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Berlin, 22.09.2012

In Andenken an ihren 1998 ermordeten Sohn Matthew Shepard auf Rundreise in Europa - Judy und Dennis Shepard besuchen München

Im Rahmen einer vom US-Außenministerium unterstützten Rundreise durch mehrere Osteuropäische Staaten, trafen Judy und Dennis Shepard zu ihrer letzten Station in der bayerischen Hauptstadt ein. MANEO-Projekteiter Bastian Finke hatte an der Vorbereitung ihres Programms mitgewirkt und Judy und Dennis Shepard zwei Tage lang gemeinsam mit Dietmar Holzapfel, Inhaber der Deutschen Eiche, durch München begleitet.

Empfang im US-Generalkonsulat in München (v.l.n.r.): Bastian Finke MANEO, Wiliam E. Moeller, US-Generalkonsul und Judy und Dennis Shepard. © Foto: MANEO.Empfang im US-Generalkonsulat in München (v.l.n.r.): Bastian Finke MANEO, Wiliam E. Moeller, US-Generalkonsul und Judy und Dennis Shepard. © Foto: MANEO.

Judy und Dennis Shepard sind die Eltern von Matthew Shepard, der im Oktober 1998, mit 21 Jahren, in Laramie (WY) in den USA ermordet worden war. Die Tat, die von zwei jungen Männern aus Schwulenhass verübt worden war, hatte großes öffentliches Aufsehen er- regt und in den USA die Bemühungen von Bürgerrechtlern verstärkt, Hassverbrechen gegen die sexuelle Orientierung ebenfalls unter die strafverschärfenden „Hate Crime Gesetze“ zu stellen. Dies gelang schließlich unter der Präsidentschaft Barack Obamas, der 2009 den „Matthew Shepard and James Byrd, Jr. Hate Crimes Prevention Act“ unterzeichnete. Über die tragischen Geschehnisse wurden mittlerweile zwei Filme produziert, bekannt als „The Laramie Project“ und „The Matthew Shepard Story“, die auch in deutschsprachiger Fassung erhältlich sind.

In München kam es am letzten Freitag zu Gesprächen und Begegnungen mit dem US- Generalkonsul William E. Moeller, dem Anti-Gewalt-Projekt der Szeneorganisation „sub“ und in einer Schule.

Standing Ovation

Zu einer vom US-Generalkonsulat organisierten Veranstaltung im Anton-Fingerle- Bildungszentrum wurden Judy und Dennis Shepard, John Crosy vom US-Generalkonsulat in München und Bastian Finke herzlich begrüßt. Die 350 Schülerinnen und Schüler sahen sich mit ihren Lehrerinnen und Lehrern zuerst den Film „Die Matthew Shepard Story“ an und folgten dann anschließend einem Podiumsgespräch. Judy und Dennis Shepard beantworteten persönliche Fragen und beeindruckten die anwesenden Gäste mit ihrem Einsatz und ihrem anhaltenden Engagement.

Die Eltern berichteten aus dem Leben von Matthew, wie er ihnen mit 18 Jahren erzählte, dass er schwul ist. „Als mir Matthew sagte ‚Mum, ich bin schwul‘, habe ich ihm geantwortet ‚das weiß ich seit Deinem 8. Lebensjahr‘. Er war überrascht und ich sagte ihm ‚aufmerksame Mütter wissen das schon sehr früh“, sagte Judy Shepard. Dennis berichtete: „Matthew hatte mich um ein persönliches Gespräch unter vier Augen gebeten, in dem er mir etwas ‚sehr wichtiges und ernstes‘ mitteilen wollte. Dann sagte er mir, dass er schwul ist. Daraufhin habe ich ihm geantwortet. ‚Okay. Aber was genau wolltest Du mir so wichtiges und ernstes mitteilen?‘. Nach diesem Gespräch hatten wir wirklich eine Vater-Sohn-Beziehung.“ Mit seinem Tod haben sie als Eltern die Ziele und Hoffnungen ihres Sohnes Matthew aufgegriffen und setzen diese jetzt mit ihrem Engagement fort.

Zu bewegenden Momenten kam es, als ein Lehrer die Gelegenheit ergriff, den Shepards für ihren Einsatz dankte und dann sein Coming Out vollzog. Die 350 Gäste zollten ihm diesen Mut anschließend mit anhaltendem Standing Ovation.

Während ihres Aufenthaltes besuchten Judy und Dennis Shepard auch das ehemalige Konzentrationslager Dachau, wo in Kürze eine Ausstellung über die Verfolgungsgeschichte Homosexueller und die Ermordung von schwulen Männern in Dachau präsentiert wird. Während ihres Rundgangs zeigten sie sich beeindruckt davon, wie viele Schülergruppen ihnen begegneten, die mit ihren Lehrern die Gedenkstätte und die laufenden Ausstellungen besuchten.

US-Außenministerium unterstützte Rundreise durch Europa

Die „Matthew Shepard Foundation“ wurde von Dennis und Judy Shepard in Gedenken an ihren Sohn Matthew gegründet, der im Alter von 21 Jahren bei einem schwulenfeindlichen Hassverbrechen im Oktober 1998 ermordet worden war. Sie gründeten die Stiftung, um Ideen und Träume ihres Sohnes fortzusetzen, um Hass durch Verständnis, Mitgefühl und Akzeptanz zu ersetzen, dies durch Aufklärung, Begegnung und demokratiestärkende Programme, auch dadurch, die Geschichte von Matthew Shepard weiter zu erzählen.

Für drei Wochen reisten seit Anfang September Judy und Dennis Shepard durch Osteuropa und überbrachten ihre Botschaft von Akzeptanz und Respekt gegenüber den Menschenrechten, die eben auch gegenüber allen LSBT gilt, und vermittelten die Bedeutung des „Matthew Shepard and James Byrd Jr. Hate Crimes Prevention Act“ für die USA in Gesprächen und Begegnungen mit Vertretern von LSBT-Organisationen, Schüler- und Jugendgruppen und Repräsentanten von Parlamenten und Regierungen. Vor allem berichteten sie in ihren Gesprächen über die Wichtigkeit elterlichen Engagements für ihre LSBT-Kinder, weil deren Unterstützung von fundamentaler Bedeutung für deren Entwicklung ist.

Unter der Leitung der US-amerikanischen Außenministerin Hillary Clinton setzt sich das US-Außenministerium mit seinen Botschaften weltweit auch für die Menschenrechte für LSBT ein. Deshalb haben US-Botschaften in Polen, Lettland, Estland und Ungarn die Reise von Judy und Dennis Shepard sowie Kontakte und Begegnungen auch durch Empfänge mit Vertretern der Regierung, Verwaltung, Gesellschaft, LSBT-Szenen und der Presse unterstützt.

 

 

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