als „kein leichtes Pflaster“ für offen Schwule gelten.

Mit einem Kuss zeigen die Teilnehmenden Präsenz und setzen ein Zeichen:
Homophobie und Hassgewalt haben keinen Platz in unserer Mitte.

17. Mai 2008 protect every kiss – Berlin küsst mit.
15:00 Uhr am S- und U-Bahnhof Frankfurter Allee (Lichtenberg).

17:00 Uhr am Rathaus Neukölln (Neukölln).






Berlin, den 28.03.2008

Kein Hass-Tourismus:
“Hasssänger” Rodney Prince alias Bounty Killer
am 9. April in der Berliner Kulturbrauerei

Am 9. April will der jamaikanischer Dancehall-Sänger Rodney Prince alias Bounty Killer in der Berliner Kulturbrauerei ein Konzert veranstalten.

Verschiedene Pressemeldungen berichten, dass es sich bei dem Sänger um einen „Hasssänger“ handelt, der in mehreren seiner Songs offen dazu aufruft, Homosexuelle umzubringen, u.a. „Lasst die Schwulen im Feuer brennen“ (siehe wikipedia/Bounty_Killer. Dort heißt es u.a. dass bereits 2003 ein Auftritt von Bounty Killer in London abgesagt worden war, nachdem sich eine Schwulenorganisation bei Scotland Yard beschwert und dabei Zitate aus den Songs Another Level, Look Good und Mr. Wanna Be angeführt hatte.

Im Sommer 2004 wurde Bounty Killer von den Organisatoren des belgischen Krakrock-Festivals ausgeladen, da „hasserfüllte“ Künstler nicht willkommen seien.“

Bereits vor Ostern hatte sich MANEO an die Berliner Polizei und den zuständigen Berliner Staatsschutz gewandt, weil es sich hierbei eindeutig um „Hassgewalt gegen die sexuelle Orientierung“ handelt.

MANEO hat die Kulturbrauerei über diesen Schritt in Kenntnis gesetzt, ebenfalls darauf hingewiesen, dass Bounty Killer die „Raggae Compassionate Act" nicht unterzeichnet hat, eine Erklärung, mit der sich Musiker unmissverständlich gegen Hassgewalt stellen.

„So lange sich der Sängers nicht unmissverständlich von seinen Texten distanziert hat sind Zeichen nötig, Hass-Touristen deutlich zu machen, dass sie in unserer Stadt nicht willkommen sind“, so Bastian Finke, MANEO-Projektleiter.






Berlin, den 27.03.2008

Zeichen setzen gegen Homophobie und Hassgewalt:

MANEO begrüßt die Aktion „The Pansy Project“ des britischen Aktionskünstlers Paul Harfleet in Berlin

Am 2. April wird der britische Aktionskünstler Paul Harfleet rund um den Sophie-Charlotte- Platz in Berlin-Charlottenburg Stiefmütterchen pflanzen. Mit seinem „Pansy Project“ macht der Aktionskünstler seit drei Jahren an Orten, an denen Homosexuelle Opfer antischwuler Übergriffe geworden sind, symbolisch auf Homophobie und Hassgewalt aufmerksam. „Wir freuen uns, dass unser Anliegen, Zeichen gegen Homophobie und Hassgewalt zu setzen, auch seitens internationaler Künstler Unterstützung findet“, so MANEO-Projektleiter Bastian Finke.

Am 2. April 2008, um 14 Uhr, will der Künstler zusammen mit freiwilligen Passanten ein Zeichen setzen, dass Homophobie auch in Berlin keinen Platz hat. Um den Sophie-Charlotte-Platz sollen Stiefmütterchen gepflanzt werden. Dem Künstler zufolge steht der Ort symbolisch für die vielen Gewalttaten, die jährlich in Berlin gegen Homosexuelle verübt werden, nachdem dort vor einigen Monaten zwei schwule Männer nachts von zwei Tätern beschimpft und körperlich verletzt wurden.

Mit seinem „Pansy Project“ www.thepansyproject.com war Paul Harfleet in den vergangenen drei Jahren bereits u.a. in London, Manchester, Liverpool und New York. Fotografien aus dem „Pansy Project“ werden ab dem 5. April 2008 in der Galerie Tornado am Ostkreuz zu sehen sein.

Die Aktion ist in Zusammenarbeit mit MANEO entstanden. MANEO hofft, dass das Anliegen, Zeichen gegen Homophobie und Hassgewalt zu setzen, auch weiterhin breite Unterstützung findet.

Mit dem 2. MANEO-Kuss-Marathon anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie am 17. Mai 2008 wird MANEO erneut an Orten, die als „kein leichtes Pflaster“ für Homosexuelle beMANEO, kannt sind, offensiv für mehr Toleranz werben. „Jeder ist herzlich eingeladen, mitzumachen!“, erklärt Bastian Finke. Im Rahmen der MANEO-Aktionstage anlässlich des 17. Mai lädt MANEO außerdem dazu ein, eigeninitiativ Aktionen ins Leben zu rufen, um gemeinsam Zeichen zu setzen: „Homophobie und Hassgewalt haben keinen Platz in unserer Mitte!“

Warum Stiefmütterchen am Sophie-Charlotteplatz-Platz?

MANEO bearbeitete im vergangenen Jahr folgenden Vorfall: Am 25.02.07, gegen 23:45 Uhr, kamen zwei schwule Männer, 39 und 46 Jahre alt, mit der U-Bahn am U-Bahnhof Sophie- Charlotten-Platz an. Der Bahnsteig war nahezu menschenleer, als sie zum Ausgang gingen. Der 46-Jährige hatte dabei seinen Arm um die Schulter seines Freundes gelegt, da es zugig und kalt war.

Zwei junge Männer, die lautstark hinter ihnen her gingen, holten schnell auf. Auf der Treppe schaute sich der 46-Jährige nach ihnen um. Darauf entgegnete einer der beiden jungen Männer: „Was guckst du?“ und „Was willst du?“ Die Betroffenen gingen weiter ohne zu antworten. Weil die beiden jungen Männer ihnen weiter folgten, beschleunigten die Betroffenen auf der Straße ihren Schritt – um Abstand zu gewinnen. Wenig später bemerkten sie, wie sie angespuckt wurden: Sie hörten deutlich das Rotzen; der 46-jährige spürte plötzlich Spucke in seinem Nacken. Daraufhin drehte er sich um und fragte, was das solle, worauf er die Antwort erhielt: „Was willst du? Du kannst eins in die Fresse bekommen.“

Die Betroffenen zogen vor, ihren Weg fortzusetzten. Nach drei Schritten wurde der 46-Jährige mit großer Wucht in den Rücken getreten. Nach dem schmerzhaften Tritt in die Nierengegend drehte sich der Betroffene um und fragte erneut, was das solle. Die beiden Jungen Männer haben mit ihren Fäusten gedroht und gerufen: „Was willst du. Komm doch. Ich hau dir eins in die Fresse.“

Die Betroffenen flüchteten sich in den Schutz der 20 Meter entfernten Imbissbude, wo es heller war und sich einige Menschen aufhielten. Von dort verständigten sie die Polizei, während die Täter in Richtung Windscheidstraße flüchteten.

Weil in diesem Moment ein Polizeiauto zufällig vorbei kam, konnten sie die Beamten auf die Täter aufmerksam machen. Die Beamten baten einen der Betroffenen einzusteigen, um den Tätern hinterherzufahren. Kurz darauf konnten die Täter identifiziert und festgenommen werden. Während der Aufnahme der Personalien drohten die Täter dem Opfer erneut.

Heute, am 28.03.08, fand vor dem Jugendrichter am Amtsgericht Tiergarten die Hauptverhandlung gegen die beiden Angeklagten, einem zur Tatzeit 19-Jährigen und einem 20-Jährigen, statt. Sie wurden beide verurteilt; der bereits mehrfach vorbelastete 19-Jährige wurde zu einem Dauerarrest von einer Woche, der 20-Jährige, der zuvor nicht auffällig gewesen war, zu 50 Freizeitstunden verurteilt.






Berlin, den 16.03.2008

Jetzt bewerben: MANEO-Kreativpreis'Hands of Courage' 2008

Der Ideenwettbewerb für Teens und Twens

Noch bis zum 30.04.2008 nimmt MANEO, Berlins schwules Anti-Gewalt-Projekt, Wettbewerbsbeiträge entgegen. Die Teilnahmeunterlagen sind online unter
www.tag-gegen-homophobie. de oder bei MANEO erhältlich.

Logo maneo Krativpreis Um Homophobie und Hassgewalt unter Jugendlichen zu begegnen, verleiht MANEO anlässlich des unter der Schirmherrschaft des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, stehenden Internationalen Tages gegen Homophobie (17. Mai) im Rahmen eines Ideenwettbewerbs für Teens und Twens erstmalig den MANEO-Kreativpreis 2008 'Hands of Courage'.

Schirmherr des Wettbewerbs ist Bezirksstadtrat für Jugend, Familie, Schule und Sport, Reinhard Naumann. Unterstützt wird der Wettbewerb u.a. von den Initiativen „Schule ohne Rassismus“, „Gesicht zeigen“ und Chance-Unit e.V., sowie der Hannchen-Mehrzweck-Stiftung, der Vaganten- Bühne und dem Haus der Jugend Charlottenburg, das seine Räumlichkeiten zur Verfügung stellt.

Neben interessanten Kontakten zu den während der Preisverleihungsgala anwesenden Vertretern aus Film, Fernsehen und Theater winkt den GewinnerInnen zudem ein Preisgeld, das zu akquirieren MANEO dank breiter Unterstützung gelungen ist.

Ein Wettbewerb für Teens und Twens
Schüler und Jugendliche im Alter von etwa 14 bis 25 Jahre sind aufgerufen, sich kreativ mit dem Thema „Homophobie, Männlichkeit und Gewalt“ auseinanderzusetzen und hierzu eigene Ideen zu entwickeln, umgesetzt z.B. in Kurzfilmen, Fotografien, Kurzgeschichten, Tanz- oder Musikvideos.
br> Weitere Anregungen finden sich im Ideenpool unter www.tag-gegen-homophobie.de. Der Ideenwettbewerb versteht sich als Berlin-open, so dass auch Beiträge aus ganz Deutschland berücksichtigt werden. Eine unabhängige Jury sichtet alle bis zum 30.04.2008 eingereichten Beiträge und benennt die PreisträgerInnen der vier Wettbewerbskategorien („Theater & Film“, „Musik & Tanz“, „Kurzgeschichten“, „Fotos“).

Die 20 interessantesten Beiträge werden nach Berlin eingeladen und auf einer großen Award-Party am 25.05.2008 präsentiert.Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Alle Infos, Termine und Anmeldeformular unter:
www.tag-gegen-homophobie Gerne beantworten wir Ihre individuellen Fragen und senden Ihnen ausführliches Informationsmaterial zu: 030/ 216 33 36 oder
EMAIL: maneo [at] maneo [Punkt] de.






Berlin, den 07.02.2008

Schwulenfeindliche Gewalt: ein Fall für den Staatsschutz

Berliner Innensenator Dr. Ehrhart Körting (SPD) unterstreicht, dass schwulenfeindliche Gewalt als „Hassgewalt gegen die sexuelle Orientierung“ ein Fall für den Staatsschutz ist.

In der Beantwortung einer Kleinen Anfrage des Abgeordnete Klaus Lederer (Die Linke) teilt Berlins Innensenator Dr. Ehrhardt Körting mit, dass die jährliche Kriminalstatistik unter dem Begriff Politisch Motivierten Kriminalität (PMK) auch das Themenfeld „Hasskriminalität“ die Fälle von Hasskriminalität gegen Homosexuelle zugenommen haben.

Wurden in 2005 drei Fälle registriert, waren es 2006 bereits 27 Straftaten. Die Zahlen für 2007 liegen noch nicht vor. Oppositions-Politiker Sascha Steuer (CDU) vermutet zudem eine deutlich höhere Dunkelziffer; in der Tat liegt diese bei 90 Prozent, wie die MANEO-Studie 2006/2007 feststellte. Aktuelle Daten aus der Wiederholungsstudie 2007/2008 werden derzeit noch ausgewertet.

MANEO-Projektleiter Bastian Finke begrüßt die Feststellung, wonach vorurteilsmotivierte schwulenfeindliche Hassgewalt nicht länger als Bagatelle, sondern als „klarer Fall für den Staatsschutz“ zu gelten hat. Schließlich geht es hier klar um Motivation und Einstellungen der Täter der : „Erst, wenn schwulenfeindliche Hassgewalt als solche ernst genommen wird, werden sich auch mehr Betroffene an die Ermittlungsbehörden wenden.“

Allein in 2007 meldeten sich rund 350 Personen Hilfe und Unterstützung suchend beim Schwulen Überfalltelefon von MANEO. „Uns freut, dass die Senatsverwaltung unsere Arbeit ausdrücklich als wichtig und wertvoll erachtet“, so Finke, „aber kaum jemand weiß, dass MANEO seit 18 Jahren seine Arbeit jedes Jahr erneut umfangreich beantragen und genehmigen lassen muss.“

Neben der Opferhilfe ist allerdings auch die Präventions- und Aufklärungsarbeit von besonderer Bedeutung. Zwar konnte MANEO auch hier in den letzten Jahren Erfolge erzielen, doch setzen die finanziellen Ressourcen dem Projekt enge Grenzen. Dass Handlungsbedarf besteht, betonte neuerlich auch Thomas Birk (Grüne) – nicht zuletzt vor dem Hintergrund des Anstiegs schwulenfeindlicher Gewalt, der ein Zeichen dafür sei, dass mehr Prävention nötig sei".

Wiederholt hatte MANEO an die zuständige Senatsverwaltung appelliert, das Projekt um eine ¾- Stelle aufzustocken. Ein Antrag, der von Grünen, FDP und CDU im Abgeordnetenhaus im letzten Jahr unterstützt wurde, wurde von den Regierungsparteien abgelehnt. „Ohne zusätzliche Ressourcen jedoch ist vieles, was wir im Rahmen unserer Präventionsarbeit realistisch zu leisten in der Lage sind, kaum mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Finke, der die Politik in der Pflicht sieht: „Die nun vorgebracht Forderung nach mehr Prävention darf kein Lippenbekenntnis bleiben.“

Denn Aufklärung tut Not, darüber besteht parteiübergreifend Konsens. Dass hier dann auch die Jugend- und Bildungspolitik in den Fokus rückt, begrüßt MANEO mit Nachdruck: „Solange ‚schwule Sau’ auf den Schulhöfen zu den meistgebrauchten Schimpfworten gehört, brauchen wir uns nicht zu wundern, dass es vielerorts schlicht an Sensibilität und Toleranz mangelt“, so Finke.

Mit seinem Kreativwettbewerb für Teens und Twens, Hands of Courage 2008, will MANEO SchülerInnen und Jugendliche zur Auseinandersetzung mit dem Thema „Homophobie, Männlichkeit und Gewalt“ bewegen. Finke: „Wir laden alle Politiker, die in den vergangenen Tagen für mehr Prävention durch Aufklärung an den Schulen und im Jugendbereich plädiert haben, herzlich ein, unsere Kampagne zu unterstützen und gemeinsam mit uns zu mobilisieren.“

Weitere Informationen zum MANEO-Kreativpreis ‚Hands of Courage 2008’ anlässlich des Internationalen Tages gegen Homophobie 17. Mai unter www.tag-gegen-homophobie.de.






Berlin, den 18.01.2008

MANEO-Umfrage 2 zu Gewalterfahrungen von Schwulen

Deine Meinung und Deine Erfahrungen sind gefragt!

Die Umfrage ermittelt sowohl Einschätzungen zu schwulenfeindlicher Diskriminierung und Gewalt als auch konkrete Vorfälle. MANEO ruft bundesweit zur Teilnahme auf unter www.maneo-toleranzkampagne.de

Logo maneo umfrage2 Die Teilnahme an der MANEO-Umfrage 2 ist noch bis zum 31.01.2008 möglich. Zwölf Monate nach der ersten Umfrage wiederholt MANEO seine bundesweit einzigartige Befragung von schwulen und bisexuellen Jugendlichen und Männern in Deutschland. Gefragt wird nach der Meinung und Erfahrung zu schwulenfeindlicher Diskriminierung und Gewalt. Mit dieser zweiten Umfrage will MANEO die bisher gewonnenen Ergebnisse aus seiner ersten Umfrage vor einem Jahr vergleichen. „Wir hoffen, dass sich wieder viele an der Umfrage beteiligen. Wir rufen vor allem auch jene Personen zur neuerlichen Teilnahme auf, die bereits im letzten Jahr mitgemacht haben“, so MANEO-Projektleiter Bastian Finke.

Ziel der Umfrage ist es, ein möglichst umfassendes Bild zu schwulenfeindlicher Diskriminierung und Gewalt zu erhalten. Zur Teilnahme aufgerufen sind alle schwulen und bisexuellen Jugendlichen und Männer, auch wenn sie nicht unmittelbar Betroffene oder Zeugen von homophoben Vor MANEO, fällen waren.

Bereits die Einschätzung des eigenen Risikos, heutzutage Opfer einer schwulenfeindlichen Gewalttat werden zu können, ist für die Studie von Interesse. Die Teilnahme an der Befragung trägt in jedem Fall dazu bei, dass MANEO die Situation besser einschätzen kann und dass sich die Präventions- und Opferhilfearbeit in Deutschland verbessert.

An der Ausarbeitung der Umfrage 2007/2008, wie bereits auch der vorangegangenen ersten Umfrage 2006/2007, waren Dr. Michael Bochow (Soziologe), bekannt durch Untersuchungen zu Einstellungen von schwulen Männern zu HIV und Aids im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Dr. Bodo Lippl (Soziologe), Dozent am Institut für Sozialwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin, Prof. Dr. Martina Stallmann (Soziologin), Fachbereich Methodenlehre an der Evangelischen Fachhochschule Berlin, sowie Bastian Finke (Soziologe), MANEO-Projektleiter, beteiligt.






Berlin, den 16.01.2008

MANEO-Wanderausstellung in Trier erfolgreich

„Zeugnisse schwulenfeindlicher Gewalt“ ließen das Publikum der Universitätsstadt nicht unbeeindruckt

Als „abstoßend eindringlich und von zugleich nüchterner Sensibilität“ bezeichnete die örtliche Presse die MANEO-Wanderausstellung „Zeugnisse schwulenfeindlicher Gewalt“, die bis Ende 2007 noch in der Universitätsstadt Trier gastierte.

Mit seiner Wanderausstellung will MANEO ein breites Publikum auf die Folgen schwulenfeindlicher Gewalt aufmerksam machen.

Die Resonanz des Publikums in Trier bestätigte bisherige Erfahrungen, die das schwule Berliner Anti-Gewalt-Projekt MANEO mit der öffentlichen Präsentation seiner Ausstellung gemacht hat: „Wir zeigen mit der Ausstellung eine nüchterne Dokumentation realer Auswirkungen schwulenfeindlicher Gewalt, ohne dabei die geschädigten Personen vorzuführen. Die Bilder von teils schwerwiegenden Körperverletzungen führen den Zuschauern drastisch vor Augen, dass antischwule Gewalt keine Bagatelle ist“, erklärt MANEO-Projektleiter Bastian Finke.

So waren die Reaktionen in Trier, wo die Ausstellung bis Dezember 2007 erst in der Universität, dann im Cinemaxx Trier gastierte, von gemischten Gefühlen geprägt. Eine Studentin beschreibt ihre Eindrücke wie folgt: "Nachdem ich zweimal erschrocken an der Ausstellung vorbei gegangen bin, begann ich die Tafeln durchzulesen mit der Absicht, die ganze Ausstellung anzusehen. Jedoch wurde mir nach der zweiten Ausstellungstafel schlecht; ich musste abbrechen. Ich halte diese Ausstellung dennoch für einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung hinsichtlich Schwulenfeindlichkeit und Gewalt, da sie eine Realität zeigt, die in unserem ach so aufgeklärten Deutschland oft übersehen oder heruntergespielt wird."

Sören Landmann vom Schwulenreferat im Asta der Uni Trier, der die Präsentation der Wanderausstellung im Foyer der Universität als auch im Foyer des Kinos organisierte, zieht eine positive Bilanz: „Dass die Ausstellung niemanden unberührt lassen würde, war klar. Viele der Studierenden begrüßten es, dass die MANEO-Ausstellung hier gezeigt wurde. Andere, vor allem heterosexuelle Studierende, waren schlicht schockiert. Auch im Kino hat es kontroverse Reaktionen gegeben. Das Thema Homophobie und Gewalt wird vielfach ausgeblendet, weswegen solche Bilder natürlich Emotionen auslösen.“

MANEO stellt seine Wanderausstellung seit vergangenem Jahr Projekten und Einrichtungen zur Verfügung, um Diskussionen über Homophobie und Hassgewalt anzuregen. Die Ausstellung, die aktuell zwölf Motive umfasst, wird kontinuierlich ergänzt. Als nächste Stationen sind derzeit Rostock und Potsdam in Vorbereitung.

Eine identische zweite Ausstellung ist parallel zur Wanderausstellung an wechselnden Orten in Berlin zu sehen.






Berlin, den 02.01.2008

Opferhilfen nur Projekte zweiter Wahl?

Aufgrund fehlender staatlicher Anerkennung und Unterstützung ihrer Arbeit sind professionelle Opferhilfeprojekte chronisch unterfinanziert.

Mit Betroffenheit nimmt MANEO die jüngsten Medienberichte zu gewalttätigen Übergriffen auf Personen in der Öffentlichkeit zur Kenntnis – auch in Berlin. Verwundert nimmt jedoch MANEO, Berlins schwules Anti-Gewalt-Projekt, Überfalltelefon und Opferhilfe, die aktuell in den Medien kursierende Forderung des DPolG-Landeschefs Bodo Pfalzgraf nach einem Opferschutzzentrum zur Kenntnis.

MANEO-Projektleiter Bastian Finke erklärt: „Die Idee eines Kompetenzzentrums in Sachen Opferschutz und -hilfe ist keineswegs neu, allerdings lenkt die nun vorgetragene Forderung von bestehenden Problemen ab. Es existieren erfahrene Projekte, die jedoch aufgrund eklatant unzureichender Förderung kaum mehr als Alibifunktionen erfüllen. Statt eines neuen Opferschutzzentrums fordern wir eine deutlich bessere Förderung der bestehenden Vereine und Projekte, die sich in ihrer Arbeit bewährt haben.“

Ihre jüngste Forderung nach einer zentralen Anlaufstelle in Berlin, einem Opferschutzzentrum, begründet die Deutschen Polizeigewerkschaft (DPOlG) mit dem Hinweis darauf, dass bisherige Opferhilfearbeit in Berlin fast ausschließlich von gemeinnützigen Organisationen geleistet werde. Pfalzgraf zufolge sei es ein Skandal, die staatliche Verantwortung fast ausschließlich auf gemeinnützige Vereine abzuwälzen.

Finke: „Zu Recht weist Pfalzgraf auf bestehende Defizite hin, übersieht jedoch, dass die Finanzierung von Opferhilfeprojekten beständig auf wackeligen Füßen steht. Verantwortung für Opferschutz- und -hilfe übernehmen heißt, in die bestehenden Strukturen zu investieren, die bereits seit Jahren von zahlreichen Betroffenen positiv angenommen werden. In Berlin sind eine Reihe von professionellen Opferhilfeberatungsstellen mit hoch motivierten Mitarbeitern tätig, die seit vielen Jahren für Betroffene von Straftaten Hilfe und Unterstützung anbieten. Sie beraten und unterstützen Menschen nach einer Straftat, nicht nur kurzzeitig unmittelbar nach der Tat, sondern oftmals über eine längere Zeit, weil bedingt durch die Straftat immer wieder Fragen und Probleme den Alltag der Menschen prägen.“

Zu den bewährten gemeinnützigen Berliner Beratungsstellen zählt auch MANEO, eine Opferhilfe für schwule Gewaltopfer. Im Letzten Jahr hat das Projekt über 400 Gewaltopfer beraten und unterstützt, obwohl hier nur eine feste hauptamtlich Stelle existiert. Viele der Betroffenen waren Opfer von vorurteilsmotivierter Hassgewalt mit zum Teil erheblichen Verletzungen.

Mehr staatliche Verantwortung ist von Nöten. Auch MANEO hat wiederholt an die zuständige Senatsverwaltung appelliert, seine Arbeit um eine ¾-Stelle aufzustocken. Ein Antrag, der von Grünen, FDP und CDU im Abgeordnetenhaus im letzten Jahr unterstützt wurde, wurde von der zuständigen Senatsverwaltung abgelehnt.

MANEO hat im letzten Jahr Erlebnisse und Fotos von Betroffenen zu einer Wanderausstellung zusammengefasst, um auf seine Arbeit und auf die existierende schwulenfeindliche Gewalt in unserer Gesellschaft hinzuweisen. MANEO hat im letzten Jahr eine wissenschaftlich begleitete Umfrage unter schwulen und bisexuellen Jugendlichen und erwachsenen Männern in Deutschland durchgeführt, an der sich 24.000 Personen beteiligt haben. 35,5% der Betroffenen berichteten von schwulenfeindlichen Gewalttaten, die sich in den letzten 12 Monaten ereignet hatten.