Building Bridges

MANEO ist international vernetzt. Mit dem Projekttitel „Buliding Bridges“ fasst MANEO seine internationalen Kontakte und Vernetzungen zusammen. Internationale Vernetzung, Austausch und Zusammenarbeit leistet MANEO überwiegend
ehrenamtlich, weil dafür keine laufenden Projektmittel zur Verfügung stehen. Unter dem Vorzeichen begrenzter Mittel und Ressourcen konzentriert sich MANEO zu allererst auf den Austausch mit seinen europäischen Partnerorganisationen. Darüber hinaus bemüht sich MANEO immer auch um weiteren internationalen Austausch. Denn der Kampf gegen Homophobie und Trans*phobie verlangt internationale Anstrengungen.

Kooperation mit Frankreich und Polen

Um internationalen Austausch und Kooperationen bemüht sich MANEO bereits seit 1997, damals auch noch als Organisator des Lesbisch-Schwulen Straßenfestes. Gäste aus Polen, Irland und Großbritannien waren zu Gesprächen auf das Straßenfest eingeladen worden, u.a. mehrere polnische Abgeordnete des Sejm. MANEO unterstützte polnische Organisationen, die in Warschau einen CSD organisieren wollten. In den kommenden Jahren folgen Besuche in Warschau und Gegenbesuche in Berlin. Ab 2004 folgte die Kontaktaufnahme mit SOS homophobie in Paris. Wir besuchten die französische Organisation mit einer größeren Gruppe von Mitarbeitern, dem ein Jahr später ein mehrtägiger Besuch von SOS homophobie in Paris folgte. 2006 gründeten wird mit der
polnischen Organisation ‚Kampania Przeciw Homofobii‘ (KPH) und der französischen Organisation SOS homophobie ein Bündnis, die ‚European Alliance Against Homophobia‘. Diesem schloss sich kurz darauf die polnische Organisation Lambda Warszawa an.
Gemeinsam gründeten wir die jährlichen Tolerantia Awards und unsere jährliche Vernetzungstreffen. Gemeinsam unterstützt wir die CSD-Demonstrationen in Warschau 2005 und 2006.

Europäischer Austausch

Mit Hilfe und aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (DKLB) gefördert konnten wir im Rahmen der MANEO-Toleranzkampagne (2006-2008) drei europäische Fachkonferenzen zum Thema „Homophobie und Hassgewalt“ in Berlin organisieren. Mit einer weiteren aus Lotto-Mitteln geförderte MANEO-Gewaltpräventionskampagne „Bündis gegen Homophobie“ konnten wir 2011 unsere vierte internationale MANEO-Konferenz zum Thema „Regenbogenkieze“ organisieren. Mit unserer bisher letzten geförderte MANEO-Empowermentkampagne organisierten wir 2017 unsere fünfte internationale Konferenz zum Thema LSBTIQ+ -feindliche Hasskriminalität. 150-200 Fachpersonen, darunter Vertreter*innen von LSBTIQ+ – Anti-Gewalt-Projekten, Polizeien, Staatsanwaltschaften, Wissenschaft, Gesellschaft und Politik, aus Deutschland, Europa, USA und Kanada diskutierten Erfahrungen, Ansätze und Ziele.


Austausch mit Israel

Nach dem schweren Anschlag auf den LSBTIQ+-Jugendtreff ‚Bar Noir‘ der Organisation
Agudah in Tel Aviv am 01.08.2009 gründete MANEO die ‚Berliner Regenbogenbrücke‘, mit der wir – überwiegend aus Spenden und mit Hilfe von Sponsoren finanziert – 14 Überlebende des Anschlages 2010 zu einem zweiwöchigen Ferien- und Erholungsaufenthalt nach Berlin einluden. 2011 reisten wir mit einer Gruppe aus Berlin, unter ihnen eine parteiübergreifende Delegation des Berliner Abgeordnetenhauses, zu einem Gegenbesuch nach Tel Aviv und Jerusalem. Diesem Projekt folgten zahlreiche Einladungen und Besuche in Berlin und Tel Aviv, die bis heute andauern.


Russland und Ukraine

Anlässlich der Feier des 20jährigen Bestehens der Städtepartnerschaft Berlin-Moskau 2011 entstandte MANEO einen in den Berliner LSBTIQ+ – Szenen 1000-fach beküssten „Berliner Knutschbären“ als Toleranzbotschafter im Rahmen eines Berliner Ausstellungsprojektes nach Moskau. Dort wurde er dann an verschiedenen Orten ausgestellt. Weil der Knutschbär in Moskau vorerst nicht verbleiben konnte, brachte ihn MANEO wieder zurück nach Berlin. Aufgrund der schwierigen politischen Verhältnisse in Russland ist bisher kein weiterer Kontakt nach Russland zustande gekommen.

Während der sich zuspitzenden politischen Laga in der Ukraine hat MANEO 2016 ein Projekt zur Unterstützung der Geflüchteten-Arbeit mit russischen und ukrainischen Geflüchteten entwickelt: die Teestube Schöneberg. Durch dieses Engagement sind viele Kontakte zu Menschen in der Ukraine und Russland entstanden, ebenso zu zahlreichen Organisationen. MANEO fehlen Ressourcen, diese Verbindungen auszubauen.

EU-Projekt und Kooperationen

Zwischen 2009-2011 nahmen wir an einem EU-Projekt teil und arbeiteten mit mehreren europäischen Partnerprojekten zum Thema „Tracing and Takling Homophobia and Hatecrime against LGBT-people“ und teilten darüber unsere Erfahrungen in der Erfassung von vorurteilsmotivierter Hassgewalt gegen LSBT*.

Zwischen 2012 bis 2016 folgten weitere Begegnungen und Studienreisen ins europäische Ausland, u.a. in die Republik Irland, nach Nordirland, in die Schweiz, Lettland und Norwegen sowie Gegenbesuche verschiedener Organisationen bei MANEO. Dem ‚European Alliance Against Homophobia ‘hat sich 2015 The Rainbow Project in Nordirland angeschlossen.

Studienreisen in die USA

2010 konnte unser Projektleiter Bastian Finke eine Studienreise durch mehere Städte in den USA antreten, dies dank einer zweckgebundenen Spenden und mit privaten Eigenmitteln finanziert. Der Erfahrungsaustausch war von der Berliner Senatskanzlei ausdrücklich
begrüßt worden, verbunden mit einem Begleitschreiben des Regierenden Bürgermeisters von Berlin Klaus Wowereit, der Bastian Finke zum Repräsentanten Berlins erklärt hatte.

Während seiner 17-tägigen Studienreise besuchte er die Städte Chicago, Milwaukee, Denver, Laramie, San Francisco, Los Angeles, Hollywood-West und New York, wo er mit insgesamt 60 VertreterInnen von etwa 40 verschiedenen Projekten, Organisationen und staatlichen Einrichtungen sprach.