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Berlin, 26.08.2010

Regenbogenbrücke veranstaltet Gedenkfeier am Homomahnmal im Tiergarten

Gut ein Jahr nach dem Anschlag vom 01. August 2009 auf das schwullesbische Zentrum Aguda in Tel Aviv luden am gestrigen Mittwoch die Initiatoren des Projektes Regenbogenbrücke Lala Süsskind und André Lossin, die Vorsitzende und der Geschäftsführer der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Tom Schreiber, Mitglied der SPD Fraktion im Abgeordnetenhaus und Bastian Finke, Leiter des schwulen Anti- Gewalt-Projektes MANEO, zu einer Gedenkfeier am Homomahnmal im Berliner Tiergarten ein.

Jugendliche und die Stadtratsvorsitzende aus Tel Aviv, Frau Yael Dayan (M.), vor dem Homomahnmal im Tiergarten. © Foto: B. Mannhöfer.Jugendliche und die Stadtratsvorsitzende aus Tel Aviv, Frau Yael Dayan (M.), vor dem Homomahnmal im Tiergarten. © Foto: B. Mannhöfer.

Die Veranstaltung diente dazu, gemeinsam der Verfolgung und Ermordung homosexueller Männer im Dritten Reich, sowie der Ausgrenzung und Gewalt gegen LGBT-Menschen damals wie heute als Erinnerung und Mahnung zu gedenken.

Zu den Gästen zählte die Gruppe israelischer Jugendlicher, die den Anschlag auf das Zentrum Aguda überlebten und sich zur Zeit auf Initiative des Projektes Regenbogenbrücke in Berlin aufhält, und die Ratsvorsitzende des Stadtrates von Tel Aviv, Frau Yael Dayan. Sie wurden begleitet von der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde von Berlin, Lala Süsskind, sowie ihrem Geschäftsführer André Lossin, dem Abgeordneten Tom Schreiber, dem Berliner Staatssekretär Rolf Schütte, und MANEO-Projektleiter Bastian Finke. „Allein, dass wir heute hier zusammen stehen, ist ein Zeichen des Sieges und setzt einen symbolischen Gegenpunkt zu dem Anschlag vor einem Jahr“, sagte Ayala Katz, die bei dem Anschlag ihren Sohn verlor.

Yael Dayan, Ratsvorsitzende der Stadt Tel Aviv, begrüßte die Initiative der Regenbogenbrücke. Sie sei ein wichtiges Signal der Solidarität im Kampf gegen Ausgrenzung und Diskriminierung als grundlegender Pfeiler einer demokratischen Gesellschaft. „Auch wenn eine Straße das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen und das Holocaustmahnmal trennt, stehen wir in unserem Gedenken an die Opfer auf beiden Seiten und setzen ein Zeichen gegen Gewalt und Verfolgung.“

In Berlin werden im Kampf gegen Diskriminierung und Ausgrenzung Anti-Rassismus Programme in Schulen durchgeführt, die Berliner Polizei verfügt seit 1992 über speziell geschulte Mitarbeiter, die für Konflikte bezüglich homophober Gewalt zuständig sind. Zudem ist die Berliner Polizei verpflichtet jeden Fall von homophober Gewalt zu melden und aktenkundig zu machen.

„Es macht mich stolz und glücklich in einer Stadt zu leben, in der eine Regenbogenfahne mit dem Symbol der israelischen Flagge in der Öffentlichkeit gezeigt werden kann und Akzeptanz findet“, so Lala Süsskind, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde. Auch wenn Berlin generell als sehr offen und tolerant gelte, bedeute dies aber nicht, dass es keine Probleme mit Diskriminierung und homophober Gewalt gebe. Hier bestehe weiterhin großer Handlungsbedarf.

Bei dem Anschlag in Tel Aviv kamen zwei Menschen ums Leben, die 16jährige Liz Trobishi und der 26jährige Nir Katz. Ayalah Katz, die Mutter des Verstorbenen, dankte den Initiatoren im Namen aller Beteiligten und wies darauf hin, wie wichtig das Gefühl sei, diese Form von Unterstützung zu erfahren. „Einen Menschen zu verurteilen weil er bestimmte Charakteristika aufweist ist schlichtweg, entschuldigen Sie den Ausdruck, idiotisch. Ich warte auf den Tag, an dem jeder einzelne versteht, dass wir alle menschliche Geschöpfe sind.“

Mit der Niederlegung von Blumen am Denkmal wurde die Gedenkfeier beendet.

Die Regenbogenbrücke

Nach dem Anschlag nahm MANEO-Projektleiter Bastian Finke mit dem für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle (LGBT) zuständigen Mitarbeiter der Stadtverwaltung in Tel Aviv Kontakt auf, um die Möglichkeit einer Einladung an die Betroffenen des Anschlages nach Berlin zu besprechen. Die Initiative wurde ausdrücklich begrüßt. Nach Rücksprache mit Tom Schreiber entstand daraus das Projekt „Regenbogenbrücke“. Das Projekt „Regenbogenbrücke“ will eine Brücke zwischen den lesbischschwulen Szenen in Tel Aviv, Berlin, Potsdam und Köln ganz im Zeichen einer Stärkung des gegenseitigen Austausches, Verständigungsprozesses und Solidarität bauen. Die „Regenbogenbrücke“ will zukünftig an weiteren, städteübergreifenden Projekten in und außerhalb Europas arbeiten, um Erfahrungen, Ideen und Konzepte in der Anti-Gewalt-Arbeit auszutauschen sowie gesellschaftliche Toleranz und Vielfalt zu fördern. Die „Regenbogenbrücke“ wird von zahlreichen prominenten Persönlichkeiten unterstützt. Zu diesen zählen der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit, der Bürgermeister von Tel Aviv-Yafo Ron Huldai, der Oberbürgermeister der Stadt Köln Jürgen Roters und die Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes, der Präsident des Berliner Abgeordnetenhaus von Berlin und ehemaliger Regierender Bürgermeister von Berlin Walter Momper.

Weitere Informationen über das Projekt Regenbogenbrücke:
www.regenbogenbruecke-berlin.de/blog

 

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