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Berlin, 05.08.2011

Aktion Stolpersteine im Schöneberger „Regenbogenkiez“ – „Stolperstein“ für Otto Hampel

Am 05. August wurden zwei neue Stolpersteine für ermordete schwule Männer in Schöneberg eingeweiht. In der Motzstr. 30 wurde ein Stein dem von den Nazis ermordeten Otto Hampel gewidmet ist, in der Motzstraße 9 ein weiterer Stein für Albrecht von Krosigk. MANEO begleitet die Initiative und kündigt an, die Verlegung weiterer Stolpersteine aktiv zu unterstützen.

Foto MANEO: Stolperstein für Otto Hampel im Schöneberger „Regenbogenkiez“, vor dem Eingang Motzstraße 30.Foto MANEO: Stolperstein für Otto Hampel im Schöneberger „Regenbogenkiez“, vor dem Eingang Motzstraße 30.

Mit den Stolpersteinen wird den Opfern durch Verfolgung der Nationalsozialisten gedacht. Gründe für die Verfolgung und Ermordung waren neben Religionszugehörigkeit oder unpopulären politischen Ansichten auch die sexuelle Orientierung. Zwei Berlinern, die wegen ihrer sexuellen Orientierung jahrelang in Haft saßen und schließlich ermordet wurde, wurde heute mit einem Stolperstein vor ihrem letzten Wohnort in der Motzstraße 30 und Motzstraße 9 gedacht.

Otto Hampel kam am 14. Mai 1895 in Breslau zur Welt. Die Gestapo nahm ihn und seinen Freund Anfang 1937 fest. Das Amtsgericht Berlin verurteilte ihn wegen „fortgesetzten Vergehens gegen § 175 Reichsstrafgesetzbuch" zu einer Haftstrafe. Nach seiner Entlassung aus der Haft wurde Otto Hampel willkürlich und ungerechtfertigt in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen. Mehr als zwei Jahre lang versuchte er durch mehrere Entlassungsanträge seine Freiheit wiederzuerlangen. Am 30. März 1940 wurde Otto Hampel im Alter von 44 Jahren in der Tötungsanstalt Brandenburg ermordet.

Albrecht von Krosigk wurde am 14. Dezember 1892 in Gnesen geboren. Mehrfach wurde er von den Nationalsozialisten wegen des Verstoßes gegen § 175 StGB in sog. „Schutzhaft“ genommen. Nach einem Aufenthalt im Konzentrationslager Fuhlsbüttel wurde Albrecht von Krosigk entmündigt und der Prozess vor dem Landgericht Berlin gemacht, was mit einer Verurteilung zu einem Jahr und acht Monaten Gefängnis mit anschließender Einweisung in eine sog. Heil- und Pflegeanstalt endete. Am 22. Mai 1942 verstarb Albrecht von Krosigk in der Heil- und Pflegeanstalt Bernburg an einer „rasch voranschreitenden Lungenentzündung“, wobei nicht auszuschließen ist, dass Albrecht von Krosigk einer Euthanasieaktion zum Opfer fiel.

Der Initiator des Stolpersteins für Otto Hampel, Stefan Probst, führte in einer Rede durch Hampels schicksalhaftes Leben und betonte die Wichtigkeit, die Opfer des NS Regimes nicht zu vergessen und die Würde der Verfolgten und Ermordeten zu wahren. „Darüber hinaus holt dieser Stolperstein Otto Hampel aus der Anonymität und dem Vergessen. Er gibt Otto Hampel seinen Namen zurück und seinen Platz im Leben“, so Stefan Probst.

MANEO hat die Aktion zur Verlegung des Stolpersteins begleitet und kündigt an, sich aktiv an der Verlegung weiterer Stolpersteine zu beteiligen und dafür Patenschaften zu übernehmen.

 

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