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Berlin, 25.09.2012

Der Europäische Preis - Tolerantia-Preis 2012 wird in Warschau vergeben

Zum siebten Mal werden am 29. September die europäischen Tolerantia-Preise vergeben. Aus diesem Anlass werden sich die Preisträger und Stifter des Preises aus Deutschland, Frankreich und Polen in diesem Jahr in Warschau treffen.

Seit 2006 wird der Tolerantia-Preis jährlich von einem Bündnis national wirkender und anerkannter schwuler und LGBT-Anti-Gewalt-Projekte in Europa vergeben.Diese Organisationen engagieren sich gegen Homophobie und Hassgewalt, für Vielfalt und Toleranz in ihrem Land undkooperieren in Europa. Zum Bündnis zählen derzeit: MANEO (Deutschland), SOS-Homophobie(Frankreich), Lambda-Warschau und Kampania Przeciw Homofobii (Polen). Grundlage für die„Berlin Alliance Against Homophobia“ ist die gemeinsam unterzeichnete „Tolerancja-Erklärung“.In Anerkennung von beispielhaften Leistungen vergibt das Bündnis den Gemeinschaftspreis anherausragende Persönlichkeiten und Projekte.

Deutschland - Elfi Scho-Antwerpes

„Die 60-jährige Mutter zweier Kinder gehört seit dem 14. Oktober 2004 dem Stadtrat von Köln an und ist seither Bürgermeisterin. Seit dem 26. März 2009 ist sie erste Stellvertreterin des Oberbürgermeisters.

Seit 1988 gehört Elfi Scho-Antwerpes dem Vorstand der Kölner Aids-Hilfe e.V. an. Sie ist schwulen- und lesbenpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion und Vertreterin der SPD in der Stadt-AG Lesben, Schwule und Transgender. Jedes Jahr unterstützt sie den „Come-Together-Cup“, der seit 1995 in Köln stattfindet; hier spielen viele unterschiedliche Teams gegeneinander Fußball mit dem Ziel, Vorurteile und Grenzen gegenüber Homosexuellen und Transsexuellen abzubauen. 2005 repräsentierte sie Köln in Chicago bei der Vergabe der VIII. Gay Games und hat maßgeblich dazu beigetragen, dass diese an Köln vergeben wurden. Gemeinsam mit zahlreichen Politikern aus Deutschland und Europa reiste sie 2006 nach Warschau, um die polnischen LSBT*-Aktivisten bei der Durchführung des CSDs zu unterstützen. 2010 unterstützte sie die von Berlin aus organisierte „Regenbogenbrücke“, mit der Menschen, die von einem schweren Anschlag auf einen Jugendtreff für LSBT*-Jugendliche in Tel Aviv betroffen waren, zu einem Ferienaufenthalt nach Berlin und Köln eingeladen worden waren.
Wo immer Elfi Scho-Antwerpes auftritt, setzt sie sich gegen Homophobie, Transphobie und Hassgewalt und für gesellschaftliche Vielfalt und Toleranz ein.

Hiermit würdigen wir den langjährigen und grenzübergreifenden Einsatz von Elfi Scho-Antwerpes und verleihen ihr den diesjährigen Tolerantia-Preis.“

Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger aus Deutschland waren:

Volker Beck, Mitglied des Deutschen Bundestages (Grüne), und Günter Dworek, Aktivist der Lesben- und Schwulenbewegung in Deutschland (2006); Die Gruppe “Menschenrechte und sexuelle Identität (MERSI)” von amnesty international (2007); Tanja Walther, Sportwissenschaftlerin, Philipp Lahm, Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft, und Dr. Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußballbundes - DFB (2008); Hans-Wolfram Stein, Lehrer in Bremen (2009); Wieland Speck und Mabel Aschenneller, Produzenten des internationalen LGBT-Film Award TEDDY (2010), Lala Süsskind, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin (2011).

Polen - Dr. Katarzyna Bojarska und die Beratungsstelle für psychosexuelle Gesundheit „BezTabu“ (Ohne Tabu)

„Dr. Katarzyna Bojarska arbeitet als Juniorprofessorin am Institut für Psychologie an der Universität Danzig. Sie ist dort als Dozentin, Aus- bilderin, Sexualpädagogin und Sozialforscherin tätig.

Die Beratungsstelle für psychosexuelle Gesundheit „BezTabu” (Ohne Tabu) ist an der Stiftung ‘Zentrum für soziale Partizipation’ in Danzig (Fundacji Centrum Partycypacji Społecznej w Gdańsku) angesiedelt und bietet Beratung bei sexuellen und psychologischen Problemen an.

Der Preis wird an Dr. Katarzyna Bojarska für ihren Mut verliehen, die Kategorie „queer” in den psychologischen Diskurs in Polen eingeführt zu haben, sowie für ihre Kompromisslosigkeit, der Problematik der LGBT eine neue Qualität zu geben. Und auch für die Inspiration, die sie zahlreichen Psychologinnen und Psychologen in ihrer offenen und vorurteilsfreien Arbeit mit den Menschen mit nichtnormativen Identitäten gegeben hat.

Der Preis wird außerdem an die Beratungsstelle für psychosexuelle Gesundheit „BezTabu” für die professionelle Beratung und Unterstützung für LGBT-Personen verliehen. Und auch für verant- wortungsvolle, wissenschaftlich fundierte und der ethischen Standards entsprechende Ausbildung von Expertinnen und Experten im Bereich der Sexualität und Jugendtherapie, sowie für die Ver- breitung von wissenschaftlichen Erkenntnissen bezüglich LGBT, wo sie am meisten fehlen und gebraucht werden, ebenso für die Verbindung der professionellen Tätigkeit mit gesellschaftlichem Engagement zugunsten der LGBT-Personen.“

Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger aus Polen waren:

Senator Kazimierz Kutz (2006); Piotr Pacewicz, Journalist (2007); Marzanna Pogorzelska, Lehre- rin (2008); Prof. Zbigniew Hołda, Helsinki Foundation for Human Rights (2009); Izabela Jaruga- Nowacka, ehemalige polnische Vize-Primierministerin (2010); Adam Bodnar, Leiter der Rechtsabteilung der Helsinki Foundation for Human Rights (2011).

Frankreich - Véronique Eledut

Véronique Eledut ist keine öffentliche Person, und dennoch verrichtet sie als pädagogische Koordinatorin eines Gymnasiums eine außerordentlich herausragende Arbeit gegen gesellschaftliche Diskriminierungen, insbesondere gegen Homophobie und Transphobie.

Im Rahmen ihrer täglichen Arbeit für eine bessere Umwelt der Schülerinnen und Schüler initiierte sie einen Besuch von SOS Homophobie an der Schule, der seither jährlich stattfindet. Ihre Absicht war es, die Schüler für die Themen Homophobie und Transphobie zu sensibilisieren. Dank ihres Engagements sind die Schüler dieses Gymnasiums heute stolz und gewappnet, Homophobie offensiv zu begegnen; sie haben außerdem viele andere Personen für diesen Kampf gewonnen.

Wenn wir Véronique Eledut auszeichnen, möchten wir ihr Engagement vor dem Hintergrund würdigen, dass viele weitere Menschen darin bemüht sind, unsere Gesellschaft zu verbessern, für Lesben, Schwule und Trans-Personen. Diejenigen, die wie Véronique Eledut beruflich mit Erziehung zu tun haben, spielen in diesem Bemühen eine zentrale Rolle: indem sie die Jüngeren dafür sensibilisieren, Diskriminierung zu erkennen, zu verstehen und zu vermeiden, tragen sie besonders dazu bei, dass die nächste Generation mit der Vielfalt sexueller Orientierungen und Identitäten respektvoller umgeht.“

Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger aus Frankreich waren:

Dr. Louis-Georges Tin, Initiator des ‚Internationalen Tag gegen Homophobie‘ (2006); “Place de Mythos / Delusion Square”, Pariser Theater Gruppe (2007); Bruno Solo, Journalist und Moderator (2008); “Paris Foot Gay”, Sportverein (2009); Caroline Mécary, Rechtsanwältin (2010); Olivier Dussopt, PS (Parti Socialiste), und Franck Riester, UMP (L'Union pour un mouvement populaire), beide Mitglieder der französischen Nationalversammlung (2011)

 

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