Pressemitteilung

Berlin, 23.09.2008

„Verschlusssache Homophobie“ in Reinickendorf

Zeugnisse schwulenfeindlicher Gewalt lassen sich nicht leugnen Trotz Widerständen findet eine Vernissage am Donnerstag im Rathaus Reinickendorf statt.

Interessierte Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, sich selbst ein Bild zu machen.

Nachdem das Bezirksamt Reinickendorf der MANEO-Wanderausstellung „Zeugnisse schwulenfeindlicher Gewalt“ immer wieder Steine in den Weg gelegt hatte, will MANEO den Reinickendorferinnen und Reinickendorfern am kommenden Donnerstag, den 25.09.2008, ab 11:30 Uhr die Möglichkeit bieten, sich selbst ein Bild zu machen.

Die MANEO-Wanderausstellung zeigt auf zwölf Schautafeln reale Auswirkungen schwulenfeindlicher Gewalt. Die Bilder von z.B. verletzten Personen laden, ohne die Opfer vorzuführen, zu Gespräch und Diskussionen ein, sich mit dem Problem homophober Hassgewalt in unserer Gesellschaft auseinanderzusetzen.
MANEO-Projektleiter Bastian Finke erklärt:

„Wir erleben, dass oftmals Menschen ungläubig vor den Bilder stehen. Für viele ist es unfassbar, dass es Gewalt gegen Homosexuelle heute noch immer gibt – zumal sie darüber so gut wie nie etwas in den Medien erfahren. Aus diesem Grund zeigen wir die Bilder. Wir wollen eine Gewalt sichtbar machen, die nur allzu oft verschwiegen wird; nach wie vor wollen sich viele Menschen mit dem Thema Homosexualität erst gar nicht auseinander setzen, geschweige denn mit den Folgen dieser Ignoranz und Intoleranz.

Es war ein langer Weg, bis erstmals in diesem Jahr auch vor dem Reinickendorfer Rathaus die Regenbogenfahne, die MANEO gestiftet hatte, anlässlich des Berliner CSD gehisst werden konnte – trotz erheblichen politischen Widerstandes hat sich die Mehrheit der Abgeordneten in der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf schließlich durchgesetzt.

Wir sind daher zuversichtlich, dass auch die Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger des Bezirks unsere Bemühungen im Kampf gegen Homophobie und Hassgewalt für unterstützenswert erachten. Daher wollen wir ihnen die Gelegenheit bieten, sich unsere Ausstellung anzusehen und sie einladen, mit uns ins Gespräch zu kommen.

Für einen konstruktiven Dialog, wie wir ihn für notwendig und zielführend halten, war die vom Bezirk angebotene Räumlichkeit schlicht nicht geeignet, im Gegenteil: statt des angefragten Rathaus- Foyers wurden wir schließlich in einen nicht-öffentlichen Raum am Ende eines Flurlabyrinths im Fontanehaus verbannt.
Die vorgetragenen sogenannten Bedenken, die Ausstellung sei wegen der gezeigten teils schweren Körperverletzungen für Jugendliche nicht geeignet und daher nur in abschließbaren Räumen vertretbar, erscheinen uns vorgeschoben und haltlos.
Homophobie und Hassgewalt dürfen nicht länger Verschlusssache sein.“

 

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