News-Ticker

Schöner Cruisen – Putzaktion im Tiergarten

  • Datum: 17. Oktober 2026,
  • Uhrzeit: 13:00 – 15:00,
  • Ort: Großer Tiergarten, Ahornsteig (Regenbogenbank) Veranstaltungstyp: Kampagne & Aktionen (oder neue Kategorie „Schöner Cruisen“)

MANEO führt am 17.10.26, von 13-15 Uhr, wieder seine Aktion „Schöner Cruisen“ im Tiergarten durch und ruft dazu auf mitzumachen. Es geht darum, gemeinsam ein Zeichen für den Naturschutz und für mehr Solidarität und Achtsamkeit setzen.

Der Tiergarten wird von vielen Menschen als Erholungs- und Freizeitort genutzt. Das soll so bleiben. Achtlos weggeworfene Hinterlassenschaften, die zum Teil auch von Cruisern stammen, sind kein schöner Anblick, trüben den Spaß in der Natur und sorgen regelmäßig für Beschwerden. Die Verunreinigungen sind außerdem von den zuständigen Stellen schwer zu beseitigen.

Der Große Tiergarten ist unter zahlreichen homo- und bisexuellen Männern als Cruising-Gebiet beliebt. Das soll auch so bleiben. Deshalb lädt MANEO zum Ausklang der Outdoor-Saison zu einer Putzaktion auf: Am Samstag, 17. Oktober 2026, von 13 bis 15 Uhr. Am Ahornsteig (Regenbogenbank, Großtiergarten) erhalten freiwillige Helfer*innen Müllsäcke, Handschuhe und Zangen.

„Unsere Aktion verstehen wir als einen symbolischen Akt. Wir wollen ein Zeichen für mehr Solidarität, Achtsamkeit und Toleranz setzen. Rücksichtsvolles Verhalten ist auch ein Beitrag für ein gutes Zusammenleben in der unserer Stadt“, so Candy Spilski, Leiter von MANEO.

Wer die Aktion unterstützen möchte, jedoch selbst keine Zeit zum Mitmachen hat, kann gern mit einer Spende den Dankeschön-Imbiss für die Helfer*innen unterstützen.

Spendenkonto: Mann-O-Meter e.V., IBAN: IBAN: DE03 3702 0500 0003 1260 00, BIC: BFSWDE33XXX (Bank für Sozialwirtschaft), Zweck: MANEO/ Schöner Cruisen.

Für die Erstellung einer Spendenquittung bittet MANEO um eine Benachrichtigung unter maneo[at]maneo.de.

Verdienstorden des Landes Berlin an Bastian Finke verliehen

Berlin, 02.10.26 – Bastian Finke wurde gestern für sein bisheriges Lebenswerk mit der höchsten Auszeichnung des Landes Berlin geehrt – dem Verdienstorden das Landes Berlin – überreicht vom Regierenden Bürgermeister von Berlin Kai Wegner.

Die Verleihung findet jährlich am 1. Oktober, dem Verfassungstag des Landes Berlin statt. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr die Lebenswege und Leistungen von zwölf Bürgerinnen und Bürgern, die sich seit langem und auf vielfältige Weise für Berlin einsetzen. „Gesellschaftliches Engagement ist der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält und sie damit auch noch resilienter macht“, so die Pressemeldung der Berliner Senatskanzlei. In seiner Laudation auf Bastian Finke hob der Regierende Bürgermeister das bisherige Lebenswerk des ehemaligen Projektleiters hervor, der sich in den letzten 36 Jahren unermüdlich für die Anti-Diskriminierungs,-Anti-Gewalt-und für die Opferhilfearbeit eingesetzt hat. Zu seinen herausragenden Leistungen zählten unter anderem sein Engagement für den Regenbogenkiez, beispielsweise die Initiierung des Lesbisch-Schwulen Stadtfestes und die Regenbogenfarbende Kuppelbeleuchtung des U-Bahnhofes Nollendorfplatz.

Bastian Finke, geboren 1960 in Berlin-Neukölln, hatte seine Arbeit bei MANEO 1990 begonnen, also in einer Zeit, als es den Strafparagraphen 175 noch gab, die Wiedervereinigung Berlins nicht abgeschlossen sowie viele Menschen in den homosexuellen Szenen an HIV und AIDS starben, darunter Freunde und Kollegen. Er hat sich als herausragender Netzwerker erwiesen und so unermüdlich zahlreiche Initiativen und Maßnahmen in Berlin gegründet. Zu diese zählen beispielsweise die Verbesserung des Verhältnisses zwischen LSBTIQ+ Communities und den Berliner Strafverfolgungsbehörden, zwei wissenschaftlich begleitete, deutschlandweite Umfragen zur Gewalterfahrungen unter homosexuellen Männern, fünf internationale Fachkonferenzen, mehrere Wahrnehmungskampagnen in Berlin, ebenso sein unermüdlicher Einsatz für die fachspezifische Opferhilfearbeit. Heute werden jährlich über 900 Betroffene von Diskriminierung und Straftaten bei MANEO beraten und unterstützt. Dieser Arbeit bleibt er als „Un_Ruheständler“ weiterhin eng verbunden.

Sein ausgeprägtes soziales Engagement zeigte sich bereits während seiner Schul- und Studentenzeit in Berlin. Hier hatte er sich ehrenamtlich über zehn Jahre lang in der nordirischen Friedens- und Versöhnungsarbeit engagiert und eng mit zahlreichen kirchlichen Einrichtungen, Verbänden und Organisationen kooperiert.

Danke, lieber Bastian! Als „Un Ruheständler“ bleibt Bastian unserer Arbeit weiterhin eng verbunden. Darüber freuen wir uns sehr. Herzlichen Glückwunsch zum Verdienstorden und danke für alles, was du für Berlin und unsere Communities bewegt hast! Dein MANEO-Team

© Senatskanzlei Berlin

Bolt-Taxifahrer verurteilt

Berlin, den 21.09.26 – Am 13. April 2025, gegen 1:30 Uhr morgens, befand sich ein 31-jähriger schwuler Mann mit zwei Freunden – von denen einer ebenfalls schwul war – in einem Bolt-Taxi. Bereits während der Fahrt hatte der Fahrer ihn und seine Begleiter als schwul erkannt und sich abfällig über sie geäußert.

Als die Gruppe an ihrem Zielort in der Schlesischen Straße in Berlin-Kreuzberg ankam, ging das Opfer davon aus, dass die Bezahlung bereits über die App abgewickelt worden sei. Dies war jedoch nicht der Fall, und der Fahrpreis musste in bar bezahlt werden. Der Fahrer forderte das Geld sofort und auf sehr aggressive Weise und begann, das Opfer anzuschreien. Da er das passende Kleingeld nicht schnell genug zusammenhatte, wurde er homophob beschimpft: Der Fahrer brüllte mehrfach „Schwuchtel“ und stieg dann mit erhobener Faust aus dem Auto, als wolle er ihn schlagen. Das Opfer und seine Freunde flohen körperlich unverletzt vom Tatort.

Das Opfer meldete den Vorfall am nächsten Tag bei der Polizei. Im März 2026 wurde der Angeklagte zu einer Geldstrafe von 800 Euro verurteilt. Das Urteil ist rechtskräftig.“

MANEO zeigt Präsenz auf dem Folsom Straßenfest

Schöneberg, 12.09.26 – Heute waren wir mit unserem Infostand auf dem Folsom Straßenfest: sichtbar, ansprechbar und für euch da. Wir waren da für eure Fragen und Anliegen und haben unsere Cruising Notfallkarten an die Besucher verteilt. Die kamen sehr gut an.

MANEO berät vertraulich, kostenlos und auf Wunsch anonym. Ihr erreicht uns täglich telefonisch von 17 bis 19 Uhr unter 030 216 33 36. Gegen Hass. Für ein sicheres Leben für LSBTIQ+ in Berlin.

MANEO erschüttert über Anschlag beim Berliner CSD – Solidarität mit den Verletzten

MANEO ist zutiefst erschüttert über den Anschlag am Rande des 48. Berliner Christopher Street Day. Nach bisherigen Erkenntnissen fuhr ein Fahrzeug im Bereich Tiergarten in eine Menschenmenge; eine Frau wurde getötet, mehrere Menschen wurden verletzt, die Veranstaltung musste abgebrochen werden. Die Hintergründe der Tat sind weiter Gegenstand polizeilicher Ermittlungen; wir stellen aber fest: Der Angriff auf den Berliner CSD richtete sich gegen unsere LSBTIQ+ Communities. Er betrifft aber auch unsere Freiheit, so wie wir leben, unsere Vielfalt, unsere demokratischen Werte – damit unsere gesamte Gesellschaft.

Unsere Gedanken sind bei den Verletzten und den Angehörigen und allen, die diese Tat miterleben mussten. MANEO steht allen Betroffenen und Zeuginnen zur Seite. Wir bieten Beratung, Unterstützung und – auf Wunsch anonym – die Möglichkeit, Vorfälle zu melden:

MANEO-Opferhilfe und Überfalltelefon: 030 – 216 33 36 (täglich 17–19 Uhr)

E-Mail: opferhilfe@maneo.de | Online-Meldung: www.maneo.de/report 

Wir rufen Zeug*innen auf, ihre Beobachtungen der Polizei oder MANEO mitzuteilen. Wer Unterstützung nach dem Erlebten braucht, kann sich jederzeit an uns wenden – vertraulich und kostenfrei.

Berlin, 25. Juli 2026

Grindr-Serientäter zu fünf Jahren Haft verurteilt

Berlin, 18. Juni 2026 – Nach drei Verhandlungstagen hat das Landgericht Berlin den 20-jährigen Angeklagten Daniel F. am Mittwoch zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er über die Dating-App Grindr gezielt sieben schwule Männer in Fallen gelockt, misshandelt, gedemütigt und anschließend ausgeraubt hatte.

Nach den Feststellungen der zuständigen Strafkammer beging der Angeklagte die Taten zwischen Oktober und Dezember 2025 innerhalb eines Zeitraums von rund sechs Wochen gemeinsam mit einem weiteren Beschuldigten, der bislang nicht gefasst werden konnte. Die Opfer wurden gezielt an Tatorte gelockt und dort unter Waffengewalt zur Herausgabe von Bargeld, Mobiltelefonen, Wertgegenständen und Bankdaten gezwungen. Darüber hinaus überwiesen die Täter mithilfe der Mobiltelefone ihrer Opfer Geld auf ein fremdes PayPal-Konto.

Während der Überfälle wurden die Geschädigten wiederholt gedemütigt und misshandelt. So beschimpften die Täter ihre Opfer unter anderem als „Schwuchteln“ und bezeichneten sie als „pädophil“. In einem Fall wurde ein Opfer gezwungen, sich in einem Video selbst als „Schwanzlutscher“ zu bezeichnen. In einem weiteren Fall musste ein Geschädigter ein Vogelskelett in den Mund nehmen und darauf kauen. Die Betroffenen – die jüngsten waren 20 und 24 Jahre alt – leiden bis heute unter den psychischen Folgen der Taten.

Mit dem Urteil folgte das Gericht im Wesentlichen der Forderung der Staatsanwaltschaft, die eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und drei Monaten beantragt hatte. Die Verteidigung, die auf eine Strafe von zweieinhalb Jahren plädiert hatte, prüft nach eigenen Angaben eine Revision. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Erneuter Anstieg LSBTIQ+-feindlicher Hasskriminalität in Deutschland

Die Politisch motivierte Kriminalität (PMK) in Deutschland hat laut aktuellem Jahresbericht des Bundeskriminalamts (BKA) mit 85.837 registrierten Straftaten einen neuen Höchststand erreicht. Innerhalb von zehn Jahren hat sich die Zahl der Delikte mehr als verdoppelt. Neben einer tatsächlichen Zunahme könnte auch ein verändertes Anzeigeverhalten zu dieser Entwicklung beigetragen haben.

Besorgniserregend bleibt die hohe Gewaltbereitschaft: Die Zahl politisch motivierter Gewalttaten stieg auf 4.156 Fälle (+1,2 Prozent). Dazu zählen unter anderem Körperverletzungen, Brand- und Sprengstoffdelikte sowie Landfriedensbruch. Als wesentliche Treiber von Radikalisierung nennt BKA-Präsident Holger Münch soziale Medien, über die Hass, Hetze und Propaganda verbreitet werden.

Besorgniserregend bleibt die Zunahme an Hasskriminalität. Das BKA registrierte 22.159 Straftaten (2024: 21.773). Darunter fallen unter anderem fremdenfeindliche, antisemitische, frauenfeindliche sowie LSBTIQ+-feindliche Delikte.

Unter dem Themenfeld „Sexuelle Orientierung“ wurden 2.070 Delikte erfasst (2024: 1.765), im Bereich „geschlechtsbezogene Diversität“ 1.294 Fälle (2024: 1.152). Aufgrund von Überschneidungen können die Zahlen nicht addiert werden.

Die Entwicklung deutet darauf hin, dass mehr Betroffene Straftaten anzeigen – eine grundsätzlich positive Tendenz. Gleichzeitig bleibt die hohe Zahl homosexuellenfeindlicher und queerfeindlicher Delikte alarmierend. Rund ein Viertel aller erfassten Fälle stammt weiterhin aus Berlin. Kritisch bewertet MANEO, dass viele Bundesländer Hasskriminalität gegen LSBTIQ+ offenbar weiterhin nicht mit derselben Intensität und Wirksamkeit verfolgen. Zudem geht das BKA von einer erheblichen Dunkelziffer aus: Schätzungen zufolge werden rund 90 Prozent aller Angriffe nicht angezeigt.

Überfall auf schwule Männer im Cruising-Gebiet Volkspark Friedrichshain

Am 22. Mai 2026 kam es kurz nach Mitternacht im Volkspark Friedrichshain erneut zu einem mutmaßlich schwulenfeindlichen Angriff auf Besucher des dortigen Cruising-Gebiets. Ein Zeuge fand einen verletzten 45-jährigen Mann in der Nähe der Büschingstraße und alarmierte die Polizei. Der Mann erlitt erhebliche Gesichtsverletzungen und wurde ins Krankenhaus gebracht.

Nach bisherigen Erkenntnissen geht die Polizei von einem organisierten Angriff durch eine Gruppe von etwa 10 bis 15 Jugendlichen oder Heranwachsenden aus. Zeugenaussagen zufolge bewegte sich die Gruppe gezielt durch das Areal, teilweise mit Taschenlampen, trieb Personen aus den Gebüschen auf Wege und Straßen und griff mehrere Männer körperlich an. Beim Eintreffen der Polizei waren die Tatverdächtigen bereits geflüchtet.

MANEO ruft Zeugen dazu auf, sich mit Hinweisen über jüngste Beobachtungen an die Polizei zu wenden: LKA535-Hinweis@polizei.berlin.de oder auch MANEO zu melden: www.maneo.de/report.

Feierliche Urkundenverleihung und Regenbogenkuchenanschnitt bei der Polizei Berlin

Charlottenburg, 19.05.26 – Gestern erhielten im Mosaiksaal der Polizei Berlin 86 Multiplikatorinnen und Multiplikatoren der Themenbereiche interkulturelle Aufgaben und LSBTIQ ihre Zertifizierungsurkunden. Diese Angehörigen der Polizei Berlin haben in den letzten Monaten unterschiedliche Module eines extra für sie geschaffenen Basislehrgangs besucht. Hierin wurden sie u.a. speziell hinsichtlich ihrer Diversitykompetenzen und Themen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit geschult.

Im zweiten Veranstaltungsteil wurde ein Regenbogenkuchen im Rahmen der Kiss Kiss-Wahrnehmungskampagne von MANEO-Leiter Bastian Finke, den kommissarischen Leiter der Landespolizeidirektion, Roman Seifert und den Patisseur des Westin Grand Berlin, Nick Rieth, angeschnitten.

Der Kiss Kiss Berlin-Regenbogenkuchen war vom Hotel THE WESTIN GRAND BERLIN an MANEO gestiftet worden. Danke an das Hotel für die großartige Unterstützung!

Luftballons und Regenbogenkuchen am Nollendorfplatz

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans* und Queerfeindlichkeit feierte MANEO gemeinsam mit Unterstützer*innen aus der Politik und Zivilgesellschaft den IDAHOBIT im Herzen des Regenbogenkiez am Nollendorfplatz.

Schöneberg, 17.05.26 – Der Bürgermeister von Tempelhof-Schöneberg, Jörn Oltmann, eröffnete die Veranstaltung mit einem Grußwort. Er betonte die Vielfalt der Liebe und wies darauf hin, dass es in der Verantwortung unserer Zivilgesellschaft liegt, diese zu schützen.

Bastian Finke erinnerte daran, dass die Bedrohungslage für LSBTIQ+ sowohl in Berlin und Deutschland als auch in Europa und weltweit zunimmt. Für Berlin hatte der letzte Berliner Verfassungsschutzbericht deutlich vor der zunehmenden Bedrohung von Rechts und durch radikale Islamisten gewarnt. Umso wichtiger sind Netzwerke in die breite der Gesellschaft hinein, eben „Gay-Straight-Alliances“, um unsere freiheitlich-demokratischen Werte vor Extremist*innen jeglicher Couleur zu schützen.

Seyran Ateş übte Kritik an den Worten des Vorsitzenden des Islamrats. Dieser hatte in einem Interview Homosexualität als „Abnormalität“ dargestellt. Sie betonte, dass die Lebensrealitäten von Muslimen in unserer Gesellschaft viel diverser aussehen, als Islamisten zulassen wollen. Deshalb stehen gerade auch viele LSBTIQ+ aus arabischen Ländern oder der Türkei unter großem Druck, diese Vielfalt leben zu können.

Bevor die Luftballons in den Himmel stiegen, bedankte sich Matthias Steuckardt bei allen Teilnehmenden, die dabei sein konnten. Er hob die Rolle von MANEO und den Einsatz für unsere Communities hervor.

Anschließend wurde ein Regenbogenkuchen angeschnitten. Ein großes Dankeschön an das Hotel Berlin, Berlin.