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Berlin, 03.09.2014

Preise für Corny Littmann und den Friedrichstadt-Palast

MANEO hat heute die Preisträger seiner diesjährigen Awards bekannt gegeben. Ausgezeichnet werden Cornelius „Corny“ Littmann, Hamburger Entertainer, Unternehmer und ehemaliger Vereins-präsident des FC St. Pauli, und der Berliner Friedrichstadt-Palast. Sie haben sich durch ihr herausragendes Engagement gegen Homophobie und Trans*-phobie und für gesellschaft-liche Toleranz und Vielfalt verdient gemacht

Die Preisträger: Cornelius ("Corny") Littmann (Foto: Stefan Malzkorn) und der Friedrichstadt-Palast.Die Preisträger: Cornelius ("Corny") Littmann (Foto: Stefan Malzkorn) und der Friedrichstadt-Palast.

Jährlich zeichnet MANEO Personen, Einrichtungen oder Gruppen aus, die sich beispielhaft sowohl bei der Ächtung von Homophobie und Trans*phobie als auch durch ihren Einsatz für gesellschaftliche Toleranz und Vielfalt verdient gemacht haben. Vergeben werden die MANEO-Awards und die europäischen Tolerantia-Awards als Gemeinschaftspreis von MANEO und seinen Partnerorganisationen aus Frankreich (SOS-Homophobie) und Polen (Lambda-Warszawa und Kampania Przeciw Homofobii). Gemeinsam engagieren sich die Organisationen gegen Diskriminierung und vorurteilsmotivierte Gewalt und für gesellschaftliche Aufklärung und demokratische Grundwerte, im eigenen Land und Europa. Grundlage des Bündnisses ist die gemeinsam unterzeichnete „Tolerancja-Erklärung“.

In diesem Jahr hat die elfköpfige Jury von MANEO zwei herausragende Preisträger gekürt, denen am 20. Oktober die Preise im Quatsch Comedy Club im Friedrichstadt-Palast überreicht werden.

Cornelius „Corny“ Littmann

1980 sorgte Corny Littmann für einen aufsehenerregenden Eklat: Er zerschlug einen Spiegel in einer öffentlichen Toilette unter dem Spielbudenplatz in St. Pauli. Das war nicht irgendein Spiegel: Dahinter hatte die Hamburger Polizei eine Überwachungskamera installiert, zur Kontrolle der ‚Klappe‘. Corny Littmann machte mit dieser Aktion schlagartig öffentlich, dass Homosexuelle in der Bundesrepublik noch immer diskriminiert, verfolgt und staatlich erfasst wurden.

In den Jahren 1990–1993 wurde Corny Littmann bundesweit bekannt durch seine legendäre „Schmidt Mitternachtsshow“, in der auch Ernie Reinhardt (Lilo Wanders) und Jutta Wübbe (Marlene Jaschke) auftraten. Die Mitternachtsshow lief regelmäßig in mehreren dritten Programmen der ARD und provozierte teils heftige Reaktionen, weil in ihr zum Beispiel ein Plakat der Deutschen AIDS-Hilfe gezeigt wurde, auf dem zwei Männer beim Oralverkehr zu sehen waren.

Von 2003 bis 2010 war Corny Littmann Präsident des Fußballvereins FC St. Pauli. In dieser Funktion hat er immer wieder offen über Homosexualität und Fußball gesprochen und die mangelnde Unterstützung für homosexuelle Fußballerinnen und Fußballer durch Gesellschaft, Fans, Vereine und Mitspieler angeprangert. Das Engagement von Corny Littmann und dem FC St.Pauli für Toleranz und Öffnung gegenüber Homosexuellen und Homosexualität ist so beispiellos wie beispielhaft.

Friedrichstadt-Palast

Mit dem MANEO Award 2014 wird das Engagement des Berliner Friedrichstadt-Palastes gewürdigt, der in diesem Jahr erneut mit seiner Courage gezeigt hat, welche Bedeutung und welchen Stellenwert gesellschaftliche Toleranz und Vielfalt in einer Demokratie haben und warum diese Prinzipien verteidigt werden müssen.

Bereits im Jahr 2012 bezog der Friedrichstadt-Palast Stellung gegen die anhaltende Diskriminierung von LSBT* in Russland. Er verzichtete auf weitere Auftritte in Russland. Dieses Jahr setzte der Friedrichstadt-Palast erneut ein starkes Zeichen. „Wir sind tolerant. Nur gegenüber Intoleranz sind wir intolerant.“ Bisher wurde zu Premieren stets das gesamte, in Berlin residierende diplomatische Korps eingeladen. Am 23. Oktober 2014 nicht: Zur Premiere von THE WYLD lud der Friedrichstadt-Palast zum ersten Mal die Botschafterinnen und Botschafter aus Staaten, in denen Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verfolgt und kriminalisiert werden, nicht ein. „Es ist niemandem zuzumuten, mit Menschen im gleichen Raum zu feiern, die Staaten repräsentieren, in denen manche von uns und manche von Euch hingerichtet, verstümmelt, gedemütigt oder eingesperrt würden oder unter Strafandrohung nicht öffentlich über ihre sexuelle Orientierung sprechen oder diese nicht zeigen dürfen.“

Der Friedrichstadt-Palast in Berlin genießt aufgrund seiner herausragenden künstlerischen Arbeit und seiner Leistungen Weltruf. Er ist Europas größter Show Palast, und er hat zurecht seinen Platz im weltoffenen, bunten und kreativen Berlin. Der Friedrichstadt-Palast lebt die Idee von Vielfalt, Toleranz und Offenheit gegenüber Menschen unterschiedlicher Herkunft, religiöser Anschauung und sexueller Orientierung auch im eigenen Haus – und es ist genau diese Akzeptanz, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern den Freiraum schafft, den sie für ihre Kreativität benötigen. Für sein vorbildliches Engagement und stellvertretend für das ganze Haus wird dem Intendanten Dr. Berndt Schmidt der Preis überreicht.

Bisherige Preisträgerinnen und Preisträger aus Deutschland

Tolerantia-Award 2006: Volker Beck, Mitglied des Deutschen Bundestages, Grüne, und Günter Dworek, Aktivist der Lesben und Schwulen Bewegung. Tolerantia-Award 2007: Die Gruppe “Menschenrechte und sexuelle Identität (MERSI)” von amnesty international. Tolerantia-Award 2008: Tanja Walther, Sportwissenschaftlerin, Philipp Lahm, Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft, und Dr. Theo Zwanziger, Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB). Tolerantia-Award 2009: Hans-Wolfram Stein, Lehrer in Bremen. Tolerantia-Award 2010: Wieland Speck und Mabel Aschenneller, TEDDY-Produzenten. MANEO-Award 2010: Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister von Berlin. Tolerantia-Award 2011: Lala Süsskind, Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin. MANEO-Award 2011: Dieter Glietsch, Der Polizeipräsident in Berlin. Tolerantia-Award 2012: Elfi Scho-Antwerpes, Bürgermeisterin der Stadt Köln. MANEO-Award 2012: Türkiyemspor Berlin, Fußballverein. Tolerantia-Award 2013: Maria Sabine Augstein, Rechtsanwältin.

Dateien:
MANEO-PM-140901-Awards_2014.pdf
 

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